Eintracht Frankfurt - Inter Bratislava

Intertoto-Runde 1966/1967 - Finale, Rückspiel

1:1 n.V. (0:1, 0:0)

Termin: 17.06.1967
Zuschauer: 10.500
Schiedsrichter: Schalks (Holland)
Tore: 0:1 Krnac (65.), 1:1 Wolfgang Solz (106.)

 


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Eintracht Frankfurt Inter Bratislava

 


  • Fuele
  • Mrica
  • Weiß
  • Deutsch
  • Dano
  • Gabornik
  • Dr. Bubernik
  • Levicky
  • Oblozinsky
  • Krwac
  • Ondrasek

 

Wechsel Wechsel
  • Javorek für Fuele (41.)
Trainer Trainer

 

 

Die Frankfurter Eintracht holte sich den Rappan-Cup

Solz in der 106. Minute

Eintr. Frankf. — Inter Preßburg 1:1 (0:0, 0:1) n.V.

Um ein Haar wäre der Eintracht am Samstagnachmittag im Frankfurter Waldstadion dasselbe Mißgeschick passiert wie drei Tage zuvor in Zagreb. Dort reichten am Mittwoch die drei Tore Vorsprung aus dem Vorspiel des Messepokal-Semifinales nicht aus. Hier war das eine Törchen, das in der ersten Begegnung der Intertoto-Endrunde in Preßburg beim 3:2 als Faustpfand des endgültigen Triumphes herausgesprungen war, im Rückspiel gegen Inter Slovan in der 61. Minute ausgelöscht.

Die Leute aus Preßburg indes, bis auf eine einzige Ausnahme durchweg technisch hervorragend beschlagene Spieler, versuchten aus dem Stand zu gewinnen. Das ging so lange gut, wie ihnen die Frankfurter den Gefallen taten, die Sache ebenfalls langsam anzugehen. Da triumphierte die bessere Technik der Gäste, und ihr Führungstor durch den Halblinken Krnac war durchaus verdient. Nun mußte die Eintracht also wieder ran und in der zweiten Stunde das an Kraftreserven einsetzen, was man in der ersten Stunde gespart hatte. Rechtsaußen Grabowski, der als einziger Stürmer von Beginn an eine echte Gefahr für das Tschechentor war und der ebenfalls als einziger auch technisch mit den Gästen mithalten konnte, der am Ende der Saison endlich seine Chance erhaltende Istvan Sztani, der unverdrossen 120 Minuten lang kämpfte und der unentwegt nach vorn stürmende linke Verteidiger Schämer, dessen Schüsse die größte Gefahr für den nach einer Verletzung von Füle auf den Platz gekommenen Torhüter Javorek brachten, und der einmal den Pfosten traf, diese drei also ragten aus der Frankfurter Mannschaft heraus.

Dem Österreicher Huberts mißglückte in der zweiten Minute der erste Paß, und von da an war nichts mehr von ihm zu sehen, während der kämpferisch sonst so imponierende Solz, der den Ausgleich und damit Siegestreffer der doppelten Endrundenbegegnung in der 106. Minute schoß, ausfiel. So war also der Eintrachtsturm (bis auf Grabowski) wieder einmal ein Stürmchen, und weder der vor der Pause als Mittelstürmer eingesetzte Bronnert noch der nach dem Wechsel hereingekommene junge Abbe fanden sich zurecht. Linksaußen Lotz imponierte wieder einmal durch seinen Einsatz, aber mehr hatte er diesmal nicht zu bieten. Der gegen Turin verletzte Bechtold fehlte an allen Ecken und Enden und in der Abwehr gab es ohne Jusufi (Hexenschuß), Blusch (gesperrt) und Wirth allerlei Schnitzer, die von den glänzenden Technikern auf der Gegenseite nur deshalb nicht ausgenutzt werden konnten, weil sie schlechte Schützen waren und außerdem die Kraft fehlte. So kamen die Frankfurter am Ende dennoch zum Erfolg, aber begeistern konnten sie in den 120 Minuten vom Samstag nicht. Kein Wunder auch, denn die Mannschaft ist von den vielen Spielen der letzten Wochen und Monate ebenfalls ausgelaugt und nur noch für kurze Zeit hochzureißen. Ein Glück, daß das Ende der Saison in Sicht ist.


Kapitän Lindner erhält den Pokal aus
den Händen von Hermann Neuberger

Aufatmend stellte Eintrachtcoach Elek Schwartz nach dem Schlußpfiff fest: „Wenigstens eine Aufgabe haben wir mit diesem Sieg am Ende der Saison noch gut gelöst. Ich bin zufrieden damit. Bei aller berechtigten Kritik darf man nicht vergessen, daß wir am Mittwoch und heute wieder zwei volle Stunden spielen mußten. Das ist eine Leistung am Ende der Saison, die anerkannt werden muß. Und dazu hat uns heute eine Reihe von Stammspielern gefehlt. Auch das muß man einkalkulieren. Im übrigen werde ich ganz besonders froh sein, wenn wir das letzte Spiel der Saison hinter uns haben."

Präsident Rudi Gramlich meinte: „Schade, daß Spiele gegen so attraktive Mannschaften wie Dinamo Zagreb, jetzt Inter Preßburg, die ja wirklich aus erstklassigen Fußballern bestehen, und schließlich noch gegen den AC Mailand im Alpenpokal am nächsten Samstag in die Zeit der ausgehenden Saison fallen. Aber gegen Schnellinger und seine Kameraden hoffen wir noch einmal auf einen guten Besuch."

Hermann Neuberger aus Saarbrücken, der in seiner Eigenschaft als Mitglied des Komitees für die Durchführung der int. Totorunde, den „Rappan-Pokal", nach den 120 Minuten den Preis, einen „Goalie", dem Eintracht-Kapitän Dieter Lindner überreichen konnte, faßte seine Kritik in folgende Sätze zusammen: „Gegen technisch so gute, aber nicht gerade kampfkräftige Leute wie die Mannschaft aus Preßburg muß schnell gespielt werden. Das hat die Eintracht in der ersten Stunde versäumt, und deshalb mußte sie am Ende an Einsatz alles hergeben, wie sie vorher mit ein bißchen mehr Schnelligkeit bereits hätte erreichen können." ('Sport-Magazin' vom 19.06.1967)

 

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