1. FC Haßfurt  - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1961/1962

3:3 (1:1)

Termin: 23.07.1961
Zuschauer: 9.000
Schiedsrichter: Scheuring (Schweinfurt)
Tore: 1:0 Bayer (16.), 1:1 Alfred Horn (42.), 1:2 Richard Kreß (49.), 2:2 Kreh (64.), 3:2 Kreh (80.), 3:3 Alfred Horn (86.)

>> Spielbericht <<

1. FC Haßfurt Eintracht Frankfurt

  • Hoh
  • Schenk
  • Hüssner
  • Schaffner
  • L. Müller
  • W. Müller
  • Schober
  • Kreh
  • Lindner
  • Oehm
  • Bayer

 


 

Wechsel
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Trainer
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Horn war Regisseur

Hans-Joachim Horns Drahtbericht aus Haßfurt

l. FC Haßfurt — Eintracht Frankfurt 3:3 (1:1)

Den Fußballkundigen wird dieses Unentschieden der Eintracht gegen den frischgebackenen Aufsteiger in der 2. Liga Süd etwas seltsam berühren. Aber dieses Ergebnis spiegelt durchaus den Spielverlauf wider. Die Eintracht hatte den beim Hofer Gastspiel abwesenden Kreß und Lindner diesmal die Außenposten anvertraut, um so die Angriffswaffe noch entscheidend zu stärken. Doch die Frankfurter sahen sich einem Gegner gegenüber, der zu allem entschlossen war.

Kampf um jeden Preis war die Haßfurter Parole, und der frühzeitige Lattenschuß von Oehm schien dies nur zu bestätigen. Der Eintracht konnte als Gegenrezept nur ihre größere spielerische Erfahrung helfen. Aber dazu hätte es eben eines äußerst konzentrierten Spiels bedurft. Und das war es, was die Eintracht gerade scheute. Man wußte, daß schon der kommende Freitag gegen Westmeister Köln im Pokal-Achtelfinale größere Anstrengungen bedarf und daß es vor allem darum geht, in diesen beiden Aufbauspielen in Nordbayern die richtige Sturmformation zu finden.

Dreh- und Angelpunkt dürfte nach diesen beiden Spielen weiterhin der Linksaußenposten bleiben. Dieter Lindner, der sich auf diesem Posten nach längerer Zeit wieder einmal versuchte, mußte schon frühzeitig wieder in die halbrechte Verbindung rücken, da der lange Kreuz sich eine Wadenverletzung zugezogen hatte. Mit dem Ex-Marburger Weber gab ein neuer Mann bei der Eintracht sein Debüt. Weber, der bei Marburg meistens als Mittelläufer eingesetzt wurde, konnte sich nicht sonderlich im Haßfurter Spiel herausstellen, so daß das Experiment weiterlaufen muß. Auch Richard Kreß brachte nur gelegentlich seine läuferischen Vorzüge an. Im ganzen übertrieb die Eintracht das Kleinpaßspiel so weit, daß manche gute Gelegenheit von den sich energisch zur Wehr setzenden Haßfurtern zunichte gemacht wurde. Die beiden Haßfurter Müller umschwirrten Erwin Stein derart, daß Alfred Horn zur zentralen Spielerpersönlichkeit wurde. Diesem Naturburschen fehlt nur noch etwas mehr Beweglichkeit. Dann kann er das Eintrachtspiel noch besser beleben.

Die Eintrachtabwehr wurde in Haßfurt vor weitaus größere Belastungsproben gestellt als in Hof, was sich nicht nur in der Zahl der Gegentore auswirkt. Schymik und Weilbächer waren lange gezwungen, der Abwehr die Fassung zu geben und mußten so den Aufbau vernachlässigen, während Höfer und Eigenbrodt den Abwehrdamm dort dichten mußten, wo er am ehesten zu brechen schien. Das war besonders dann der Fall, wenn Kreh und Oehm, von Schaffner unterstützt, sich durch die Eintrachtabwehr hindurchwühlten.

Stopper Lutz lieferte eine betont sachliche Partie und geriet nur einmal aus dem Konzept, als Kreh ihm ein Schnippchen schlug und Höfer die Lederkugel seelenruhig von der Torlinie um den Pfosten drehte. Egon Loy, der nach der Pause durch Zscherlich für kurze Zeit abgelöst wurde (Zscherlich verletzte sich jedoch bald am Hinterkopf) konnte über mangelnde Beschäftigung nicht klagen. Er beeindruckte besonders bei hohen Flankenbällen, wo er in schier unerreichbare Höhen griff. Gegen Ende der Spielzeit trat auch noch Lindner nach einem Zusammenprall mit Schenk ab und überließ Schämer seinen Platz.

Die Haßfurter waren weit mehr als ein Sparringspartner, und wenn die Kampfmoral der Mannschaft so bleibt, wird mancher Vertreter der zweiten Liga entscheidende Punkte bei den Franken lassen müssen. (aus 'Der neue Sport' vom 24.07.1961)

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