1. FFC Frankfurt - Turbine Potsdam

Bundesliga 2014/2015 - 14. Spieltag

5:1 (3:0)

Termin: 15.02.2015, 12:00 Uhr
Zuschauer: 2.580
Schiedsrichter: Moiken Wolk (Worms)
Tore: 1:0 Šašic (5., Elfmeter), 2:0 Marozsán (21.), 3:0 Šašic (29.), 4.0 Šašic (50.), 4:1 Wesely (88.), 5:1 Islacker (90.)

 

>> Spielbericht <<

1. FFC Frankfurt
Turbine Potsdam

  • Desirée Schumann
  • Kathrin-Julia Hendrich
  • Marith Müller-Prießen
  • Bianca Schmidt
  • Peggy Kuznik
  • Verónica Boquete Giadans
  • Dzsenifer Marozsán
  • Simone Laudehr
  • Kerstin Garefrekes
  • Jessica Fishlock
  • Célia Šašic

 


  • Fei Wang
  • Johanna Elsig
  • Tabea Kemme
  • Nina Frausing-Pedersen
  • Nataša Andonova
  • Jennifer Cramer
  • Lia Wälti
  • Felicitas Rauch
  • Lidija Kuliš
  • Pauline Bremer
  • Asano Nagasato

 

Wechsel
  • Crnogorcevic für Laudehr (60.)
  • Huth für Fishlock (83.)
  • Islacker für Šašic (87.)
Wechsel
  • Zietz für Nagasato (46.)
  • Wesely für Kuliš (53.)
  • Evans für Zietz (57.)
Trainer
  • Colin Bell
Trainer
  • Bernd Schröder

 

 

Kantersieg im Klassiker

Der 1. FFC Frankfurt besiegt Turbine Potsdam mit 5:1 und zieht in der Bundesliga-Tabelle am Rivalen vorbei.

Der 1. FFC Frankfurt hat in seinem ersten Pflichtspiel des Jahres nahtlos an die Leistung des letzten Auftritts 2014 angeknüpft und bei strahlendem Sonnenschein ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt: Der siebenfache Deutsche Meister setzte sich im deutschen Frauenfußball-Klassiker gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am 14. Spieltag der Frauen-Bundesliga fast schon sensationell deutlich mit 5:1 durch. Mit dem Kantersieg vor 2.580 Zuschauern im Stadion am Brentanobad überholte der siebenfache Deutsche Meister seinen langjährigen Rivalen in der Tabelle und wahrte seine Chance auf die erneute Champions-League-Qualifikation.

Schon oft waren Begegnungen der erfolgreichsten deutschen Frauenfußball-Klubs wahre Krimis. Doch diesmal startete der Krimi schon vor dem Anpfiff durch Schiedsrichterin Moiken Wolk, die die eigentlich vorgesehene Marija Kurtes ersetzte: Lange stand die Austragung der Partie auf der Kippe, da der oberflächlich leicht angetaute, im Untergrund hingegen noch hart gefrorene Rasen die Verletzungsgefahr für die Spielerinnen deutlich erhöhte. Erst eine halbe Stunde nach der ursprünglich vorgesehenen Anstoßzeit stand fest, dass der Potsdamer Tross nicht umsonst in die Mainmetropole gereist war – um 12.00 Uhr ging`s endlich los. Und das sollte sich im Nachhinein besonders für die Gastgeberinnen als gute Nachricht erweisen.

Der 1. FFC Frankfurt nahm von Beginn an Fahrt auf – wer braucht schon eine Abtastphase? Keine vier Minuten waren gespielt, als sich Potsdams Abwehrspielerin Johann Elsig im Strafraum nur mit unfairen Mitteln gegen Celia Sasic zu helfen wusste. Die gefoulte Torjägerin verwandelte anschließend vom Elfmeterpunkt – die frühe und wichtige Führung. Die Frankfurterinnen blieben am Drücker und erarbeiteten sich weitere Torchancen: So lenkte Potsdams neue Keeperin, die Chinesin Fei Wang, einen 20-Meter-Schuss von Dzsenifer Marozsán gerade noch zur Ecke (12.). Vier Minuten später setzte sich Simone Laudehr auf der linken Seite durch und bediente Celia Sasic, die einen Kopfball-Aufsetzer ein gutes Stück neben den rechten Pfosten platzierte. Der zweite FFC-Treffer lag in der Luft – und er fiel auch: Dzsenifer Marozsán überlistete Torfrau Fei Wang mit einem cleveren 24-Meter-Freistoß, der im kurzen Eck einschlug (21.).

Zwei Tore gegen Potsdam nach 20 Minuten! Was für ein Auftakt, doch damit hatte der 1. FFC Frankfurt sein Pulver noch nicht verschossen: In der 29. Minute kam Celia Sasic nach einer Flanke von Kathrin Hendrich frei zum Schuss und überlistete die Turbine-Keeperin mit einem Lupfer – 3:0 (29.). Aufmerksame FFC-Fans dürften sich da schon an den 5:1- Erfolg der Frankfurterinnen im DFB-Pokal-Wettbewerb der Saison 2011/12 erinnert haben, beim späteren Endergebnisse erst recht. Einen solch einseitigen Verlauf hat der deutsche Frauenfußball-Klassiker seither nicht mehr genommen! Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass die Gäste aus Brandenburg vor ihrem dritten Gegentreffer zumindest auch ihre erste Torchance verbuchen konnten: FFC-Torfrau Desirée Schumann musste sich bei einem Kopfball von Felicitas Rauch lang machen (27.). Abgesehen davon spielte nur das Team von Cheftrainer Colin Bell, das kurz vor dem Halbzeitpfiff eine weitere hochkarätige Chance hatte: Verónica Boquete steckte für Kerstin Garefrekes durch, die an der herausstürmenden Fei Wang scheiterte. Apropos: Drei Gegentreffer in ihren ersten 45 Bundesliga-Minuten – das hätte sich der Neuzugang aus der Volksrepublik sicher anders vorgestellt...

Die zweite Hälfte begann wie die erste – mit einem FFC-Tor nach fünf Minuten: Wieder war es Celia Sasic, die dank mustergültiger Vorarbeit von Kerstin Garefrekes nur noch einschieben musste (50.). Falls Turbine-Coach Bernd Schröder in der Pause noch an eine Wende geglaubt haben sollte, war diese Hoffnung nun begraben. Auch das Trainer-Urgestein musste anerkennen: Gegen den zweifachen Triple-Gewinner vom Main war an diesem Faschingssonntag einfach kein Kraut gewachsen. Das Team von Cheftrainer Colin Bell blieb dominant und beschäftigte die Gäste meist in der Defensive. Die Turbinen hatten durch einen von Desirée Schumann parierten Schuss von Natasa Andonova (63.) sowie eine Latten-Bogenlampe von Inka Wesely (70.) zumindest vereinzelte Chancen auf den Ehrentreffer in diesem Prestige-Duell. Und dann zeigte Moiken Wolk tatsächlich noch einmal auf den Elfmeterpunkt, nachdem sich Marith Prießen gegen Pauline Bremer nicht ans Regelwerk gehalten haben soll. Nun schlug die Stunde von Desirée Schumann, die sowohl den Strafstoß als auch den Nachschuss von Jennifer Cramer parierte (79.) – unter lautem Jubel der zahlreichen FFC-Fans. Desirée Schumann, Elfmeter und Turbine Potsdam? Da war doch was? Richtig – bereits im letzten FFC-Heimspiel gegen Potsdam am 1. Juni 2014 am Bornheimer Hang entschärfte die ehemalige Turbine-Torfrau einen Penalty. Dass „Desi“ letztlich doch noch einmal hinter sich greifen musste, war nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfehler in der FFC-Bilanz: Die eingewechselte Inka Wesely erzielte – nach einer unglücklichen Abwehraktion der Frankfurterinnen – doch noch den Potsdamer „Trost-Treffer“. Der ohnehin nicht euphorische Jubel war kaum verklungen, da stellte die ebenfalls eingewechselte Mandy Islacker fast mit dem Schlusspfiff den alten Abstand wieder her.

So stand am Ende ein 5:1-Erfolg für den 1. FFC Frankfurt im Spielbericht, mit dem – zumindest in dieser Höhe – wohl niemand gerechnet hätte. Mindestens genauso erfreulich und daher erwähnenswert: Jessica Fishlock zeigte nur vier Wochen nach ihrer beim DFB-Hallenpokal in Magdeburg erlittenen Sprunggelenksverletzung eine bärenstarke Leistung. Bissig, zweikampfstark, und mit Zug zum Tor war die Waliserin, die sämtliche Ausfall-Prognosen ihrer Ärzte über den Haufen geworfen hatte, einmal mehr eine wichtige Säule im FFC-Spiel. Die nächste Aufgabe führt den neuen Tabellendritten der Frauen-Bundesliga nun in die badische Ortenau: Am kommenden Sonntag, dem 22. Februar 2015, 14.00 Uhr, geht`s zum Aufsteiger SC Sand, der vom ehemaligen FFC-Coach Sven Kahlert trainiert wird.

Stimmen zum Spiel

FFC-Cheftrainer Colin Bell: „Zunächst ein großes Kompliment an die Schiedsrichterin, die mit der Platzsituation im Vorfeld sehr besonnen umgegangen ist. Ich muss zugeben, dass ich selbst zu einer Absage tendiert habe – kaum zu glauben, was den Zuschauern da heute für ein Spektakel entgangen wäre. Wir haben gestern in der Männer-Bundesliga gesehen, dass auch ein 3:0-Halbzeitstand noch keine Vorentscheidung ist und daher war es umso wichtiger, dass wir direkt nachlegen konnten. Insgesamt sind wir heute sehr aggressiv und bissig aufgetreten, genauso wie man es gegen Potsdam tun muss.“

Bernd Schröder, Trainer 1. FFC Turbine Potsdam: „Wir waren heute Lichtjahre von unseren eigenen Ansprüchen entfernt und hätten noch Stunden spielen können, ohne das Ergebnis zu unseren Gunsten zu verändern. Das war einfach unter aller Würde und wir müssen uns überlegen, ob wir am 1. April überhaupt zum DFB-Pokal-Halbfinale anreisen oder die Kosten hierfür lieber sparen. Unsere Leistung soll aber nicht jene des 1. FFC Frankfurt schmälern, der uns insbesondere im Mittelfeld überlegen war und in Jessica Fishlock die überragende Spielerin auf dem Platz hatte.“

FFC-Manager Siegfried Dietrich: „Ich bin total begeistert, dass unsere Mannschaft gegen Potsdam da weitergemacht hat, wo sie im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern München kurz vor Weihnachten aufgehört hat. Mit Biss, Konsequenz und tollen Spielzügen hat sie uns mit einem auch in der Höhe verdienten Sieg wieder auf einen sehr guten Weg in der Frauen-Bundesliga gebracht. Damit haben wir unser Ziel, die Champions-League-Qualifikation zu realisieren, weiter fest im Blick.“

 

(Text von ffc-frankfurt.de)

 

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