Eintracht Frankfurt - Fortuna Düsseldorf

Bundesliga 1977/1978 - 30. Spieltag

4:0 (2:0)

Termin: Sa 18.03.1978, 15:30 Uhr
Zuschauer: 11.000
Schiedsrichter Walter Engel (Reimsbach)
Tore: 1:0 Bernd Nickel (24.), 2:0 Bernd Hölzenbein (45.), 3:0 Rüdiger Wenzel (64.), 4:0 Rüdiger Wenzel (67.)

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt Fortuna Düsseldorf

 


  • Jörg Daniel
  • Gerd Zimmermann
  • Heiner Baltes
  • Egon Köhnen
  • Klaus Allofs
  • Dieter Brei
  • Gerd Zewe
  • Josef Hickersberger
  • Herbert Zimmer
  • Wolfgang Seel
  • Fleming Lund

 

Wechsel Wechsel
  • Hubert Schmitz für Dieter Brei (67.)
  • Rudolf Bommer für Fleming Lund (72.)
Trainer Trainer

 

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Nickel erlöste Cramer

Eine Halbzeit lang lagen im Frankfurter Waldstadion nahezu alle Vorteile auf Seiten der Düsseldorfer — mit Ausnahme der Chancen-Auswertung. Fortuna kontrollierte mit geschickten Ballstaffetten das Geschehen. Den Rheinländern fehlte aber im Angriff Durchschlagskraft und Wirkung, weil ihr einziger Stürmer, Wolfgang Seel, ein Ausfall war und Zimmer zwei, drei vielversprechende Möglichkeiten nicht nutzen konnte.

Gerade als die Fans in der Westkurve ihrem Unmut über die geringen Frankfurter Spielanteile mit „Cramer-raus"-Chören freien Lauf gelassen hatten, konnte Bernd Nickel mit dem rechten Fuß den ersten gelungenen Eintracht-Angriff zum 1:0 abschließen. Der in den letzten Wochen so gelobte Daniel machte hierbei ebenso wenig den stärksten Eindruck, wie Sekunden vor dem Halbzeitpfiff beim vorentscheidenden Treffer von Hölzenbein, sowie später bei dem Doppelschlag von Wenzel.

Die klare Halbzeitführung gab den anfangs sehr nervösen Frankfurtern im gleichen Maße Sicherheit, wie sie die zunächst so selbstbewußten Gäste immer mehr zu verunsichern schien. Während bei Düsseldorf neben Daniel und Seel auch Lund und Brei vieles schuldig blieben und auch Libero Zewe unter den Augen von Bundestrainer Helmut Schön nicht an seine letzten hervorragenden Leistungen anschließen konnte, spielten bei der Eintracht vor allem Nickel und Neuberger immer gekonnter auf. Neben ihnen gefielen Krobbach als wirkungsvollster Verteidiger und der ungemein athletische Youngster Ronald Borchers, als schwungvollster Angreifer.

War bis zum 4:0 fast jeder Frankfurter Schuß aufs Düsseldorfer Tor ein Treffer, entging die mit bislang 24 Gegentreffern stärkste Bundesliga-Abwehr in der Schlußphase bei Latten-Kopfbällen von Kraus und Nickel einem zahlenmäßigen Debakel.

 


 

Eintracht Frankfurts Sieg gegen Düsseldorf ohne Glanz

Während ganz oben und ganz unten nur noch wenig offen ist, tobt das Rennen um die vier Plätze im nächsten UEFA-Cup-Wettbewerb auf breiter Linie weiter. Neue Hoffnung schöpfte dabei die Frankfurter Eintracht. Vier Tage nach ihrem Scheitern im Viertelfinale des laufenden UEFA-Cups erhielten sich die Frankfurter durch einen erstaunlich hohen Heimsieg gegen die Düsseldorfer Fortuna eine reale Chance, im internationalen Geschäft zu bleiben.

Das Ergebnis kann freilich nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Krisenerscheinungen in den Reihen des mit so großen Hoffnungen gestarteten mainischen Bundesligavertreters unvermindert anhalten. Die Frankfurter verdankten ihren Sieg einem Gegner, der sich — so Trainer Dietrich Weise — „von seiner eigenen Überlegenheit blenden ließ".

In der Tat dauerte es fast eine Stunde, ehe das „Grabowski-Team" aus der Defensive herauskam. Vier Vorstöße genügten ihm jedoch, um durch Nickel und Hölzenbein 2:0 in Führung zu gehen. Den Rest besorgte Wenzel mit zwei weiteren Treffern.

Normalform erreichte von den Stammspielern der Frankfurter diesmal nur der als Libero eingesetzte Neuberger. Dagegen wirkte Grabowski, an dem der Wirbel um seine Person offenbar nicht spurlos vorübergegangen ist, gehemmt und nervös. Hölzenbein, der im hinteren Mittelfeld placiert war, steigerte sich erst nach der Pause, als sich die Fortuna mit ihrer ersten Niederlage seit dem Jahreswechsel und den ersten Gegentoren nach fünf Spielen abzufinden begann. In dieser Phase hatte auch der Amateur Borchers, der sich für weitere Auftritte empfahl, seine besten Szenen.


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