Eintracht Frankfurt - FSV Frankfurt

Bereichsklasse Hessen-Nassau, Gruppe 1, 1941/42 - 4. Spiel

3:1 (2:1)

Termin: 16.11.1941
Zuschauer: 5.000
Schiedsrichter: Möller
Tore: 1:0 Adam Schmitt (30.), 1:1 Faust (43.), 2:1 Adam Schmitt (45.), 3:1 Heinrich Wiegand (66.)

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt FSV Frankfurt

 


  • Heim
  • May
  • Höner
  • Friedrichsmaier
  • Dietsch
  • Hill
  • Böttgen
  • Schulze
  • Köhler
  • Schmitt
  • Faust

 

Trainer Trainer

 

 

Eintrachtsieg mit 3:1

Zum 71. Mal Eintracht — FSV. Frankfurt

Allen Stürmen trotzend, ist das Nachbarspiel von Frankfurt, Eintracht — Sportverein Jahr für Jahr das große Ereignis. Zum 71. Male nach dem Kriege traten sich die beiden Mannschaften gegenüber. Und wenn es auch nicht das beste gewesen ist, eines der aufregendsten war es bestimmt. Man kann es verstehen, wenn mancher Schiedsrichter in Frankfurt nicht begeistert über den Auftrag, ein solches Spiel zu leiten, zu sein pflegt. Auch Schiedsrichter Möller sah diesmal, wie schwer es ist, in diesem leidenschaftlichen Kampf zu bestehen.

Den Sieg hat die Eintracht erst in der zweiten Halbzeit sich verdient. Der Urheber dieser Niederlage war gleichzeitig einer der besten Spieler: Bornheims Mittelläufer Dietsch, der durch seine besonders intensive Beschäftigung mit dem neuen Eintracht-Mittelstürmer Ganzmann zwei Strafstöße heraufbeschwor. Die wurden beide von Adam Schmitt verwandelt. Erst in der 30. Minute ging die Eintracht in Führung. Der Freistoß wurde, damit die Mauer ja gut sich aufstellen konnte, von den Bornheimern hinausgezögert, und doch fand Adam noch das „Loch" für seinen Bombenstoß. Nun lebten die 5000 Zuschauer auf. Mächtig kurbelte Bornheim an, die Eintracht schien zu wackeln. Trotzdem schien das 1:0 zu bleiben. Da kam mit der 43. Minute ein Vorstoß der Bornheimer, aus 20 Metern schoß Faust unvergleichlich schön das Ausgleichstor. Aber die erste Halbzeit war noch nicht zu Ende. Es gab Eckball für Eintracht, wieder war Dietsch zu hart gegen Ganzmann, wieder Strafstoß, wieder schoß ihn Schmitt zum 2:1 ein. Fünf Minuten nach der Pause die große Chance der Bornheimer. Stubb hatte gegen Schmitt einen Elfmeter verursacht, Böttgen ging hin, ihn zu verwandeln. Aber welch ein Schreck! In der Aufregung trat Artur ihn hoch über die Latte. Die Eintracht spielte nun zügiger, freistehend vergaben Trumpler und Ganzmann ausgewachsene Chancen, Friedrichsmaier leistete sich gegen Trumpler ein böses Foul, das elfmeterreif war. In der 21. Minute entschied die Eintracht das Spiel, als Wiegand mit einer weiten Vorlage durchbrach. Da kam Dietsch auf ihn zu, und nun entschloß sich Wiegand, früher als gewollt, zu schießen, und doch, der Schuß saß, die Eintracht hatte 3:1 gewonnen, denn die letzten Angriffe waren erfolglos.

Im Eintracht-Angriff gefielen Trumpler durch Energie, Schmitt durch guten Aufbau, Vogel durch Schußkraft und selbstloses Spiel. Auch Ganzmann (aus Pforzheim) zeigte ansprechende Anlagen. In der guten Läuferreihe glänzte der junge Bechtold besonders, in den Hintermannschaft zeigte sich Hennes Stubb, ein Wunder für sich, immer noch unerreicht. Bei den Bornheimern enttäuschten die Stürmer, die vor acht Tagen gefielen, durch die Bank, der einzige, der schlecht gewesen war, Faust, war diesmal gut. Böttgen und Dietsch waren in der Läuferreihe zu loben, Friedrichsmaier spielte dagegen zu hart. Und auch May und Höner waren hie und da zu hart. Torwart Heim war im allgemeinen sicher, nur beim letzten Tor lief ihm der Ball unglücklich über die Finger.

Und ein Wort noch über die Zuschauer! Begeisterung ist schön, aber sie soll gerecht bleiben. Wären sie der Schiedsrichter gewesen, dann wären so ziemlich alle Spieler vom Platz gestellt worden ... So war es schon besser!      Wick. (aus dem 'Kicker' vom 18.11.1941)

 

 


 

 

(aus dem 'Frankfurter General-Anzeiger' vom 17.11.1941)


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