Eintracht Frankfurt - SC Freiburg

2. Bundesliga 2002/2003 - 19. Spieltag

1:1 (0:0)

Termin: Fr 31.01.2003 19:00
Zuschauer: 17.500
Schiedsrichter: Hellmut Krug (Gelsenkirchen)
Tore: 1:0 Ervin Skela (66.), 1:1 Soumaila Coulibaly (79.)

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt SC Freiburg

 


  • Richard Golz
  • Sascha Riether
  • Daniel Schumann
  • Boubacar Diarra
  • Oumar Kondé
  • Levan Zkitischwili
  • Andreas Zeyer
  • Levan Kobiaschwili
  • Soumaila Coulibaly
  • Ibrahim Tanko
  • Alexander Iaschwili

 

Wechsel
Wechsel
  • Bruno Berner für Boubacar Diarra (46.)
  • Zlatan Bajramovic für Andreas Zeyer (73.)
  • Jan Männer für Alexander Iaschwili (82.)
Trainer Trainer
  • Volker Finke

 

 

Angeheizte Stimmung nur vor dem Spiel

"Rolf wird in Frankfurt nicht spielen. Das ist eine Sache des Anstands", sagte Oberlehrer Finke nach der klammheimlichen Verpflichtung von Guie-Mien am 3. Januar, woraufhin ihm Willi Reimann lediglich mit einem Wort antwortete: “Heuchelei!“ Die Adler sind heiß auf das Spiel gegen die Breisgauer und den Kongolesen, der sich nicht einmal von der Mannschaft verabschiedet hatte. Montero sagt süffisant: "Wenn er spielt, ziehe ich mir besonders lange Stollen auf."

Doch tatsächlich kommt Guie-Mien, der im Spiel gegen Aachen erst nach 65 Minuten eingewechselt wurde, nicht. Noch ein Indiz für Reimann, wer der Favorit in diesem Spiel ist: "Die Freiburger haben eine Erstligatruppe zusammengehalten. Sie zahlen auch erstklassige Gehälter, denn nicht umsonst haben sie unseren bestverdienenden Spieler geholt. Ich mache kein Hehl daraus, dass der Wechsel dazu führt, dass die Partie zusätzliche Brisanz bekommt, aber ich hoffe, dass meine Spieler ihre Emotionen in sportliche Kanäle lenken."

Erstmals für Zuschauer zugänglich ist heute der Unterrang der neuen Ost- und Westtribüne, aber es sind nur 17.500 Zuschauer, die das Spiel des Tabellenzweiten gegen den Dritten sehen wollen. Und die Stimmung ist schlecht bei Spielbeginn. Nachdem aufgrund der Feuerwerkskörper im Heimspiel gegen Oberhausen 73 Stadionverbote ausgesprochen wurden, rufen die Ultras zum "Stimmungs-Boykott" auf. Aus Protest gegen diese Aktion treten die Fanbeauftragten Köhler und Hornung zurück.

Die Eintracht beginnt das Spiel gegen den Tabellennachbarn mit der gleichen Aufstellung, die in der Vorwoche beim Schlusslicht St. Pauli in der Schlussminute das 1:1 hinnehmen musste. Bei Freiburg sitzt nach dem 1:1 gegen Aachen Berner auf der Bank. Auf seine Position rückt Kobiaschwili, dessen Part im Mittelfeld Kondé übernimmt. Zudem spielt Schumann statt Müller in der Innenverteidigung.

In der Anfangsphase ist es eine zerfahrene Partie. Viele Fehlpässe und verbissene Zweikämpfe, keine Chance für Freiburg, ihr Kombinationsspiel umzusetzen. Dann die 10. Minute, Bürger schlägt eine Ecke hoch in den Strafraum, Streit kommt im Getümmel an das Leder, haut es aber über den Kasten von Torhüter Golz. Danach wird das Spiel schneller und die Adler bestimmen immer mehr das Geschehen auf dem Rasen, ohne jedoch zu zwingenden Torchancen zu kommen.

Dann wird es aber doch schnell. Kryszalowicz kommt an einen Pass aus dem Mittelfeld, sprintet Richtung Strafraum, um den herauseilenden Golz zu umspielen, dann ein Querpass auf Beierle, aber Kobiaschwili hat aufgepasst und kann das Leder in letzter Sekunde weggrätschen (27.). Eine Minute später gibt es Freistoß für die Adler. Montero haut das Leder aufs Tor, Diarra fälscht ab, aber Torhüter Golz kann den Ball mit einer Glanzparade über die Latte zirkeln.

Auf der anderen Seite hingegen friert Torhüter Nikolov. Nach wie vor schaffen es die Freiburger nicht, in die Nähe des Strafraums zu kommen, da die Adler früh und konsequent jede Aktion stoppen. In der 44. Minute wird es dann aber doch gefährlich, es gibt Freistoß für Freiburg aus 18 Metern Torentfernung. Coulibaly läuft an und drischt das Leder auf den Kasten, aber Nikolov ist hellwach und kann parieren.

Die zweite Halbzeit beginnt mit einem schönen Volleyschuss von Skela, der aber aus 10 Metern knapp über das Tor geht. Danach entwickelt sich wieder das alte Spiel, viele Mittelfeldszenen, kaum eine geordnete Kombination auf beiden Seiten. Bei der Eintracht ist Neuzugang Beierle emsig bemüht und läuft viel ohne Ball, nur, es bringt genauso wenig wie die Trabeinlagen von Kryszalowicz vor dem Strafraum der Breisgauer. Es ist kalt und viel zu ruhig auf der Baustelle Waldstadion.

Doch dann die 66. Minute. Es gibt Freistoß für die Eintracht auf der rechten Seite. Streit flankt in den Strafraum, Torhüter Golz faustet das Leder nach vorne, doch Montero kommt vor dem Strafraum an das Leder und schießt. Ein Freiburger blockt ab und der Ball trudelt zu Skela, der versetzt Zeyer und Coulibaly und schießt aus zwölf Metern flach und platziert ins rechte Toreck. Das 1:0 für die Eintracht!

Endlich wird es schnell auf dem Rasen. Freiburg versucht nun alles, um den Ausgleich zu erzielen und die Adler lauern auf Konter. In der 73. Minute bringt Trainer Finke den lange verletzten Bajramovic für Zeyer, um den Druck auf die Adler weiter zu erhöhen. Doch kurz darauf bekommt die Eintracht eine tolle Kontermöglichkeit: Beierle köpft einen langen Ball auf Kryszalowicz, der unbedrängt in Richtung Freiburger Tor sprintet. “Paule“ versucht den hinauseilenden Torhüter Golz auszuspielen, scheitert aber kläglich. Das wäre es gewesen (75.).

Dann die 79. Minute, Coulibaly erkämpft sich auf der rechten Seite das Leder von Beierle und sprintet los, ein kurzer Schlenzer und der 24jährige ist vorbei an Bürger und Keller. Aus knapp 20 Metern knallt er das Leder ins linke obere Toreck zum 1:1-Ausgleich.

Und es passiert nichts mehr im kalten Waltstadion. Trainer Reimann verzichtet auf einen Wechsel, denn “ich tue den jungen Spielern keinen Gefallen, sie in ein solches Spiel zu bringen" und die Adler auf dem Platz erspielen sich keine Tormöglichkeit mehr.

Die Eintracht bleibt auf Platz 2, punktgleich mit Freiburg und nun 2 Punkte vor den Mainzern, die in Trier verloren haben. (tr)


Stimmen zum Spiel und zur Atmosphäre

Jens Keller: "Wir waren die klar dominierende Mannschaft, aber wir schaffen es einfach nicht, den Todesstoß zu setzen. Ich bin enttäuscht, dass nur 17 500 Zuschauer da waren, aber vielleicht lag es ja auch am Wetter. Viel schlimmer aber ist, dass die, die da waren, uns kaum angefeuert haben."

Trainer Reimann: "Ich bin insgesamt mit der Teamleistung zufrieden und freue mich, dass Keller so bravourös durchgespielt hat. Wir hatten auch gute Momente nach vorne, auch über die Flügel, aber der Abschluss hat gefehlt. Die Schlüsselszene war die vergebene Chance von Kryszalowicz. Ich ärgere mich über das Remis mehr als letzte Woche, weil wir den Sieg verdient gehabt hätten."

Volker Sparmann: "Das Ergebnis war ungerecht."

 

>> Spieldaten <<

 

© text, artwork & code by fg