Inter Bratislava - Eintracht Frankfurt

Intertoto-Runde 1966/1967 - Finale, Hinspiel

2:3 (2:1)

Termin: 16.05.1967
Zuschauer: 4.000
Schiedsrichter: Huber (Schweiz)
Tore: 1:0 Lewiczky (10.), 1:1 Jürgen Friedrich, (22.), 2:1 Oblozinsky (27.), 2:2 Peter Blusch (63.), 2:3 Jürgen Grabowski (66.)

 


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Inter Bratislava Eintracht Frankfurt

  • Fuele
  • Deutsch
  • Weiß
  • Dr. Bubernik
  • Dano
  • Molnar
  • Gabornik
  • Lewiczky
  • Krwac
  • Oblozinsky
  • Ondrasik

 


 

Wechsel
Wechsel
Trainer
Trainer

 

 

Blusch begeisterte in Abwehr und Angriff

Inter Preßburg — Eintr. Frankfurt 2:3 (2:1)

Auch ohne Jusufi, Solz und Huberts schafften sich die Frankfurter für das zweite Endspiel der Intertotorunde (voraussichtlich 18. 6. in Frankfurt) eine hervorragende Ausgangsposition. Es müßte schon allerhand schiefgehen, wenn der Rappan-Pokal nicht in den Trophäenschrank am Riederwald wandern sollte.

Die slowakischen Gastgeber mußten zwar mit dem für ein Probespiel der Nationalmannschaft abgestellten Szikora ihren wichtigsten Spieler ersetzen, aber gegen eine voll aufspielende Eintracht wären sie sicherlich auch mit kompletter Elf nicht um eine Niederlage herumgekommen. Nur vor der Pause hatten die Gäste Schwierigkeiten, und das lag vor allem am Wetter. Stundenlanger Regen, der auch während der Begegnung nur kurz aussetzte, hatte den Rasen stellenweise in einen Sumpf verwandelt. Auf einem solchen Untergrund war es für einen so stabilen Mann wie beispielsweise Eintrachts linken Verteidiger Schämer schwer, die Balance zu halten. Deshalb hatte auch der in der 4-2-4-Formation Preßburgs stürmende Lewiczky einige glänzende Szenen in der ersten Hälfte. Er erzielte nicht nur den Führungstreffer der Hausherren mit einem wuchtigen Schrägschuß aus ganz spitzem Winkel à la Rahn, sondern bereitete auch nach dem Ausgleich von Friedrich auf Vorarbeit des jungen Abbe das 2:1 (durch Oblozinsky) vor. Bei beiden Treffern schien Eintrachts Schlußmann Kunter nicht ganz im Bilde. Doch diesen unglücklichen Eindruck verwischte er mit einer Serie glänzender Paraden nach dem Wechsel und am Schluß, als seine Vorderleute schon sehr langsam traten, um sich im Hinblick auf kommende Bundesligaaufgaben zu schonen, rettete Kunter sogar den knappen Sieg. Blusch, der einen „Trick-Freistoß" aus 25 Metern zum 2:2 verwandelte und damit für die endgültige Entscheidung zugunsten der Gäste sorgte, war der herausragende Spieler in einer Elf, die nur auf dem linken Flügel mit Lotz schwächer besetzt war. Der Ex-Schweinfurter Kraus war in der Verteidigung ein guter Ersatz für Jusufi.

Der verdiente Sieg wurde den Frankfurtern auch von ihren Gegnern bestätigt. Preßburgs Kapitän, der promovierte Jurist Bubernik, kündigte allerdings für das Rückspiel in Frankfurt eine bessere Leistung seiner Mannschaft an. „Verloren geben wir den Rappan-Pokal noch nicht. Mit Szikora wird alles ein wenig anders aussehen."

Frankfurts Trainer Elek Schwartz schimpfte über das Führungstor der Hausherren. Es fiel aus klarer Abseitsstellung. Im übrigen lobte der Frankfurter Coach bei den technisch glänzenden, aber etwas langsamen Slowaken ihre Fairneß. „Sie wollten Fußballspielen und gingen nicht auf die Knochen." ('Sport-Magazin' vom 18.05.1967)

 

 


 

 

Eintracht Frankfurt gewann erstes Finale im Rappan-Pokal

Keine Angst vor schweren Spielen!

Zwischenfall bei der Zwischenlandung: Rätsel um Huberts

„Wer heute im internationalen Fußball bestehen will, muß in der Lage sein, auch zwischen dem Meisterschaftsprogramm schwere Spiele zu absolvieren!" Mit diesen Worten begegnete Frankfurts Trainer Elek Schwartz den in letzter Zeit aufgekommenen Vorwürfen, die Mannschaft sei auf Grund vieler Verpflichtungen überfordert.

Zehn Tage nach einem Gastspiel in der amerikanischen Bundeshauptstadt Washington (4:3-Sieg über den brasilianischen Pokalsieger Cruzeiro Belo Horizonte) und zwischen zwei schweren Bundesligaspielen in Hamburg und Bremen bestätigte die Eintracht-Mannschaft die These ihres Trainers: Im ersten der beiden Endspiele um den Rappan-Pokal wurde Inter Preßburg auf eigenem Platz vor 4000 Zuschauern bei strömendem Regen mit 3:2 Toren besiegt.

"Wir hatten eigentlich nur mit einem Unentschieden gerechnet!", sagte Elek Schwartz nach dem Spiel. Schließlich fehlten mit den verletzten Huberts und Solz sowie Jusufi drei Stammspieler. Durch eine gute Leistung in der zweiten Halbzeit kam die Eintracht durch Tore von Friedrich, Blusch und Grabowski (seinen Schuß fälschte Inter-Verteidiger Weiss ins eigene Netz) sogar zu einem Sieg und benötigt nun beim Rückspiel in Frankfurt am 18. Juni nur noch einen Punkt zum Gewinn des Rappan-Pokals. Frankfurt wäre der erste Cupgewinner des DFB in diesem Wettbewerb. Die Frankfurter, deren beste Spieler Torhüter Kunter, Schämer und Grabowski waren, tanzen also weiter auf drei Hochzeiten. Denn neben dem Gewinn der Bundesligameisterschaft und des Rappan-Pokals lockt noch der Sieg im Messepokal. Hier erreichten die Frankfurter das Halbfinale und treffen am 7. Juni (in Frankfurt) und 14. Juni auf Dynamo Zagreb.

Allerdings werden die Frankfurter in Anbetracht der vielen Termine wahrscheinlich auf die Teilnahme am Alpenpokal verzichten. Denn die Spieler, die den vielen Verpflichtungen übrigens positiv gegenüberstehen, sollen wenigstens ihren verdienten Sommerurlaub haben. Willi Huberts, der trotz seines Muskelfaserrisses mit nach Preßburg gefahren war (um in den Händen des Masseurs zu bleiben), stand bei einem kurzen Zwischenaufenthalt in Wien im Mittelpunkt vieler Diskussionen, Eine große Wiener Zeitung hatte nämlich am gleichen Tag in Schlagzeilen von der Verpflichtung Willi Huberts zu Wacker Innsbruck berichtet. Der Ex-Österreicher verhandelt noch immer mit der Eintracht wegen eines Dreijahresvertrages. Doch will die Eintracht bisher nur einen Zweijahresvertrag anbieten.

An Wacker Innsbruck ist nichts Wahres dran. Doch ist Huberts entschlossen, nur dann bei der Eintracht den Vertrag zu verlängern, wenn er auf drei Jahre datiert ist. Es haben schon einige andere Bundesligaklubs bei dem Ex-Grazer angeklopft. Der Abstecher in Preßburg war Frankfurts 60. Spiel in dieser Saison. Ein „Rekord", wie ihn keine andere Bundesliga-Elf aufweist. ('Kicker' vom 22.05.1967)

 

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