Eintracht Frankfurt - First Vienna FC 1894

Freundschaftsspiel 1953/54

2:1 (0:1)

Termin: 18.04.1954 in Kirchhain
Zuschauer: 12.000
Schiedsrichter: Sparring (Kassel)
Tore: 0:1 Groß (25.), 1:1 Richard Kreß (52.), 2:1 Hermann Höfer (61.)

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Eintracht Frankfurt First Vienna FC 1894

 


  • Schmied
  • Umgeher
  • Nickel
  • Koller
  • Röckl
  • Schweiger
  • Menasse
  • Walzhofer
  • Groß
  • Süß
  • Kaleta

 

Wechsel

Wechsel

  • Medveth für Walzhofer
Trainer Trainer

Oster-Fußballzauber in Kirchhain

Gelungene Generalprobe der Eintracht

In dem idyllisch gelegenen, nur 5000 Einwohner zählenden Städtchen Kirchhain an der Ohm befleißigten sich am Ostersonntag Eintracht Frankfurt und Vienna Wien eines überaus guten Spiels, das die 12000 dankbaren Zuschauer, die sonst nur die magere Kost der zweiten Amateurliga vorgesetzt bekommen, mit reichlichem Beifall belohnten.

Die Eintracht betrachtete die Partie gegen Vienna Wien, die sie mit Ausnahme von Dziwoki in stärkster Aufstellung bestritt, als letzte Generalprobe vor den Endspielen um die Deutsche Fußball-Meisterschaft. Die Vienna fand sich auf dem kleinen Platz rascher zurecht, erzielte in der ersten Halbzeit eine leichte Feldüberlegenheit und führte dem Publikum ein echtes Wiener Scheiberl-Spiel vor. Der Ball durchwanderte sechs, sieben österreichische Stationen, ohne daß einer der Riederwälder erfolgreich eingreifen konnte. Zog man dann jedoch das Fazit aus diesen Musterpassagen, dann hatte die Vienna im günstigsten Fall fünf oder zehn Meter Boden gewonnen.

Koller hatte keinen Koller

Der überragende Spieler der Gäste hieß Koller. Er knöpfte sich Pfaff als Gegenspieler vor und der gute Alfred bemerkte bald, daß sein glänzendes Feingefühl im linken Bein bei seinem Gegenspieler nicht nur auf diesem Fuß, sondern auch auf dem rechten vorhanden war. Der Angriff hatte in dem umsichtigen Halbstürmern Walzhofer und Süß und der Schußkanone Kaleta seine stärksten Waffen.

Nun, die Eintracht schenkte sich nichts. Zwei Mann der Frankfurter hatten es den Kirchhainern besonders angetan: einmal der verblüffend schußstarke junge Höfer, der die erste halbe Stunde am linken Flügel stürmte, um dann einen ausgezeichneten Halbrechten abzugeben, und der eminent schnelle und gefährliche Kreß. Die beiden „old boys" Heilig und Wloka in der Deckung benötigten die längste Zeit, um sich von den ersten Festtagsfreuden auf das Fußballspiel wieder ganz zu konzentrieren. Aber als der Knoten bei ihnen geplatzt war, standen sie so sicher wie eh und je. Bechtold bewies erneut, daß er sich wieder in der Aufwärtsentwicklung befindet, Remlein, Kudraß und Henig unterstrichen ihre vorzügliche Form für die Endrundenspiele. Pfaff zog sich in seinem Privatduell mit Koller ehrenvoll aus der Affäre. Gonschorek und Weilbächer erreichten dagegen nicht ganz das Format ihrer Kameraden. Nach einer Verletzung von Weilbächer vervollständigte der junge Bayer den Angriff der Riederwälder.

Der größte Gewinn der Frankfurter in den letzten Wochen dürfte zweifellos das junge Talent Höfer sein. Mit ihm erstand der Eintracht, man möchte fast sagen, vom Himmel geschenkt, in letzter Minute noch ein vollwertiger Stürmer, der das leidige Linksaußenproblem endgültig lösen sollte.

Aus 0:1 wurde ein 2:1

Nicht unverdient zog Vienna in der 25. Minute in Front, als Groß Wloka übertölpelte, noch ein paar Schritte lief und dann an dem unschlüssigen Henig vorbei, der zaudernd auf der Linie verharrte, mit einem Linksschuß einschoß. Nach dem Wechsel schaltete die Eintracht zwei Gänge höher ein und schon in der 52. Minute stand es 1:1, als Kreß Umgeher und Medveth davonlief und mit einem flachen Linksschuß Schmied das Nachsehen gab. Die Entscheidung zugunsten der Eintracht fiel in der 61. Minute, als Umgeher, und Röckl kurz vor dem Strafraum Kreß die Beine wegzogen. Den fälligen Freistoß knallte Höfer durch die schlecht gestellte Mauer der Gäste unhaltbar in Vienna-Netz. (aus 'Der neue Sport' vom 20.04.1954)

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