Eintracht Frankfurt - Tottenham Hotspur

Champions League 2022/2023 - Vorrunde, Gruppe D, 3. Spieltag

0:0

Termin: 04.10.2022, 21:00 Uhr
Zuschauer: 50.500
Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien)
Tore: ./.

 

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Eintracht Frankfurt
Tottenham Hotspur

  • Trapp
  • Tuta
  • Hasebe
  • Ndicka
  • Jakic
  • Rode
  • Sow
  • Knauff
  • Lindström
  • Kamada
  • Kolo Muani

 


  • Lloris
  • Romero
  • Dier
  • Lenglet
  • Emerson Royal
  • Höjbjerg
  • Bentancur
  • Perisic
  • Richarlison
  • Son
  • H. Kane

 

Wechsel
  • Borré für Kolo Muani (57.)
  • Pellegrini für Rode (71.)
  • Dina Ebimbe für Lindström (87.)
Wechsel
  • R. Sessegnon für Perisic (71.)
  • B. Davies für Lenglet (71.)
  • Bryan für Richarlison (78.)
Trainer
  • Oliver Glasner
Trainer
  • Antonio Conte

 

 

Voller Einsatz, keine Treffer

Frankfurt und Tottenham trennen sich an einem höchst intensiven Champions-League-Abend 0:0. Es war eines der attraktiveren Sorte.

Im ersten von zwei aufeinanderfolgenden Duellen innerhalb von acht Tagen verzichteten beide Seiten weitgehend auf Überraschungen beziehungsweise Experimente. Tottenham Hotspur formierte sich wie erwartet im Haus- und Hofsystem 3-4-3, Eintracht Frankfurt setzte dem das zuletzt erfolgreich praktizierte 3-4-2-1 entgegen. Den leicht am Knöchel verletzten Mario Götze ersetzte der beim 2:0 gegen Union Berlin über eine Stunde geschonte Djibril Sow. Daichi Kamada rückte dafür auf die offensive Halbposition. Außerdem erhielt der wiedergenesene Kristijan Jakic das Vertrauen auf der rechten Seite, Ansgar Knauff rotierte auf die linke Schiene, Luca Pellegrini auf die Bank.

Von Beginn an entwickelte sich vor 50.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion ein intensiver wie stimmungsvoller Schlagabtausch des amtierenden Europa-League-Gewinners mit dem Champions-League-Finalisten von 2019. Beiden Lagern war anzumerken, dass an diesem Dienstagabend wenig zu verlieren, aber angesichts der Punktgleichheit vor dem Rückspiel eine möglicherweise richtungsweisende Ausgangslage zu gewinnen war.

Die nach der Auslosung als tendenzieller Favorit auf den Gruppensieg ausgemachten Nordlondener sollten im ersten Durchgang etwas mehr vom Spiel haben, doch kaum ein signifikantes Chancenplus erzielen.

Die ersten Annäherungen hatten Emerson (6.) und nach einer Freistoßfinte Heung-Min Son (12.), die aber beide deutlich verzogen. Der in der Anfangsviertelstunde kompakt, doch eher tief verteidigende Gastgeber traute sich nach der ersten überstandenen Drangphase mehr aus der Deckung.

Eine Kombination über Knauff und Jesper Lindström gelangte schlussendlich zu Rode, dessen Abschluss die erste Ecke einbrachte (18.). Diese fand am langen Pfosten Randal Kolo Muani, dessen Kopfball zwar wenig Druck, aber per Aufsetzer genug Gefahr hatte, damit Hugo Lloris auf Kosten des nächsten Eckstoßes fausten musste (19.). Im dritten Anlauf ließ der im Rückraum lauernde Djibril Sow die Kugel auf Lindström passieren, der Siegtorschütze aus Marseille zielte aus verheißungsvoller Lage aber in die Londoner Deckung (20.).

Danach waren beiderseits die Antennen umso empfindlicher, mögliche Nadelstiche vereitelten die konzentrierten Kontrahenten meist im Ansatz. Einzig die individuelle Klasse von Harry Kane (28.) und Son (40.) war nicht komplett einzudämmen, beide verfehlten den Kasten von der Strafraumkante um Haaresbreite. Kurz vor dem Pausentee blockte Jakic gegen den links herangerauschten Landsmann Ivan Perisic (43.).

Nach dem Seitenwechsel ließ der Premiere-League-Dritte nicht locker, doch Frankfurt vermochte der physischen britischen Gangart noch mehr entgegenzusetzen – und aus den blitzartigen Gegenstößen beinahe Kapital zu schlagen. Die zweite Halbzeit war keine fünf Minuten jung, als Sow den diagonal in den Sechzehner gestarteten Knauff per Chip bediente, der U21-Nationalspieler freistehend aus der Drehung in Lloris seinen Meister fand (50.). Im Gegenzug retteten die Hessen mit vereinten Kräften gegen Kane (51.), ehe Lindström nach energischer Balleroberung von Rode seinen Schuss einen Tick zu hoch ansetzte (60.). Ähnlich erging es Kamada mit seinem Schlenzer nach feiner Verlagerung von Sow (76.).

Auch die Trainer blieben nicht tatenlos und versuchten, mit Spielerwechseln frische Impulse von draußen zu setzen. Rafael Santos Borré kam für Kolo Muani (57.), Pellegrini für Rode (71.) und Éric Junior Dina Ebime für Jesper Lindström (87.). In der Schlussphase schienen die Hausherren fast etwas mehr Pfeile im Köcher zu haben, entscheidende Durchschlagskraft entwickelte dennoch keines der Teams, sodass am Ende ein 0:0 steht, das keinen wirklichen Verlierer, aber durchaus Tore verdient gehabt hätte.

Stimmen zum Spiel

Sportvorstand Markus Krösche: Im Großen und Ganzen haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und gegen eine sehr starke Mannschaft wenig zugelassen. Das ist ein Entwicklungsschritt im Vergleich zum Heimauftakt gegen Lissabon. Insgesamt haben wir wenige Fehler gemacht, sind aber auch im Spielaufbau ruhig geblieben und haben in den richtigen Momenten das Tempo rausgenommen. Zum Schluss hatten wir wegen schwindender Kräfte den einen oder anderen Ballverlust, das gehört einfach dazu. Vier Punkte sind eine gute Ausgangslage vor dem Rückspiel.

Cheftrainer Oliver Glasner: Gratulation an die Spieler, das war ein sehr guter Auftritt. Jeder hat die Qualität von Tottenham gesehen. Beide Teams hatten Chancen, das Remis geht in Ordnung. Wir haben über weite Strecken Paroli geboten, waren mutig und haben uns immer wieder aus dem Druck befreit. Wir können sehr gut mit dem Punkt leben. Makoto hat es großartig gemacht gegen diesen Weltklassestürmer. Wir haben Selbstvertrauen gezeigt, unser Positionsspiel war gut und wir haben sehr gut mit wenigen Kontakten gespielt. Die Verteidigungsintensität von Tottenham hat uns sehr gefordert. Du brauchst diese Spiele, um dich daran zu gewöhnen. In der zweiten Halbzeit haben wir es phasenweise besser gemacht als in der ersten. Über die Gruppe bestätigt sich, was alle Trainer sagen: Sie ist sehr ausgeglichen, alles ist möglich. Am Ende werden vielleicht die direkten Vergleiche zählen. Um das gegen Tottenham zu gewinnen, wollen wir in London drei Punkte holen.

Sebastian Rode: Es war ein schweres, enges Spiel über 90 Minuten. Die Gruppe wird spannend bis zum Schluss, es ist brutal eng. Marseille hat gewonnen, alle müssen bis zum letzten Tag aufpassen. Die Fans waren wieder überragend. Wir brauchen ihre Unterstützung, das wissen sie. Nächste Woche geht es nach London, wo wir beim letzten Mal gegen West Ham einen Sieg geholt haben. Das möchten wir auch bei Tottenham schaffen. Nach dem bitteren 0:3 im ersten Heimspiel, als wir alle auch ein bisschen überwältigt waren, sind wir mittlerweile in der Champions League angekommen. Nächste Woche wird Mario wieder eine Option sein. Wir glauben an unsere Chance in dieser Gruppe und werden alles geben. Auch bei Tottenham werden wir mutig spielen und versuchen etwas mitzunehmen.

Kevin Trapp: Es war zwar ein 0:0, aber eines auf gutem Niveau. Mit Ansgar hatten wir vielleicht die beste Möglichkeit im Spiel. Wir nehmen mit, dass wir auch gegen solch eine Mannschaft eine Chance haben. Bei der Atmosphäre war wieder Gänsehaut angesagt für jeden von uns. Mit Harry Kane und Heung-min Son haben sie Spieler in der Offensive, die aus dem Nichts gefährlich sein können. Wir haben gewusst, dass sie versuchen werden, mit einem Kontakt klatschen zu lassen und schnell in die Tiefe zu kommen. Das ist nicht immer zu verteidigen, wir haben es aber dennoch gut gemacht. Wir haben weiterhin alle Chancen in der Gruppe. Ich glaube, Tottenham hat mehr Druck als wir, sie müssen eigentlich diese Gruppe gewinnen vom Anspruch her. Wir sind aber selbstbewusst genug, um auch bei Tottenham unsere Stärken auszuspielen und dort etwas zu holen.

Ansgar Knauff: In der ersten Halbzeit hatte Tottenham die besseren Chancen, nach der Pause war es ausgeglichen. Über das gesamte Spiel gesehen geht das 0:0 in Ordnung. Ich hatte eine gute Chance nach einem guten Ball von Djibi. Ärgerlich, dass ich ihn nicht reingemacht habe. In der Gruppe ist alles eng beieinander, jeder kann weiterkommen. Deshalb setzen wir in London alles daran, drei Punkte einzufahren. Wenn wir unsere Leistung in dieser Weise abrufen, haben wir die Chance, weiterzukommen.

Antonio Conte (Cheftrainer Tottenham Hotspur): Wir haben eine gute Leistung gezeigt, die uns Selbstvertrauen gibt. Es war nicht leicht in diesem Stadion mit diesem Lärm, die Jungs haben Persönlichkeit gezeigt. Du musst auswärts noch stärker sein. Wir haben versucht, in allen Zonen aggressiv zu sein, die Zweikämpfe anzunehmen und Chancen herauszuspielen. Das ist uns gut gelungen, wir waren gut organisiert. Aber wir müssen klarer in den Aktionen sein. Fußball ist einfach: Du musst Tore schießen, um zu gewinnen. Ansonsten gibt’s maximal ein Remis. Das ist heute für beide Seiten verdient. Ich bin natürlich optimistisch, dass wir weiterkommen. Dafür brauchen wir Selbstvertrauen. Unsere Fans werden in den beiden verbleibenden Heimspielen eine große Unterstützung sein.

 

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Bericht und Fotos von www.eintracht.de

 

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