Eintracht Frankfurt - SpVgg Fürth

Tschammer-Pokal 1942 - Reichsebene, 1. Schlussrunde

4:1 (2:1)

Termin: 19.07.1942
Zuschauer: 5.000
Schiedsrichter: Glöckner (Pirmasens)
Tore: 0:1 Weber (7.), 1:1 Alfred Kraus (21.), 2:1 Hermann Lindemann (25.), 3:1 Ackermann (58.) , 4:1 Alfred Kraus (64.)

 

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt SpVgg Fürth

 


  • Weit
  • Schneider
  • Schamriß
  • Hack
  • Hofmann I
  • Müsch
  • Kantenseter
  • Sieber
  • Weber
  • Fiederer
  • Hofmann II

 

 

Trainer

  • Hans Hagen

 

 

(aus dem 'Frankfurter General-Anzeiger' vom 18./19.07.1942)

 

 


 

 

(aus dem 'Frankfurter General-Anzeiger' vom 20.07.1942)

 

 


 

 

Eintracht schlägt Fürth 4:1

Lindemann und Lehmann steiften der Frankfurter Elf das Rückgrat zu der großen Leistung - Fiederer/Weber brillierten, aber sie schossen keine Tore

An dem großen Tag des mainischen Fußballs, der seine drei Mannschaften durch die erste Schlußrunde brachte, war die Eintracht besonders beteiligt. Das 4:1 macht die eigenen Anhänger erstaunen, und man verrät kein Geheimnis, wenn man das Ergebnis als etwas hoch ansieht. In der ersten Halbzeit nämlich zeigte sich Fürther Kombinationsspiel manchmal in Reinkultur, mit allen Schwächen auch, die ihm einst anhafteten. Allzu sehr in die Breite gespielt und mit wenig Drang nach dem Tor. Und wie leicht wäre es am Anfang gewesen, als Torwart Fischer und der Verteidiger Kolb, die ein Jahr lang ausgesetzt haben, noch sehr nervös waren und „Hennes" Stubb und Bechtold in die Verwirrung zogen.

Aber später fand sich die Eintracht. Sie hat den Sieg in der zweiten Halbzeit verdient durch größere Durchschlagskraft und Ausdauer und dadurch auch, daß ihr Verteidigerpaar nach der Pause (Lindemann-Stubb) weit, weit besser war als das der Fürther, das freilich nur eine Verlegenheitslösung und den Anforderungen eines solchen Spiels nicht gewachsen war. Davon abgesehen, haben die Fürther nicht enttäuscht, ihr reckenhafter Mittelläufer Hofmann I setzte sich mächtig ein. Im Sturm bildete der Halblinke Fiederer mit seinem Linksaußen Hofmann II und mit dem Mittelstürmer Weber ein Angriffsstück, das oft helle Freude machte und das auch die Frankfurter zu Beifall aufrief.

Die Eintracht siegte auf Grund großen Einsatzes und guter Einzelleistungen. Hermann Lindemann, der Eiserne, war als Halbrechter wie als Verteidiger große Klasse, und Mittelläufer Lehmann übertraf sich selbst. Stubb machte große Sachen, daneben auch einige leichtsinnige Stückchen, die bei ihm selten fehlen. Torwart Fischer wurde in der zweiten Halbzeit gut. Heilig ein famoser, eifriger Außenläufer. Im Sturm setzten sich Kraus und Schmitt (dieser oft zu hart) gut ein, Lindner hat sich nach langer Pause wieder in beste Erinnerung gebracht — das Gelernte vergißt man nicht, vor allem wenn einer wie "Etsche"es als Trainer seiner Mannschaft lehren darf.

Glücklich führten die Fürther in der 7. Minute, als Fischer einen hohen Ball falsch berechnete und Weber ins leere Tor traf. Die Eintracht-Deckung stand noch lange unter diesem niederschmetternden Eindruck, aber ein überraschender Durchbruch von Lindner und Kraus, den Kraus mit dem Ausgleich abschloß, brachte mehr Ruhe. Fischer machte sogar ein Glanzstück, als er einen tückischen Effetball Webers zur Ecke lenkte. In der 25. Minute war Lindemann links durchgebrochen und schoß kernig ein. Fürths Anstrengungen waren dagegen umsonst, einmal knallte Hofmanns Kopfball an die Latte. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel der Frankfurter dank der Umstellung (Lindemann Verteidiger, Kolb Rechtsaußen, Lindner Halbrechts) weit ruhiger und sicherer. Die Fürther hatten ausgespielt. Ein Eckball Lindners, von Ackermann verwandelt, und ein Alleinlauf von Kraus, der Hofmann I abgeschüttelt hatte und im Spurt einsandte, waren die Stationen zum 4:1.      Wick (aus dem 'Kicker' vom 21.07.1942)

 

 


 

 

Eintracht Frankfurt — Spielvgg. Fürth 4:1

Die Frankfurter Eintracht konnte gegen die „Kleeblätter" die auf Urlaub befindlichen Stammspieler Fischer, Kolb und Lindemann einsetzen, die ihre Schlagkraft erhöhten. Kolb befriedigte zwar als Verteidiger nicht und gab seinen Platz in der zweiten Hälfte an Lindemann ab, aber alles in allem lieferten die Frankfurter doch eine gute Partie und wurden verdient Sieger. Gute Einzelkräfte waren Lehmann und Heilig in der Läuferreihe sowie Schmitt und Lindemann im Sturm. Die Gäste enttäuschten und hatten in der Abwehr die größten Schwächen aufzuweisen. Der rechte Sturmflügel Fiederer-Hoffmann II und Mittelläufer Hoffmann genügten allen Ansprüchen. Die Fürther kombinierten in der ersten Hälfte recht gut, hatten leichte Feldvorteile aber trotz dem Führungstor durch Weber kamen die Einheimischen durch Treffer von Kraus und Lindemann mit 2:1 beim Wechsel in Front. Nach Wiederbeginn hatte die Eintracht klare Vorteile, was sich auch durch zwei weitere Tore von Ackermann und Kraus zahlenmäßig ausdrückte. (aus dem 'Fußball' vom 21.07.1942)


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