Tura Leipzig - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1935/36

4:1 (1:1)

Termin: 21.09.1935
Zuschauer: 7.000
Schiedsrichter: Stehmann (VfB Leipzig)
Tore: 1:0 Willy Schmidt (10.), 1:1 Adam Schmitt (15.), 2:1 Herbert Schmidt (50., Elfmeter), 3:1 Weidner (70.), 4:1 Willy Schmidt (80.)

 

>> Spielbericht <<

Tura Leipzig Eintracht Frankfurt

  • Heinz Croy
  • Schindler
  • Werner Brembach
  • Heinrichr Reidel
  • Paul Drobig
  • Darnstädt
  • Willy Schmidt
  • Joachim Weidner
  • Rühlemann
  • Herbert Schmidt
  • Willi Lindner

 


 

Wechsel
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Trainer
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Eintracht in Leipzig 4:1 geschlagen

Von jeher war die Frankfurter Eintracht in des Messe- und Sportstadt Leipzig ein gern gesehener Gast, und so war es selbstverständlich, daß sich zum Samstagsspiel gegen Tura ungefähr 7000 Zuschauer eingefunden hatten. Diese kamen insofern auf ihre Rechnung, als es der zur Bezirksklasse gehörenden Tura, einer Firmenmannschaft, gelang, die Frankfurter sicher zu schlagen. Mag das Ergebnis an sich schon in Frankfurt überraschen, so wird die Nachricht, daß der Sieg der Leipziger unstreitig ganz verdient gewesen ist, noch mehr aufhorchen lassen. Haben sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit noch einigermaßen die Waage gehalten, so hatten die Leipziger nach der Pause teilweise wesentlich mehr vom Spiel und konnten ihre Ueberlegenheit auch zahlenmäßig zum Ausdruck bringen, im Gegensatz zu den Gästen, die in den zehn Minuten, in denen sie den Ton angaben, keinen Treffer erzielten.

Mit besonderer Spannung verfolgten die Zuschauer das Spiel nicht zuletzt deshalb, weil sich Eintracht vollkommen auf das Nerz-System umgestellt hatte. Leis, wohl der beste Mann in der Gäste-Elf, war oft sogar hinter den beiden Verteidigern Konrad und Tiefel zu sehen. Als dann Leis mehr aus sich heraus ging und auf Angriff spielte, da war die Entscheidung allerdings bereits gefallen. Wenn die Frankfurter schließlich mit einer umso schwereren, weil vollkommen unerwarteten Niederlage die Weiterreise nach Erfurt antreten müssen, so vor allen Dingen deshalb, weil der Sturm, und da wiederum besonders das Innentrio Mantel, Schmidt, Möbs viel zu schwerfällig arbeitete.

Immer und immer wieder wurde der Ball weitergegeben, anstatt daß man einen herzhaften Schuß aufs Tor gejagt hätte. Stubb auf dem linken Flügel war viel schwächer, als man ihn als Verteidiger gewohnt ist; auf der rechten Seite konnte der nach der Pause eingetretene Trumpler kaum mehr zeigen als Berger 2 zuvor.

Gut, wenn auch nicht überragend, war Gramlich, äußerst fleißig Fürbeth. Winkler im Tor konnte lediglich einen der vier Treffer verhüten. Tura überraschte in jeder Hinsicht nach der angenehmen Seite und ersetzte das, was an sportlichem Können der Mannschaft erklärlicherweise fehlt, diesmal ebenso durch einen ungeheuren Eifer wie damals, als der Bundesmeister Schalke 04 mit 2:1 geschlagen wurde.

Das Spiel selbst brachte Tura zehn Minuten nach Beginn durch den Rechtsaußen Schmidt den ersten Treffer, den jedoch dessen Namensvetter auf der Frankfurter Seite umgehend wettmachte. Bald nach Beginn der zweiten Spielhälfte brachte ein von Tiefel gänzlich unnötigerweise verwirkter und von Herbert Schmidt verwandelter Elfmeter die Leipziger erneut in Führung. In der 70. Minute beging Winkler den einzigen Fehler, indem er einer Flanke des nach Rechtsaußen gegangenen Leipziger Halbrechten Weidner ins Tor ließ. Zehn Minuten vor Schluß erzielte Herbert Schmidt nach guter Vorlage des ehemaligen Frankfurter Spielers Lindner das vierte Tor für Tura, dem Eintracht trotz sichtlicher Ueberlegenheit in den Schlussminuten nichts entgegenstellen konnte.      Ch. (aus dem 'Frankfurter Volksblatt' vom 22.09.1935)

 

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