Germania 94 Frankfurt - Eintracht Frankfurt

Kreisliga Nordmain 1922/23 - 9. Spiel

5:2 (2:2)

Termin: 19.11.1922
Zuschauer:
Schiedsrichter:
Tore: Edy Klemm, Willi Pfeiffer

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 Germania 94 Frankfurt Eintracht Frankfurt

  • Funk
  • Bossert
  • Heckmann
  • Möller
  • Christ
  • Schnürle
  •  



 

Trainer
Trainer

Germanias Sieg über Eintracht

Bei der Ausgeglichenheit der Gegner kann man von Sonntag zu Sonntag mit Überraschungen rechnen, die auch nicht ausbleiben. So schlug der seitherige Unglücksrabe Germania in einem Spiele, das zu dem besten gehört, das in diesem Jahre von Frankfurter Mannschaften auf heimischen Plätzen geboten wurde, die sich tapfer wehrende Eintracht mit 5 :2.

Das Resultat ist vielleicht in dieser Höhe nicht ganz verdient. Die Torchancen waren ungefähr gleichmäßig verteilt. Wenn trotzdem die Schwarzweißen einen zahlenmäßig hohen Sieg feiern konnten, so lag das unbedingt an der mehr als mäßig spielenden Läuferreihe des Gegners. Hinzu kam noch, daß die Verteidigung der Riederwälder zu schnell und zu weit aufrückte, oft unsicher spielte und dadurch den Erfolg der Schnürleschen Steilvorlagen ungemein begünstigte. Bei Germania spielte der aus der Jugendelf übernommene Torhüter Funk sein erstes Spiel in der Liga und zeigte, daß er gute Anlagen hat. Er muß allerdings noch viel lernen. Bossert und Heckmann in der Verteidigung waren ein kaum zu nehmendes Hindernis, während die Läuferreihe der Leute von den Sandhöfer Wiesen heute die des Gegners um ein Beträchtliches am Können und Eifer überragte. Besonders gut war Möller. Die beiden Stürmerreihen waren sich, wie schon gesagt, ziemlich ebenbürtig, obwohl derjenigen der Eintracht im Feldspiel ein kleines Plus einzuräumen ist. Schnürle wurde gut abgedeckt und begnügte sich, seinen Nebenspielern, von denen heute der Linksaußen Christ besonders erfolgreich war, die Bälle kunstgerecht vorzulegen.

Bei Eintracht bestach der wieder spielende Pfeiffer durch seine wunderbare Technik und Ballbehandlung, durch seine Spielübersicht und durch seine vornehme Spielart. Er war unbedingt der beste Mann auf dem Platze. Der rechte Flügel Klemm und Weber war heute der bessere, obwohl Szabo und Böttcher schwer und unentwegt kämpften, um den Sieg ihren Farben zu erringen. Wie schon gesagt, waren Läuferreihe und Verteidigung der Rotstrümpfe ziemlich glatte Versager, wenn wir auch nicht verkennen wollen, daß Egly immens schaffte und seinen Sturm immer wieder vorzuwerfen suchte. Torwächter Sackmann sehr gut. Er zeigte speziell in der ersten Halbzeit einige Kabinettstückchen erstklassiger Torwächterkunst. Nur dürfte er sich ein vorzeitiges Herauslaufen noch abgewöhnen. (aus dem 'Fußball', Ausgabe 47/1922)


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