Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg

Bundesliga 2006/07 - 8. Spieltag

2:2 (1:1)

Termin: So 22.10.2006, 17:00 Uhr
Zuschauer: 50.300
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore: 1:0 Ioannis Amanatidis (4., Handelfmeter), 1:1 Ivan Saenko (5.), 1:2 Horacio Javier Pinola (51.), 2:2 Albert Streit (57.)

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Eintracht Frankfurt
1. FC Nürnberg

 


  • Raphael Schäfer
  • Dominik Reinhardt
  • Andreas Wolf
  • Glauber
  • Horacio Javier Pinola
  • Jawhar Mnari
  • Tomás Galásek
  • Jan Polak
  • Ivan Saenko
  • Markus Schroth
  • Robert Vittek

 

Wechsel
Wechsel
  • Ivica Banovic für Robert Vittek (82.)
  • Vratislav Gresko für Jan Polak (84.)
Trainer Trainer
  • Hans Meyer

Markus Pröll oder die Zeit der Leiden beginnt

Das Gipfeltreffen der Remiskönige, der einzigen noch ungeschlagenen Teams in der Bundesliga. Der 1. FC Nürnberg trifft - mit der Referenz von zuletzt fünf Unentschieden - im Waldstadion auf die Eintracht, die in den bisherigen sieben Bundesligabegegnungen sechsmal ein Remis erzielte.

Trainer Friedhelm Funkel nimmt im Vergleich zur UEFA-Cup-Begegnung gegen U.S. Palermo (1:2) am Donnerstag drei Wechsel vor: Für Marko Rehmer rückt Patrick Ochs in die Abwehr, im Mittelfeld kommen Michael Fink und Markus Weissenberger für Köhler und Meier zum Einsatz. Nürnbergs Trainer Hans Meyer vertraut fast demselben Team wie beim 1:1 gegen Bielefeld. Lediglich Jawhar Mnari rückt nach seiner Rot-Sperre wieder für Ivica Banovic in die Startelf.

Anpfiff um 15:30, wohl dem der pünktlich ist: Die Eintracht legt sofort den Vorwärtsgang ein. Die erste Ecke schlägt Albert Streit hoch in den Strafraum auf Patrick Ochs, dessen Schuss Torhüter Raphael Schäfer in höchster Not mit einer Faustabwehr klärt (2.). Keine Atempause, die Eintracht greift sofort wieder an und schlägt den Ball in den Nürnberger Strafraum geschlagen. Dort könnte Jan Polak die Situation völlig unbedrängt bereinigen, aber er tut es nicht. Ohne erkennbare Not spielt er den Ball mit der Hand und bringt Knut Kircher ins Spiel, denn dem Referee bleibt keine andere Wahl als sofort auf Strafstoß für die Eintracht zu entscheiden. Ioannis Amanatidis schnappt sich den Ball. Dem kurzen Anlauf folgt der platzierter Schuss mit rechts in Richtung rechtes Eck und der erste Elfmeter der Saison für die Adler bedeutet die Führung gegen den Club (4.).

Doch Nürnberg ist durch den frühen Gegentreffer nicht geschockt. Anstoß und Markus Schroth flankt in den Strafraum. Benjamin Huggel kommt an den Ball, kann nicht klären und tritt das Leder direkt zu Ivan Saenko. Der reagiert sofort und schießt aus 13 Metern, Pröll fliegt, der Ball wird abgefälscht und landet unhaltbar im Netz. 1:1 (5.).

"Ich habe den Ball falsch eingeschätzt", ist Benjamin Huggel selbstkritisch. In der Tat ein vermeidbarer Fehler und ein unnötiges Gegentor, doch sofort kommt die Aufmunterung von den Rängen. Die kann Huggel und seine Mannschaft gut gebrauchen, denn allen ist klar, dass man den Vorteil der frühen Führung leichtfertig verspielt hat: „Wir haben das Präsent gleich wieder zurückgegeben" (Michael Fink).

Nun ist Nürnberg zunächst weiter am Drücker. In der 11. Minute fliegt von Linksaußen eine Flanke quer über die versammelte Eintracht-Abwehr in Richtung langer Pfosten. Robert Vittek ist plötzlich drei Meter vor dem Tor am Ball, er schießt, doch Markus Pröll stürzt sich dem Ball entgegen und rettet mit einer Glanzparade.

Vier Minuten Später ist wieder Vittek im Strafraum am Ball, aber Kyrgiakos klärt zur Ecke. Vittek stürzt zwar bei Kyrgiakos fairem Tackling, der von einigen Nürnbergern erhoffte Elfmeterpfiff bleibt jedoch aus - Schiedsrichter Kircher ist Herr der Lage und hat die Situation richtig gesehen.

Die Eintracht bekommt die Partie erst nach 20 Minuten wieder besser in den Griff und sie hat die besseren Chancen. Nach 27 Spielminuten zirkelt Markus Weissenberger von halblinks einen wunderschönen Pass auf Michael Thurk. Michael Thurk bekommt den Ball und drischt ihn weit über das Tor (27.).

In der 35. Minute sorgt dann ein Kopfball von Michael Fink für Gefahr, doch Club-Torwart Raphael Schäfer lenkt das Leder an die Latte. Nur zwei Minuten später ist Ioannis Amanatidis am Ball. Ein wunderschöner Pass auf den nun freistehenden Albert Streit, der im Strafraum einen Moment zögert, so dass ihm der hinauseilende Torhüter Schäfer den Ball vom Fuß wischen kann. Das Leder kommt zu Weissenberger und der Österreicher schießt sofort, doch der Ball wird leider abgewehrt.

Dann ist Pause. "Wenn man solch glasklare Chancen nicht nutzt, dann gewinnt man kein Bundesligaspiel gegen eine starke Nürnberger Mannschaft", urteilt Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen.

Die 2. Halbzeit: Nun ist Nürnberg erst einmal am Drücker. Eine unübersichtliche Szene vor dem Strafraum sieht Jan Polak und Sotirios Kyrgiakos im Zweikampf. Ein Pfiff von Kircher, der nur dem Einsatz von Polak gelten kann, doch Kircher entscheidet es anders herum: Freistoß für Nürnberg aus gut 20 Metern. Horacio Pinola drischt das Leder mit links in Richtung Tor, Pröll reagiert, doch der Ball trifft Aleksandar Vasoski und der Ball wird ins lange Eck abgefälscht. 2:1 für Nürnberg (49.).

Frankfurt zeigt sich nicht geschockt und spielt mutig nach vorne. Acht Minuten nach dem Nürnberger Führungstreffer schießt der heute gute Albert Streit Freistoß aus halblinker Position scharf in den Sechzehner. Das Leder segelt vorbei an Frankfurtern und Nürnbergern und auch vorbei an Torhüter Schäfer... ins lange Eck. Tor! Der Ausgleich. 2:2.

In der folgenden Zeit wird es für Nürnberg insbesondere bei Standardsituationen von Albert Streit gefährlich. Aus dem Spiel heraus ergeben sich weder für die Eintracht noch für Nürnberg erwähnenswerte Chancen. In der 71. Minute dann eine Schrecksekunde für die Eintracht. Nachdem sich Pröll eine schmerzhafte Prellung zugezogen hat, lässt sich der Torhüter auswechseln. Für ihn kommt Oka Nikolov in die Partie, der aber keine Möglichkeit mehr erhält sich in diesem Spiel auszuzeichnen. So plätschert die Partie der beiden Remis-Könige trotz lautstarker Unterstützung der Fans ihrem Ende entgegen. 2:2 der Endstand. Da war mehr drin.

Nachtrag:
Aus der „Schrecksekunde“ für Markus Pröll wird der Beginn eines langen Leidensweges für den Stammtorhüter. Untersuchungen, Spielpause, Trainingsbeginn, dann wieder Schmerzen und wieder Spielpause. Die konsultierten Ärzte sind ratlos. Viele Diagnosen, Behandlungen, sogar ein Spezialpanzer aus Karbon soll angefertigt werden. Wieder Trainingspause. Der Grund für die ständig wiederkehrenden Schmerzen wird erst Ende März 2007 gefunden: eine gebrochene Rippe! Ob Markus Pröll in der Saison 2006/2007 noch einmal im Tor der Eintracht stehen wird, ist ungewiss (Stand 18. April 2007). (tr)

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