Olympiakos Piräus - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1979/1980

2:2 (2:1)

Termin: 22.08.1979
Zuschauer: 44.000
Schiedsrichter:
Tore: 1:0 Kokolakis (4.), 1:1 Norbert Nachtweih (8.), 2:1 Luizzi (16.), 2:2 Werner Lorant

 

 

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Olympiakos Piräus Eintracht Frankfurt


Wechsel
Wechsel
Trainer
  • Veselinovic
Trainer

 

 

2:2 - Großes Spiel der Eintracht

Nachtweih und Lorant die Torschützen vor 44 000 in Piräus

Eintracht 2:2 im zweiten Griechenland-Spiel

Limonadenflaschen und Pfirsiche flogen, Borchers bekam von den vielen Knüffen Magenschmerzen und Fred Schaub wackeln hinter aufgeplatzter Lippe zwei Zähne - ein Zuckerlecken war das Spiel der Eintracht beim 20fachen griechischen Meister Olympiakos Piräus wirklich nicht. Aber Frankfurt verabschiedete sich von seinem Griechenland-Trip standesgemäß. Es gab ein 2:2 (2:1).

Im Vergleich zu Saloniki war alles einen Grad schwerer. 44.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion machten einen Höllenlärm. Und die Griechen wußten, was ihre Fans erwarteten. Mit einem Mordstempo ging's los. Als Grabowski im Mittelfeld den Ball abgejagt bekam, die Abwehr einen Moment nicht aufpaßte war es passiert. Kokolakis vollstreckte zum 1:0 (4.).

Doch Frankfurt blieb nichts schuldig. Nachtweih, als Außenverteidiger wieder super, ging links durch, Doppelpaß mit Tscha Bum und dann ein trockener Schuß aus dem Fußgelenk (8.). Die 44.000 brüllten ihre Mannschaft wieder nach vorne. Schon acht Minuten später mußte Funk zum zweitenmal hinter sich greifen, als Neuberger gegen Luizzi nicht energisch genug attackierte.

Erst nach der Pause, als die Griechen müder wurden, bekam die Eintracht das Spiel besser in den Griff. Mit Nickel kam (für den verletzten Borchers) dazu ein Mann, der die Gegenstöße der Gäste schnell machte. Der beste davon führte zum verdienten Ausgleich. Nickel schlug den Ball diagonal über den Platz zu Müller und der flankte direkt auf Lorant. Ein flacher Schuß - 2:2.

 

Nachtweihs Nacht-Schau mit Faust und Rakete

44.000 erlebten in Piräus die große Nachtweih-Nacht. Der blonde, zum Außenverteidiger umgebaute Spielmacher schoß sein drittes Tor in fünf Tagen. „Er spielte wie ein junger Gott" (Olympiakos-Trainer Veselinovic).

Dabei fing's böse an. 4. Minute: Nachtweihs Gegenspieler Kritikopulos ist entwischt, flankt, Olympiakos führt 1:0. - Norbert schlug zurück. 8. Minute: Querpaß von Tscha Bum, Norbert sieht gar nicht auf den Ball, hat nur Augen fürs Tor und haut aus 14 Metern unter die Latte. Ein Tor des Jahres zum 1:1.

In der 77. Minute traf er aus vollem Lauf an den Pfosten. Dazwischen bewies der 21jährige, daß er ein Kerl ohne Nerven ist, fegte mit frechen Tacklings dazwischen, hielt dem provozierenden Galakos die Faust entgegen, als der ihn anspucken wollte. Galakos schauspielerte, wälzte sich im Strafraum. Nachtweih lachte ihn aus. Und Trainer Veselinovic holte seinen Star vom Platz. „Er hat uns blamiert."

 

Rohrbach: „Nanu, die können ja kämpfen!"


Thomas Rohrbach (früher Eintracht) - zuletzt Profi bei Olympiakos Piräus - saß bei Trainer Rausch auf der Bank. Als er einlief, wurde er von seinen Fans bejubelt, hinterher als „Verräter" beschimpft.

„Vor der Pause hatte ich Angst um meine Frankfurter Freunde.. Da wackelte die Abwehr bedenklich, schenkte den Griechen zwei Tore. Und obwohl die Abseitsfalle der Gastgeber mit der gewohnten Hilfe von Schiedsrichter und Linienrichter besonders gut funktionierte (21mal), blieb Eintracht spielerisch unter ihren Möglichkeiten.

Was man daraus machen kann, zeigten die später eingewechselten Bernd Nickel mit seinen schnellen Diagonal-Pässen und der superschnelle Harald Karger als Konterspieler. Da war leicht ein Sieg drin. Und das grenzt unter griechischen Verhältnissen schon an ein Wunder.

Neu bei Eintracht: Sie bleibt an Härte nichts mehr schuldig, kann bedingungslos mitfighten. Und über Nachtweih und sein Traumtotrreden die Griechen noch lange."

 

 


 

 

Frankfurts Erfahrung in Griechenland:

Fred Schaub sorgt für mehr Schwung

Für so manchen Bundesligisten ' sind Freundschaftsspiele — auch 1 internationale — während der Woche lediglich eine leidige Pflichtübung, mit denen allenfalls der Kassenbestand verbessert werden kann. Bei der Frankfurter Eintracht ist diese Art von Beschäftigung in dieser Saison bislang ein willkommenes Hilfs- und Orientierungsmittel bei der Suche nach der verlorenen Form.

Vor einer Woche bei Standard Lüttich vertrieb der nach seiner Halsverletzung erstmals wieder eingesetzte Bernd Hölzenbein mit einer schwungvollen Partie die Depressionen der Auftakt-Niederlage gegen Dortmund. Mit der seitherigen Sturmspitze Borchers im Mittelfeld teste Trainer Rausch zudem eine neukonstruierte Mittelachse, die ihre Bewährungsprobe dann vier Tage später beim 3:1-Sieg in Düsseldorf glänzend bestand.

Auch am heutigen Donnerstag wird die Eintracht nicht nur mit einer beachtlichen Gage für ihre beiden Gastspiele bei PAOK Saloniki und Olympiakos Piräus, sondern auch mit einer Reihe wertvoller Erkenntnisse an den Main zurückkehren. Die auffälligste von allen, Fred Schaub, könne mit seiner Torgefährlichkeit durchaus der Mann sein, der dem bislang wenig überzeugenden Frankfurter Angriff zu mehr Durchschlagskraft verhelfen kann.

Gegen Düsseldorf saß das stämmige Angriffstalent, das gegen Ende der letzten Saison schon einige höchst vielversprechende Ansätze gezeigt hatte, unverständlicherweise nicht einmal auf der Reservebank. Gegen Saloniki erzielte Schaub aber beim 4:1-Sieg gleich drei Tore auf einmal. ('Kicker')

 

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