Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1955/1956

2:3 (0:2)

Termin: 07.08.1955 in Wissen/Sieg
Zuschauer: 5.000
Schiedsrichter:
Tore: 0:1 Erich Bäumler 1:0 (26.), 0:2 Helmut Geiger (31.), 1:2 Behring (40., Elfmeter) 2:2 Langwagen (60.), 2:3 Erich Bäumler (75.)

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Bayer Leverkusen Eintracht Frankfurt

 


 

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Trainer
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Eintracht besaß bessere Kondition

Die Všter des neuen Sportplatzes in Wissen/Sieg hatten zu ihrer Platzeinweihung an alles gedacht. Sie hatten mit zwei würdigen Eröffnungsmannschaften Verträge geschlossen, und in ihrer Freude hatten sie sicher den Pakt mit dem Petrus vergessen. Er schickte erst zaghaft, und in der 2. Halbzeit mit wolkenbruchartigem Regen seinen Segen zum Fest, und das paßte den 5000 Zuschauern ebenso wenig wie den 23 Akteuren, die am Ende wie begossene Pudel vom Platze gehen mußten. Die Eintracht durfte allerdings als verdienter Sieger aufrechter gehen.

Die Eröffnungspartie begann recht freundschaftlich. Man war beiderseits noch etwas zaghaft, abtastend und legte zunächst mehr Wert auf das Zusammenfinden in den eigenen Reihen. Das sah dann so aus, daß Leverkusen seine Spielfreude in ein übertriebenes Kurzpaßspiel steigerte, das im Mittelfeld recht gefällig aussah, das aber keine Produktivität erreichte. Es war der Vorteil der Eintracht, daß sie zuerst auf den kürzeren Weg umschaltete, der sich bei ihr recht geschickt aus der Defensive heraus anbahnte. Zwar lief noch nicht alles nach Wunsch und Absicht, aber wenn Kreß am rechten Flügel losspurtete, wurden die Leverkusener Deckungsspieler doch ermuntert. Diese schnellen Vorstöße führten dann allmählich zu einer Steigerung der Abwehrarten der Bayerelf, die sich eines konsequenten Deckungsspiels befleißigte. So gab es auch den indirekten Freistoß, den Kreß geschickt antippte, und den Bäumler zum Führungstor einschoß.

Dieses Führungstor stachelte Leverkusen auf. Langwagen startete Flankenläufe, wodurch Kudraß zum Schwerarbeiter wurde. Es kam wiederholt zu harten Zweikämpfen. Cesar, und die beiden Neuzugänge Hartmann (fr. 1. FC Köln) und Gierlich (SW Essen) wurden allmählich zu den überragenden Figuren Leverkusens, dessen eifrige Bemühungen aber zunächst an der Deckung der Eintracht scheiterten, in der Rothuber eine fast fehlerlose Partie lieferte. Als Remlein und Pfaff sich intensiv dem Spielaufbau widmeten und Geiger recht lebendig startete, bekam der blonde Linksaußen jenen Steilpaß, den er aus 20 Meter flach in die Ecke jagte, in der Torhüter Mutz den Ball zwar noch erreichte, aber selbst ins Netz faustete. Das Anschlußtor, das durch einen von Bechtold verursachten Handelfmeter (zu hart) erreicht wurde, den Behring einschoß, gab der Bayerelf auch gleich nach der Pause mächtigen Auftrieb.

Jetzt wurde die Eintracht unter Druck gesetzt, und als Langwagen nach einem Lattenschuß den Nachschuß zum Ausgleich genutzt hatte, sah es vorübergehend verheißungsvoll für Leverkusen aus. Aber die Abwehr der Riederwälder schuftete eifrig. Hesse, Bechtold und Kudraß hielten sich gut, und auch Remlein und Schymik trugen viel zur Entlastung bei. So wurde die schlimmste Zeit gut überstanden, während im Angriff die Sprinter Kreß und Feigenspan schon wieder für die gefährlichen Gegenstöße sorgten. Feigenspan war, wenn er am Ball war, sehr gefährlich, aber im Zusammenspiel, im Freilaufen und in der Ballannahme haperte es noch etwas bei ihm.

Bei der Eintracht machten sich nun auch etwas Ermüdungserscheinungen bemerkbar, obwohl ihre Kondition weitaus besser war, als die ihres Gegners. Remlein und Pfaff sorgten mit dem eifrigen Bäumler für einen guten Endspurt, wobei Bäumler aus 14 Meter einen Prachtschuß unter die Latte setzte, der den Sieg bedeutete. (aus 'Der neue Sport' vom 08.08.1955)

 

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