Eintracht Frankfurt - FSV Frankfurt

Oberliga Süd 1948/49 - 7. Spieltag

3:2 (2:1)

Termin: 31.10.1948 am Bornheimer Hang
Zuschauer: 18.000
Schiedsrichter: Pennig (Mannheim)
Tore: 1:0 Willi Kraus (30.), 2:0 Heinz Baas (33.), 2:1 Wirth (35.), 3:1 Willi Kraus (75.), 3:2 Kircher (82.)

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt FSV Frankfurt

 


  • Hans Ricker
  • Lautz
  • Dehm
  • Nold
  • Dietsch
  • Schuchardt
  • Prehn
  • Ferber
  • Wirth
  • R.Herrmann II
  • Kircher

 

Trainer Trainer
  • ?

 

Henigs tollkühne Robionsonade...

Die Eintracht hat ihre Anhänger nach ihren verheißungsvollen Leistungen gegen Offenbach nicht enttäuscht. Auch diesmal lieferte sie eine kämpferisch ausgezeichnete und spielerisch durchaus befriedigende Partie. Die Blau-Schwarzen hatten allerdings den besseren Start und im ersten Drittel sah es garnicht nach einem Sieg der Adler-Träger aus. Auch im Finish war Blau-Schwarz Trumpf, aber den zahlreichen Bornheimer Angriffen fehlte der Abschluß. Mit dem allzu schematischen Sturm wurde die Eintracht-Hintermannschaft leicht fertig. Prehn und Kircher auf den Flügeln, noch Hermann II und Ferber hatten genug Uebersicht. Der Halbrechte Ferber spielte zwar mit gewaltigem Kraft- und Laufaufwand, aber damit ist es nicht getan. Ein erstklassiger Spieler muß den Kopf außer zu Kopfbällen auch noch zum Denken benützen. So verging die erste Hälfte und mit ihr der Bornheimer Schwung.

Dann war die Eintracht dran. Ihr linker Flügel Krauß gab die Wendung. Lautz wurde mit Krauß nie fertig. Er ließ ihm zuviel Raum und startete immer zu spät an die Linie. Von halbrechts her setzte Bardorf, schon frühzeitig die sich bietenden Chancen erkennend, die linke Eintracht-Flanke mit feinen Vorlagen und überraschenden Paraden gescheit ein; hätte nur im Zentrum ein mehr entschlossener Mann gestanden als Schnitzler — der sich nichts zutraut und jeden Ball möglichst schnell wieder los sein will — etwa Böhringer, ein Rechtsaußen mit dem notwendigen Gefühl für rechtzeitiges Flanken, dann hätte der FSV heute mehr quittieren müssen, als nur eine knappe Niederlage. Die Eintracht war dem Gegner auch im Mittelfeld durchaus ebenbürtig. Ihr Außenläufer Kudras lieferte sogar eine hervorstechende Partie.

Das Spiel war packend, lebendig, voll spannender Momente, ein echtes Derby. Dabei wurde es anständig durchgeführt und von Pennig ausgezeichnet geleitet. Die Torhüter Henig und Ricker hatten oft Gelegenheit, sich durch Paraden auszuzeichnen und Henig rettete noch in letzter Minute in blitzschneller Reaktion den einen Punkt. Eine besondere Sehenswürdigkeit war das von Krauß aus vollem Lauf mit einem gewaltigen Schuß erzielte dritte Eintrachttor.

Von ihren Anhängern stürmisch gefeiert, ging die Einbracht nach einem Spiel vom Platz, das sie verdient gewonnen hatte, weil sie es besser verstand als ihr Gegner, ihre Aktionen den gegebenen Möglichkeiten anzupassen. Es war ein Sieg der größeren Beweglichkeit über die Schablone. (aus dem 'Sport-Magazin' vom 03.11.1948)

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