19.06.2006

Samstag, der 29.05.1999 - Ein Tag, den ich niemals vergessen werde!

So ca. 3 Wochen vor diesem Spiel der Eintracht gegen Lautern, das mein Leben total verändern sollte, standen die Zeichen für mich eher schlecht. Hatte ich doch laut Dienstplan, an diesem Tag von 06:00 – 18:00 Uhr Dienst. Das Schlimme daran, ich fand damals ums Verrecken niemand, der mit mir tauschen oder gar den Dienst übernehmen wollte.

Was blieb mir anderes übrig, als mich dem Schicksal zu fügen und mich damit abzufinden, dieses Spiel auf keinen Fall im Waldstadion mitzuerleben. Was ich damals empfand, war irgendwas zwischen Trauer, Zorn und Ohnmacht; es war ein Gefühl, das ich aus meiner Kindheit kannte, wenn mir mein Vater etwas verboten hatte und es nicht für notwendig erachtete, mir eine Erklärung zu geben.

Der besagte Spieltag kam immer näher und ich wurde immer nervöser und wohl auch aggressiver. Um mich ein wenig abzureagieren, schnallte ich mir am Mittwoch vor dem Spiel meine Inline-Skates an und fuhr mit einigen Freunden ein paar Runden, dabei wurde es immer wilder und wilder und es kam, wie es kommen musste, ich übersah auf der Strecke ein Loch, wollte diesem im letzten Moment ausweichen, kam ins Schleudern fiel hin und überschlug mich. Dabei brach ich mir den rechten Unterarm.

Ich muss noch erwähnen, dass ich damals wegen meiner Dienste keine Dauerkarte hatte und ich mir auf Grund der negativen Aussichten auch keine Eintrittskarte für dieses Spiel besorgt hatte. Nun brauchte (konnte) ich zwar keinen Dienst zu machen an diesem Tag, doch zu dem Spiel konnte ich auch nicht, es war damals auch absolut illusorisch für dieses Spiel noch irgendwo eine Karte aufzutreiben.

So beschloss ich, an diesem Samstag eine Fußball-Grill-Party zu schmeißen. Als die Übertragung des Spieles anfing, waren meine Kumpels und ich schon in recht guter Stimmung und ich dachte an diesem Tag, dass nur der Abstieg meiner geliebten Eintracht diesen Tag verderben konnte. Doch auch an diesem Tag sollte nicht alles so laufen, wie ich es gerne gehabt hätte.

Plötzlich kam aus dem Haus meine damalige Frau, sie meckerte massiv wegen des lauten Radios, dass wir schon wegen der Stimmung gut aufgedreht hatten. Ein Wort gab das andere und ich wurde so wütend, dass ich ihr Dinge an den Kopf warf, die man besser nicht sagt.

Es war damals der Anfang vom Ende und ca. 1 ½ Jahre später waren wir geschieden. Meine Kumpels und ich ließen uns damals nicht weiter beeindrucken, grölten und feierten so ausgelassen, bis wir unsere ganzen Vorräte weggeputzt hatten und keiner mehr gerade auf seinen Füßen stehen konnte.

Dass ich am nächsten Tag nicht mehr viel von dem Zwischenfall wusste, interessierte meine damalige Frau nicht mehr. Später traf ich mal einen Eintracht-Fan, dem es ähnlich ergangen war. Der sagte ganz trocken: „Die Frau kann man wechseln, den Verein nicht“!

big_strider


 

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