Spielermangel und Kohlrübenwinter

1916
1917

Am 10. September tritt der FFV zu seinem ersten Spiel in der Verbandsrunde Südmaingau des Nordkreises an, verliert allerdings beim SV Wiesbaden mit 1:3. Auch in den weiteren Spielen gegen die Gruppengegner FSV, FV Neu-Isenburg, Germania 94, Viktoria Neu-Isenburg und FV Neu-Isenburg zeigt es sich, dass der Verlust erfahrener Spieler, die zum Militärdienst abkommandiert wurden, nur schwer durch Nachwuchskräfte zu kompensieren ist. An Kontinuität bei der Mannschaftsaufstellung ist nicht zu denken: Mehr als 40 unterschiedliche Spieler kommen in den insgesamt zehn Ligaspielen zum Einsatz, wobei die Personalnot so groß ist, dass Torhüter Gmelin sogar teilweise als Feldspieler eingesetzt werden muss. Letztlich reicht es in dieser Herbstrunde mit 9:11 Punkten nur zu einem vierten Platz unter sechs teilnehmenden Mannschaften, Sieger der Runde wird der FSV.

Neben dem Versuch, den Spielermangel auszugleichen, hat sich die Vereinsführung auch mit weiteren kriegsbedingten Einschränkungen zu beschäftigen. Der harte Winter 1916/17 - bekannt als 'Kohlrübenwinter' - führt zu Versorgungsengpässen und einer Rationierung der Grundnahrungsmittel. Zudem wird der Reserveplatz des FFV auf Weisung der städtischen Behörden in Ackerland verwandelt, das an Vereinsmitglieder und Anhänger vermietet wird.

Unverändert ist die Kräfteverteilung im Frankfurter Fußball auch während der im März 1917 gestarteten Frühjahrsrunde. Wieder ist der FSV die dominierende Mannschaft. In der ursprünglich auf fünf Mannschaften reduzierten Liga tritt der FFV nur zu sechs gewerteten Spielen an, da sich der SV Wiesbaden laut Wiesbadener Tagblatt vom 13. Mai 1917 "...durch das Verhalten der Frankfurter Vereine ... gezwungen [sieht], von den Frühjahrsverbandsspielen zurückzutreten".

Ein Sieg gelingt in dieser Frühjahrsrunde nur bei Germania 94, gegen denselben Gegner hatte man beim 1:1 im Heimspiel zumindest einen Punkt geholt. Durch ein weiteres Unentschieden gegen den FSV, dem einzigen Punktverlust der Bornheimer in dieser Runde, können zumindest vier Punkte auf der Habenseite verbucht werden, die in der Endabrechnung zum dritten Platz reichen. Zum Abschluss dieser Spielzeit steht dann im Juni 1917 noch die weiteste Reise der Saison an: Ein Freundschaftsspiel beim BC-Sport Kassel geht mit 3:4 verloren.

 

 

 
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© text by fg