Hertha BSC Berlin - Eintracht Frankfurt

Bundesliga 2016/2017 - 22. Spieltag

2:0 (0:0)

Termin: 25.02.2017, 18:30 Uhr
Zuschauer: 43.323
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Tore: 1:0 Vedad Ibisevic (52.), 2:0 Vladimir Darida (83.)

 

 

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Hertha BSC Berlin
Eintracht Frankfurt

  • Rune Jarstein
  • Peter Pekarik
  • Sebastian Langkamp
  • John Anthony Brooks
  • Marvin Plattenhardt
  • Niklas Stark
  • Per Skjelbred
  • Genki Haraguchi
  • Vladimir Darida
  • Salomon Kalou
  • Vedad Ibisevic

 


 

Wechsel
  • Maximilian Mittelstädt für Salomon Kalou (81.)
  • Fabian Lustenberger für Sebastian Langkamp (87.)
  • Ondrej Duda für Vladimir Darida (89.)
Wechsel
Trainer
  • Pal Dardai
Trainer

 

 

Bericht und Fotos von www.eintracht.de

 

Heimstarke Hertha besiegt Eintracht

Nach Toren von Ibisevic (52.) und Darida (83.) unterlag die Frankfurter Eintracht der gastgebenden Berliner Hertha mit 0:2 (0:0). Das erste Tor war wohl irregulär, die Gastgeber hätten allerdings eventuell vorher einen Elfmeter bekommen können. Seferovic sah in der 78. Minute die Rote Karte. Die Partie fand vor 43.323 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion statt.

Aufgrund von Verletzungen und Sperren musste Eintracht-Trainer Niko Kovac einige Veränderungen in der Frankfurter Mannschaft vornehmen: Varela, Hector, Besuschkow, Gacinovic und Tawatha liefen anstelle von Abraham (Rotsperre), Vallejo (Muskelfaserriss), Mascarell (10. Gelbe Karte), Barkok und Meier (beide Ersatzbank) auf. Formationstechnisch gesehen bildeten Chandler, Hector und Oczipka die letzte Verteidigungslinie, Hasebe und Gacinovic agierten im defensiven Mittelfeld.

Zu nennenswerten Torraumszenen kam es in den ersten Minuten der Partie nicht. Bereits in der 4. Minute sah Brooks für ein Foul an Seferovic allerdings die Gelbe Karte. Mit dem fälligen Freistoß aus etwa 30 Metern verfehlte Besuschkow das Tor jedoch deutlich.

Beide Teams bemühten sich zwar, Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu kreieren, legten jedoch großen Wert darauf, keine Konter zu fangen. Die Folge war, dass es die Offensiv-Spieler beider Teams regelmäßig mit einer Übermacht an gegnerischen Defensiv-Leuten zu tun hatten und kein Durchkommen fanden. Formulieren wir es so: Die Zuschauer bekamen ein von der Taktik geprägtes Spiel zu sehen.

Jarstein verhindert die Eintracht-Führung

Immerhin: In der 23. Minute wurde ein Fernschuss von Seferovic zur Ecke geblockt. Und knappe zehn Minuten später hatte die Eintracht eine wirklich nennenswerte Torchance: Seferovic schickte den agilen Rebic mit einem tollen Steilpass auf Reisen. Rebic entwischte seinen Gegenspielern und war frei vor dem Berliner Keeper Jarstein, der lange abwartete und das 1:1-Duell gegen den Frankfurter leider gewann.

Die Hertha hatte zwar etwas mehr Ballbesitz als die Eintracht, sollte offensiv aber weiterhin keine Akzente setzen. Hier und da gabs eine Ecke, das wars. Haraguchi fing sich vor der Halbzeit noch eine Gelbe Karte ein (40.). Kalous wenig später folgender Kopfball – die erste, echte Torgelegenheit der Gastgeber – war eine sichere Beute für Hradecky.

Zweite Halbzeit: Berlin geht durch ein irreguläres Tor in Führung

Der zweite Durchgang begann ohne personelle Wechsel. Die Eintracht kam schnell zu einem Eckball, aber auch dieser brachte nichts ein. Auf der Gegenseite unterband Varela einen Angriff der Hausherren (48.).

Drei Minuten später sollte es im Kasten der Hessen klingeln: Kalou, der sich zunächst vielleicht noch auf gleicher Höhe wie die Eintracht-Defensive befand, wurde per Pass bedient. Oczipka eilte herbei und setzte zur Grätsche an. Kalou stolperte – man hätte hier wohl auf Elfmeter entscheiden können. Wie dem auch sei: Kalou jedenfalls lag nun – diesmal eindeutig in Abseitsposition – Hradecky im Weg. Der Ball rollte Ibisevic vor die Füße. Der Hertha-Stürmer hatte wenig Mühe, das Spielgerät aus kurzer Distanz links an Hradecky vorbei ins Tor zu schießen, da der Eintracht-Torwart durch den im Weg liegenden Kalou am schnellen Herauskommen gehindert wurde. Kalou griff damit – obgleich er „nur“ am Boden lag – aktiv ins Spielgeschehen ein. Der Treffer hätte folglich so nicht zählen dürfen. Er zählte aber – es stand 0:1 aus Sicht der Gäste (52.).

Sieben Minuten später sah Gacinovic die Gelbe Karte für ein Foulspiel. In der 65. Minute wechselte die Eintracht zum ersten Mal: Tarashaj kam für Besuschkow ins Spiel – ein offensiver Wechsel. Eine Minute später stand der startende Gacinovic bei einem Pass von Rebic leider knapp im Abseits. In der 69. Minute folgte Eintracht-Wechsel Nummer 2: Blum für Varela ins Spiel – Kovac erhöhte das Risiko angesichts der fortschreitenden Zeit noch ein wenig mehr. Die Hessen taten sich jedoch schwer, Löcher in den gut formierten Defensiv-Verbund der Gastgeber zu reißen.

Eine Viertelstunde vor Spielende wurde Hector verwarnt – er traf einen Gegenspieler beim Kampf um den Ball versehentlich mit dem Arm im Gesicht. Zwei Minuten darauf fasste sich der Jamaikaner ein Herz und zog aus der Ferne ab. Der Schuss wurde zur Ecke abgefälscht.

Seferovic sieht rot – im wahrsten Sinne des Wortes

In der 78. Minute schwächte sich die Eintracht zu allem Überfluss selbst: Seferovic wurde von Stark am Trikot gezogen und wischte dafür mit der Hand nach hinten. Er traf Stark dabei. Das Schiedsrichtergespann wertete die Szene nachvollziehbarerweise als Tätlichkeit und schickte den Eintracht-Stürmer vorzeitig zum Duschen.

Die Hertha kam nun vermehrt zu Kontern, spielte diese aber mit einem Mann mehr auf dem Platz nicht gut aus. Dennoch gelang den Hauptstädtern ein weiteres Tor: Nachdem Hradecky einen Plattenhardt-Schuss zunächst noch abwehren konnte, flankte der gerade erst eingewechselte Mittelstädt butterweich auf Darida, dessen wuchtiger Kopfball in den Maschen landete: 0:2 aus Eintracht-Sicht (83.). Mit zehn Mann konnte die Eintracht die Niederlage nicht mehr abwenden.

Fazit

Bittere Kiste: Nachdem die Eintracht im ersten Durchgang das bessere Team war und durch Rebic beinahe in Führung gegangen wäre, gelang ihr im zweiten Durchgang nicht mehr viel, der Hertha hingegen umso mehr: Sie ging durch ein kurioses und in dieser Form auch irreguläres Tor in Führung. Nachdem Seferovic wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen wurde, machte Darida für die Hertha alles klar.

Stimmen zum Spiel

Bastian Oczipka: "Wir haben in der ersten Hälfte ein gutes Spiel gemacht. Vor allem defensiv standen wir gut, haben nichts zugelassen und hätten eigentlich das Tor machen müssen. Leider ist uns das nicht gelungen. In der zweiten Halbzeit kamen das frühe Gegentor und später die Rote Karte. Da bricht dir so ein Spiel komplett weg. Wir bekommen gefühlt in jedem Spiel eine Rote Karte, das darf natürlich nicht sein. Diese Platzverweise sind schwer zu erklären, wir sind keine Treter-Truppe."

Makoto Hasebe, der die Eintracht in Berlin als Kapitän aufs Feld führte: "Das ist natürlich eine bittere Niederlage. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, waren in der zweiten aber insgesamt zu unkonzentriert. Die Hertha hat eigentlich gar nicht so viele Chancen, macht daraus aber eben trotzdem zwei Tore. Wir haben jetzt zwei Heimspiele hintereinander, dafür müssen wir im Kopf den Schalter umlegen und diese Spiele gewinnen."

Sportvorstand Fredi Bobic: "Wir haben vier wichtige Spieler, die uns fehlen, das muss man auch ganz klar einmal sagen. Vier Stammspieler zu ersetzen, ist für uns nicht so einfach. Dafür haben es die Jungs, die sehr jung waren, auf dem Platz richtig, richtig gut gemacht. Wir haben bis zum 1:0, von dem wir jetzt wissen, dass es ein irregulärer Treffer war, nichts zugelassen. Nicht einmal eine Torchance von der Hertha. Wir haben selbst die Chance, in Führung zu gehen und eigentlich hat es nach einem gefühlten Unentschieden ausgesehen. Dass da am Ende durch eine Rote Karte eine Niederlage draus wird, ist schade für uns, aber das wirft uns nicht um."

Sportdirektor Bruno Hübner: "Gerade in der ersten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht und waren klar die bessere Mannschaft. Eigentlich müssen wir auch in Führung gehen, aber dann macht Hertha aus dem Nichts das 1:0, das wiederum ein Stück weit irregulär war, weil unser Torhüter klar behindert wird in der Szene. Nichtsdestotrotz darf das Tor so überhaupt nicht fallen, später schwächen wir uns noch durch eine Undiszipliniertheit selbst und dann wird es schwer. Im Moment fehlt uns das Spielglück, das müssen wir uns einfach wieder erarbeiten. Unser Trainer wird das Positive aus dem heutigen Spiel mit in die neue Woche nehmen und dann können wir auch gegen Bielefeld und Freiburg bestehen."

SGE-Trainer Niko Kovac: "Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff und haben nicht viel zugelassen. Unser erster Fehler in der zweiten Halbzeit wird dann gleich bestraft. Der Führungstreffer ist zwar Abseits, aber der Schiedsrichter kann auch Elfmeter pfeifen. Der Platzverweis ist eine Dummheit und dafür wird der Spieler auch sanktioniert. Ich will das nicht schönreden, wir haben jetzt sechs Platzverweise und sind für die Leute die 'Treter-Truppe Nummer 1' in Deutschland."

 

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