Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg

Oberliga Süd 1947/48 - 38. Spieltag (Nachholspiel)

3:1 (2:1)

Termin: 28.08.1948 im Stadion
Zuschauer: 15.000
Schiedsrichter: Schrempp (Karlsruhe)
Tore: 1:0 Otto Bardorf (10.), 2:0 Willi Kraus (25.), 2:1 Pöschl (30.), 3:1 Fritz Linken (85.)

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Eintracht Frankfurt 1. FC Nürnberg

 


  • Prummer
  • Achhammer
  • Miersberger
  • Berner
  • Uebelein I
  • Schober
  • Reiser
  • Horlamus
  • Pöschl
  • Uebelein II
  • Hagen

 

Trainer Trainer
  • ?

Frankfurt sah nur vier von der Meister-Elf

Dem „Tag der Eintracht" fehlte diesmal der frühere Gianz. Da sportlich gesehen außer dem Fußballspiel wenig geboten wurde, blieben auch die Zuschauermassen aus. 15000 bilden im weiten Stadfonrund nur ein "Häuflein". Man vermißte deshalb auch die Begeisterung; denn hinzu 'kamen die enttäuschende Aufstellung des "Clubs" und eine starke Abendkühle. Die Zuschauer verließen deshalb frühzeitig das Stadion.

Die Sportler, die den Rahmen bildeten, boten dennoch Vorzügliches: Besonders die Ernst Winter-Riege des Brudervereins Tumgemeinde-Eintracht an den Schaukelringen, wobei Kiefer in seiner Kür glänzte und die Leichtathleten der Eintracht, die zusammen mit Darmstadt 98 einen DVM-Versuch unternahmen. Dieser DVM-Versuch brachte am ersten Tag ungewöhnlich gute Leistungen. Hofferberth stellte mit 15:04,4 Min. im 5000 m-Lauf die Jahresbestleistung ein; das gleiche gelang Theilmann im Hochsprung mit 1,93 m, dem Hoppenrath mit 1,90 m folgte. Die 800 Meter lief Ulzheimer in der famosen Zeit von 1:52,7, Schreiber und Lehmann spurteten die 100 m in 11,0 herunter, während die 4 mal 100 m-Staffel der Eintracht in 43,2 lief. Als einziger prominenter Gast war Dr. Luh anwesend, der das Kugelstoßen mit 13,91 m gewann.

Natürlich gab es ein paar Pfiffe und Rufe, als die "Club"-Besetzung bekannt wurde. Nur vier Spieler waren unter der Elf, die der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Kolb für Ihre deutsche Meisterschaft ehrte. Die anderen schmückten sich gewissermaßen, wenn auch unfreiwillig, mit fremden Federn.

Was übrig blieb vom Glanz eines Meisters war der rote Dreß und dazu solides Können, Eifer, manche gute Einzeleistung, die erkennen ließ, daß der Nachwuchs des "Clubs" unversiegbar ist. Fachleute meinten, daß jeder dieser Nürnberger Ersatzspieler in einer Frankfurter Oberliga-Mannschaft verwendet werden könnte. Trotzdem fehlte die Harmonie. Dies betraf anfangs die Deckung und später den Sturm und darum war ein glatter Sieg der Eintracht durchaus verdient.

Die Eintracht-Deckung stellte sich in alter Form vor. Gärtner spielte wieder und Adolf Schmidt kehrte von den Profis und seinem südöstlichen Abschwenken nach Offenbach ebenfalls wieder zurück. Der Lübecker Pries wirkte in der Verteidigung recht schlagsicher, in der jedoch Bechtold seinen guten Tag hatte, Henig hütete zuverlässig und lediglich im Sturm traten kleine Mängel (besonders von Linken) auf. Immerhin stellt Bardorf einen großen Gewinn dar.

Von den Nürnbergern war Pöschl eine Klasse für sich. Er allein war schon das Kommen wert. Allerdings mußte er bald einsehen, daß der Sturm nicht wie sonst zusammenzubringen war. Hagen verspürte anfangs wenig Gegenwehr. Als jedoch Pries in Schwung kam, war vom "Club"-Linksaußen nicht mehr viel zu sehen. Die bemerkenswerteste Leistung der neuen "Club"-Elf vollbrachte die Deckung, in der sich die beiden Verteidiger verzweifelt wehrten (Krauß und Achhammer machten sich das Leben so schwer, ohne daß man den beiden Pfiffikussen böse sein konnte). In der Läuferreihe bestand neben Bergner und Uebelein I, die gelohnte Klasse verrieten, Schober sein Examen mit sehr gut. Er führt den Ball wie ein Alter und verstand auch den Fluß des Spiels in Gang zu halten. (aus dem 'Sport-Magazin' vom 01.09.1948)

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