Bayern München - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1935/36

3:1 (1:0)

Termin: 05.04.1936
Zuschauer: 7.000
Schiedsrichter:
Tore: 1:0 Moll (40.), 2:0 Krumm, 3:0 Bergmaier, 3:1 Hans Stubb (Handelfmeter, 80.)

 

>> Spielbericht <<

Bayern München Eintracht Frankfurt

 


 

Trainer
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"München - Frankfurt 7:2"

„München--Frankfurt!" verkündeten 4-bogige Plakate. Und so malt sich das Ergebnis in den Köpfen. In Wirklichkeit war's aber nur ein Kunstedelstein, zusammengesetzt aus dem 4:1 der 60er gegen den in jeder Weise klein gewordenen FSV. Fft. und dem 3:1 der Bayern gegen die ersatzgeschwächte Eintracht. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, und so hat nun der Einheimische „seine Rache" für die Niederlage, welche Frankfurt im Dezember der bis dahin unbesiegten Isarstadt-Elf bereitete. Womit aber noch nicht gesagt ist, daß ein neuer wirklicher Auswahlkampf beider Städte todsicher auf dasselbe Ergebnis hinauslaufen wurde. Frankfurt muß, im Ganzen wie Einzelnen, stärker sein als es in diesem Doppelspiel der Fall war.

Seine zwei Hauptvertreter sind allerdings nicht mehr so stark, wie sie es bis 1933 noch waren. Der FSV. besitzt höchstens noch in der Abwehr Gestalten, welche an seine frühere Kampfkraft erinnern. Die Eintracht freilich besaß in ihrem rechten Verteidiger Konrad den kernigsten Typ des ganzen 44er-Feldes, aber dieser Mainler ist ja eigentlich ein Hinterpfälzer. Ehedem Kaiserslauterns Allerwelts-Spieler, hat er sich mächtig entwickelt.

Die Elf der Bayern bot ohne Bader, Gäßler und Siemetsreiter eine zufriedenstellende Leistung, wenn man fünfe gerade sein läßt und alle besonders hohen Ansprüche unterläßt. Anscheinend probte Bayern für Schalke 04, seinen Ostergast. Heidkamp war wieder 'mal Tausendsassa, zuerst Halbrechter, dann Linksaußen, so daß dieser Wackere nur noch im Tor zu spielen braucht, um während eines Spieles alles bisher Dagewesene zu überbieten. Die Abwesendenliste der Riederwälder umfaßte A. Schmitt, Tiefel, Mantel und Leis, und das war nichts zum Ausgleichen!! Zumal von Stubb nicht viel mehr als der große Name und ein „sehr starker" Körper da waren. Damit ließ sich wohl ein Elfer (Hände), doch nicht viel mehr versorgen. Uebrigens hätte Eintracht noch einen zweiten Strafstoß bekommen müssen, als Möbs von hinten umgebügelt wurde. Aber der SchR. winkte mit der selbstverständlichsten Miene der Welt ab. Au Backe!! Der Möbs hat sich schön die Ellenbogen gerieben.

1860 schreitet hurtig weiter auf dem Wege zur Genesung. Burger (halblinks) kann technisch-taktisch an die größten Spieler dieser Art in unserer Geschichte heran. Bei ihm bekommt der heutige Fußball einen Sinn, bei den andern kaum! Er gegen Konrad, das hätte ein Schauspiel gegeben! Der neue 60er-Mittelstürmer, ein nicht ganz geglückter Lindgren-Tvp, verriet Anlagen zum Standschützen. Ob er's aber im Laufen schafft, ist fraglich. Die FSV.-ler hatten bei einem Tor zum mindesten starke Bedenken. Da war nach ziemlich allgemeiner Ansicht, selbst den nördlichen Linienrichter, eingeschlossen, alles 60erische abseits. Aber die entscheidende Instanz urteilte anders u. so lief Läufer Maierthaler ins Tor. Wäre aber die rechte Doppelseite des Bornheimer Angriffs, namentlich Halbrechts, bei einigen Bällen zur Stelle gewesen, die von links her fast das 60er-Tor berührten, ohne sich indes von Ertl fassen zu lassen, so würde ihr Toranteil höher und damit das Gesamtergebnis erträglicher für die die Mainstadt gewesen sein!      Joseph Michler. (aus dem 'Fußball' vom 07.04.1936)

 

 

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