Kickers Oxxenbach - Eintracht Frankfurt

Süddeutsche Meisterschaft, Nordgruppe 1920/21 - 6. Spiel

3:2

Termin: 24.04.1921
Zuschauer:
Schiedsrichter: Albrecht (Mannheim)
Tore: Ferdinand Neureuther (2)

>> Spielbericht <<

Kickers Oxxenbach Eintracht Frankfurt

  • Hof
  • Mack
  • Bock
  • Rech
  • Best
  • Fiedler
  • Balder
  • Keller

 


 

Offenbach im letzten Spiel siegreich

F.C. Kickers Offenbach — T.uSp.Gde. Eintracht Frankfurt 3:1 [?]

Die eifrige Meister-Elf des Südmainkreises hat die technisch bessere Spitzen-Mannschaft des Nordmainkreises „mit Glück" geschlagen. Aber nicht nur mit Glück, sondern auch unter Mithilfe des Schiedsrichters, wobei ich gern annehme, daß von dessen Seite keine bewußte Absicht vorlag. Es ist ja recht einfach, eine Niederlage dem Unparteiischen sozusagen in die Schuhe zu schieben; dieses Verfahren wird von Fanatikern oft und gern geübt, wenn man die Schwächen seines Vereins nicht sehen will. Hier liegt die Sache aber wesentlich anders, und ich bin mir der Schwere des Vorwurfs wohl bewußt, welchen ich gegen Herrn Albrecht-Mannheim ausgesprochen habe. Versagen eines von Eintracht regelrecht erzielten Tores, Verhängung eines unberechtigten Elfmeters gegen Eintracht, Abpfiff unmittelbar vor Erzielung des dritten Tores für Offenbach mit direkt folgender Gewährung, falsches Abseitspfeifen gegen Eintracht, Fehlen der Abseitsentscheidungen gegen Offenbach in mehreren Fällen, von denen einer mittelbar zum Tor führte und verschiedenartige Auffassung beiderseitigen „Foulspiels", das ist so im großen ganzen das, was an dem Schiedsrichter, der mehrere Spiele hier schon recht gut geleitet hat, auszusetzen war.

Die siegende Elf war vollzählig angetreten, bei den Frankfurtern fehlten Brand, Dornbusch und Köster, dafür spielten Mölders, Neureuther und Dill. Trotzdem litt das Spiel keinen Moment darunter, wenigstens was den Sturm betrifft. Die schönsten Leistungen bot hier das Zusammenspiel Szabo-Boettcher-Neureuther, die sich prächtig verstanden. Neureuther war wieder in besserer Form als seither; seine beiden Tore [!] waren vorzügliche Leistungen. Beide waren in der Luft abgefaßte Flanken des sich gut in die Mannschaft einfügenden Dill. Imke war recht eifrig, hatte aber unter den überaus ungünstigen Platzverhältnissen zu leiden und konnte nicht immer gefallen. In der letzten Viertelstunde war er wieder der Alte und spielte äußerst forsch und energisch, und zeigte endlich wieder den Zug nach vorn, statt sich in die Breite zu verlieren. Die Läuferreihe genügte allen Ansprüchen. Jockel spielte äußerst ruhig, ohne sich ganz auszugeben. Schönfeld und Schneider waren gleich gut und hielten ihre Gegner stets in Schach. Pfeiffer war überall und der beste der Verteidiger. Mölders spielte sein zweites Spiel als Verteidiger; er hielt sich recht wacker, dürfte aber an zwei Toren nicht ohne Schuld sein. Gmelin hielt mehrfach sehr gut, zeigte aber auch Momente bedenklicher Schwäche.

Hof, der Offenbacher Tormann, trägt an den drei Toren [?] der Eintracht keine Schuld. Er hatte nicht viel zu tun, schien aber etwas aufgeregt zu sein. Mack und Bock, das alte Verteidigerpaar, war ganz vorzüglich. Forsch, kräftig, mit weitem Schlag, schafften sie immer wieder Luft und brachen die manchmal sehr gefährlichen Angriffe der Eintrachtstürmer in stets fairer Weise. Rech und Best konnten gut gefallen; Rech war der bessere. Fiedlers Spiel war das Rückgrat der Offenbacher Elf. Es ist vielleicht nicht das in neuerer Zeit übliche Mittelläuferspiel, doch war an seiner Zerstörungstaktik nichts auszusetzen und sein vielleicht zeitweise etwas zu hohes Zuspiel recht rationell. Der Sturm ließ zeitweise zu wünschen übrig. Das Zuspiel ist bedeutend besser geworden, auch ist die Durchschlagskraft groß und der Eifer nicht gering einzuschätzen. Balder war viel besser als Keller und verursachte manch gefährlichen Moment, allerdings auch sehr oft aus vom Schiedsrichter nicht bemerkter Abseitsstellung. Das Innentrio kam nach der Pause recht wenig zur Geltung und zeigte nicht viel Ersprießliches. Die Stärke der Offenbacher Elf bestand nach der Pause in einer sehr geschickten, allerdings auch zuweilen sehr zahlreichen Verteidigung, worunter das Spiel zuweilen litt. Im allgemeinen war das Tempo infolge des ganz außerordentlich schlechten Bodens nicht allzu lebhaft; trotzdem verlief das Spiel interessant Und bot schöne Momente; es soll aber auch nicht verschwiegen werden, daß sich der Charakter des ganzen Spiels meist nicht von der altgewohnten Jagd nach den zwei Punkten entfernte. Peka. (aus dem 'Fußball', Ausgabe 17/1921)

 

>> Spieldaten <<

 

© text, artwork & code by fg