TuRU Düsseldorf - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1935/36

4:2 (1:1)

Termin: 12.04.1936
Zuschauer: 3.000
Schiedsrichter:
Tore: 1:0 Blaß (16.), 1:1 Hans Stubb (40., Foulelfmeter), 2:1 Blaß (55.), 2:2 Adam Schmitt (68.), 3:2 Brüll, 4:2 Blaß

 

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TuRU Düsseldorf Eintracht Frankfurt

 


 

Trainer
  • Georg Hochgesang
Trainer

 

Turu Düsseldorf - Eintracht Ffm. 4:2

Vor 3000 Zuschauern trug die Frankfurter Eintracht, von Braunschweig kommend, am Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen Turu Düsseldorf aus. Die Frankfurter erschienen ohne Leis, Weigand und Möbs mit Zipp als Mittelläufer, Trumpler am linken und Gerth am rechten Flügel; die Düsseldorfer hatten den Halbrechten Eumann ersetzt.

Die Frankfurter enttäuschten vor allen Dingen im Sturm und hier besonders auf der rechten Seite. A. Schmitt als weit vorgeschobener Mittelstürmer konnte nur selten von seiner Schußkraft Gebrauch machen und Trumpler stand, wenig eingesetzt von Groß, am linken Flügel auf verlorenem Posten. Bester Spieler der Mannschaft war Hugo Mantel, der selbst Gramlich übertraf. Zipp war ein glatter Ausfall. Die Hintermannschaft Stubb-Conrad-Schmitt war bis auf einige Schnitzer gut.

Bei Turu war vor allem der große Einsatz der ganzen Mannschaft hervorzuheben. Sehr gut gefiel die Abwehr, in der Läuferreihe überragten die Außenspieler und im Sturm war der Halblinke Blaß der beste Mann. Schwächster Stürmer war der Halbrechte Boomers, durch dessen Ausfall sich auch Brüll am rechten Flügel nicht entfalten konnte.

Turu führte in der 16. Minute durch Flachschuß von Blatz, der Ausgleich fiel fünf Minuten vor der Pause durch einen an Trumpler verschuldeten, von Stubb verwandelten Elfmeter. In der 10. Minute schoß Blatz den zweiten Treffer, aber Schmitt glich in der 23. Minute wieder aus. In der letzten Viertelstunde schaffte Turu mit schönem Endspurt durch Brüll und Blatz noch zwei Tore, die zum Endergebnis führten. (aus dem 'Frankfurter Volksblatt' vom 14.04.1936)

 

 


 

 

Turu Düsseldorf — Eintracht 4:2

Hochgesang-Schüler in Kampflaune
Durchreißer Blaß schoß drei Tore
Bester Eintrachtmann: Mantel

Es hat eine Zeit gegeben, da war der Name Eintracht Frankfurt im deutschen Fußballsport ein Begriff, wurde in einem Atemzuge mit den Großen der Fußballgeschichte genannt, soweit sie nicht über die deutschen Grenzen hinausging. Die Zeit war... Es ist manches von der Eintracht der Jahre 1923 und 1933 geblieben, aber die ungezwungene Eleganz des Spieles, die Art mit dem Fußball und dem Gegner zu spielen, beherrschen nur noch Gramlich und Mantel. Gegen Mannschaften, die mit großem Krafteinsatz an ihre Aufgabe herangehen, ist für Eintracht Frankfurt sehr schwer etwas zu machen. Und wer das 2:4 in Düsseldorf erlebte, der kann auch das 1:4 von Worms verstehen. Es ist nicht allein Ausdruck des Fehlens von Möbs, es ist typisch für die Eintracht von heute.

Leichter Regen, zwischendurch Schneeschauer, eine matt-düstere Stimmung, die so gar nicht zu Ostern paßte. Und so kamen nur 3000 Unentwegte (wie man so gerne sagt!). Sie waren etwas enttäuscht, als das Fehlen von Leis und Möbs (den man als sicher angekündigt hatte!!) bekannt wurde, sie waren noch mehr enttäuscht, als diese Eintracht im Sturm hilflos spielte, nur selten einmal wirklich gute Kombinationszüge zeigte. Und sie freuten sich über Turu Düsseldorf.

Schorsch Hochgesang hat seine Schüler ausgezeichnet zusammen, ist gut über einige Wochen schwerster Krise hinweggekommen und kann sich mit dieser Mannschaft sehen lassen. Der Sieg über Eintracht ist ein Erfolg des großen Einsatzvermögens, dem eine solide Beherrschung des Balles und des Spieles die gute Grundlage gibt. Die Läuferreihe ging entschlossen in die zu engmaschig angelegte Zusammenarbeit der Süddeutschen, erschwerte ihr die Ausarbeitung schon in den ersten Zügen. Ausgezeichnet war weiter der linke Verteidiger Albrecht, der keinen Augenblick das Gefühl für die Situation verlor. Der Sturm hatte in Blaß einen sehr energischen Durchreißer, allerdings in Graf und Boomers auch schwache Punkte.

Über Eintracht Frankfurt ist einleitend eigentlich schon alles gesagt, was zu sagen ist. Mit diesem weichen, auszugsweise sogar zaghaften Stürmerspiel wird die Mannschaft am kampfgewohnten Niederrhein nicht viel erreichen können. Wirkungsvollster Spieler war Mantel, der tatsächlich einen großen Formaufstieg zu verzeichnen hat, sich vor allen Dingen gut einsetzte, aber mit diesem Vorhaben anscheinend selbst bei seinem international erprobten Kampfgenossen Gramlich keine allzu große Gegenliebe fand.      Bert (aus dem 'Fußball' vom 14.04.1936)

 

 


 

 

Bei TRU. Düsseldorf weilte Eintracht Frankfurt und verlor 2:4. Die TRU., die Schorsch Hochgesang trainiert, ist vielleicht im Augenblick die formstärkste Elf, die der Niederrhein neben Fortuna hat. 3000 Zuschauer mußten das am Ostersonntag bestätigen. Bei Eintracht überragte Hugo Mantel, der hervorragende linke Läufer, der noch besser als Gramlich Rudi war. In der Deckung trat besonders neben Conrad auch der etwas behäbig gewordene Hennes Stubb hervor. Den fehlenden Mittelläufer Leist ersetzte Zipp schlecht und recht. Für Weigand mußte der alte Trumpler im Angriff spielen. Blach brachte die Düsseldorfer 1:0 nach vorne. Durch Elfmeter Stubbs glichen die Frankfurter aus. Blach holte das 2:1, Schmitt, der Frankfurter Mittelstürmer, das 2:2, dann kamen die TRU.-Leute aber groß auf. Blach schoß auch das 3. und 4. Tor. Die Eintracht fiel stark ab und mußte eine verdiente Niederlage anerkennen. (aus dem 'Kicker' vom 15.04.1936)

 

 

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