SG Praunheim - TuS Ahrbach

Bundesliga, Staffel Süd - 11. Spieltag

4:1 (2:1)

Termin: 06.03.1994
Zuschauer: 300
Schiedsrichter: Christel Zdunek (Sandhausen)
Tore: 1:0 Jones (19.), 1:1 Petry (22.), 2:1 Walter (26.), 3:1 Palus (63.), 4:1 Bornschein (90.)

 

 

>> Spielbericht <<

SG Praunheim TuS Ahrbach

  • Susanne Becker
  • Astrid Hasche
  • Sissy Raith
  • Lisa Häusler
  • Anastazja Kubiak
  • Pia Wunderlich
  • Steffi Jones
  • Katja Bornschein
  • Edit Kern (87. Silke Schäfer)
  • Grazyna Palus
  • Martina Walter (46. Simone Damerau)

 


  • Christine Francke
  • Bettina Berens
  • Susanne Kremer
  • Cornelia Dietzel
  • Silvia Mader
  • Nicole Ferber
  • Stephanie Deurer
    Elfrun Wende
  • Annette Limbach
  • Marija Damjanovic (60. Melanie Lasrich)
  • Kerstin Petry

 

Trainer

  • Monika Staab

Trainer

  • Detlef Tank

 

 

Wie am Schnürchen

Mit großem Respekt vor einem vermeintlich starken Gegner betraten die Bundesligistinnen der SG Praunheim bei ihrer ersten Rückrunden-Begegnung den Rasen. Das Heimspiel gegen die TuS Ahrbach — in der Hinrunde war für die favorisierten Frankfurterinnen lediglich ein 1:1 herausgesprungen — entpuppte sich jedoch von Beginn an als klarer Fall für die Gastgeber. Das mit Nationalspielerinnen gespickte Team der SG Praunheim wurde seiner tonangebenden Rolle als Tabellenführer in einer Weise gerecht, die am Ende nichts anderes nach sich ziehen konnte als einen deutlichen Sieg.

Das Endergebnis von 4:1 war der logische Schluß eines einseitigen und überlegen geführten Spiels. Nachdem Steffi Jones auf Zuspiel von Grazyna Palus das 1:0 besorgt hatte, lief es für die Praunheimerinnen wie am Schnürchen. Aus einem unablässig nach vorne orientierten Mittelfeld heraus, das immer wieder von Sissy Raith, der erfahrenen Libera, Unterstützung erhielt, erspielten sich die Meisterschaftsanwärterinnnen Chance um Chance. Zwar kamen die verunsicherten Ahrbacherinnen durch Kerstin Petry überraschend zum Ausgleich, doch war dies für die SG Praunheim kein Grund, die Offensive aufzugeben.

Ungerührt aller Ahrbacher Störversuche fand der Ball, zuerst durch einen Weitschuß von Pia Wunderlich und später mit Hilfe der Gäste-Torfrau Christina Francke, die das Leder nur abklatschen konnte, durch Grazyna Palus zwei weitere Male den Weg im Netz.

Als Melanie Lasrich, die derzeit einzige Nationalspielerin der TuS Ahrbach, Mitte der zweiten Halbzeit ins Spiel kam, ging zwar noch ein kleiner Ruck durch die Reihen der Rheinländerinnen. Doch der Versuch, den bislang durch konsequentes Forechecking vereitelten Angriffsversuchen zum Durchbruch zu verhelfen, endete jeweils knapp hinter der Mittellinie. Schließlich machte Katja Bornschein mit dem 4:1 alles klar. (FR vom 07.03.1994)

 

Polin Grazyna Palus bringt Praunheim Profit

So hat sich das Detlef Tank nicht vorgestellt: „Is et denn wahr? Das ist Schwachsinnsfußball“, kommentierte der Trainer der TuS Ahrbach an der Seitenlinie das Bundesligaspiel seiner Frauen gegen den Tabellenführer der Südgruppe, die SG Praunheim. Tips, wie seine Spielerinnen es besser machen könnten, hatte Tank nicht parat. Zumindest erwiesen sich Zurufe wie „Leute, macht euch frei im Kopf“, oder „steckt den Kopf nicht in die Erde“, als „taktische“ Anweisungen, die die Westerwälderinnen nicht umsetzen konnten. Ahrbach verlor vor 200 Zuschauern am Praunheimer Hohl 4:1.

Seine Kollegin Monika Staab hatte wenig Grund, sich über das Spiel zu beklagen. Zunächst brachte Nationalspielerin Stefanie Jones den Tabellenführer in der 15. Minute in Führung. Der Weg war der Nationalspielerin von Grazyna Palus freigemacht worden. Erst beschäftigte die Polin die gesamte Ahrbacher Abwehr alleine, dann spielte sie einen genauen Paß auf die freistehende Stefanie Jones, die dann keine Schwierigkeiten mehr hatte, den Ball ins Tor zu schießen. Sieben Minuten später erzielte Ahrbach durch Kerstin Petry den Ausgleich. Die einzige Sturmspitze bei Ahrbach in der ersten Halbzeit - in der zweiten kam noch Melanie Lasrich ins Spiel - profitierte dabei von einem Fehler der Praunheimer Torfrau Susi Becker. Von dem schwachen Moment ihrer Torfrau ließen sich die Frankfurterinnen aber nicht verunsichern. In der 26. Minute stellte Martina Walter die Führung für die Heimmanschaft wieder her, die fortan den Tabellenfünften beherrschte.

Die zweite Halbzeit begann fast wie die erste. Diesmal profitierte Grazyna Palus von der Vorarbeit einer anderen. Vermutlich wäre schon der Schuß von Edit Kern im Tor gelandet. Die polnische Nationalspielerin streckte ihren Fuß aber noch in den Weg des Balles, so daß ihr das Tor in der 63. Minute gutgeschrieben wurde. Das gönnte ihr wohl jeder an diesem Tag. Bisher war Grazyna Palus, vor Saisonbeginn neu hinzugekommen, in ihrer Mannschaft nicht allzuviel gelungen. Jetzt aber habe „Gucho“, wie sie genannt wird, „ihre Sprachbarrieren überwunden“, sagt Monika Staab - und spielt nun auch besser. Für die Rückrunde wird noch einiges von der 21 Jahre alten kaufmännischen Angestellten erwartet.

Alle Erwartungen hat bisher Katja Bornschein erfüllt. Die torgefährlichste Spielerin der Praunheimerinnen zeigte zum Rückrundenauftakt nicht ihr bestes Spiel. Obwohl ihre Gegenspielerin Stephanie Deurer immer respektvoll Abstand hielt, setzte sich der Linksaußen kaum in Szene. Bis zur 90. Minute. Da gelang der Stürmerin ihr fast schon obligatorisches Tor zum 4:1-Endstand.

„Is et denn wahr?“, die Frage konnte Trainer Tank nach dem Spiel beantwortet werden. Es ist wahr, die angestrebten Halbfinalspiele um die deutsche Meisterschaft sind für Ahrbach mit solchen Leistungen nicht zu erreichen. Praunheim dürfte auf dieselbe Frage die Antworten in den nächsten beiden Auswärtsspielen finden. Diesen Sonntag muß die SG nach Sindelfingen, eine Woche später nach Saarbrücken. Zu Hause spielen die Hessinnen ohne Frage stark und bleiben daher Titelanwärter. (FAZ vom 07.03.1994)

 

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