Gaukriegsspiele und 'Eiserner Fußball'

1915
1916


Vereinsnachrichten aus
dem Dezember '15
Der Krieg fordert weiterhin seinen Tribut: Rund zwei Drittel der knapp 60.000 Mitglieder des Süddeutschen Fußballverbandes leisten inzwischen Militärdienst. Dennoch sollen wieder Ligaspiele durchgeführt werden. Der Verband organisiert zu diesem Zweck Gaukriegsspiele, der FFV tritt dabei im Bezirk I des Südmaingaus an. In der ersten Partie trifft man auf den Sportverein aus Wiesbaden, auf dem Roseggerplatz trennt man sich 1:1. Dies bleibt allerdings auch der einzige Punktverlust in dieser Runde, die restlichen Spiele gegen Germania 94, den FC Bergen, Amicitia Bockenheim und den FSV werden gewonnen oder fallen aus.

Die für den Februar angesetzten Entscheidungsspiele der Gaumeister untereinander kommen dann allerdings nicht über den Anfang hinaus. Zwar wird der erste Gegner Viktoria Neu-Isenburg auf eigenem Platz noch mit 6:1 besiegt, aber schon das Rückspiel wird abgebrochen und keine weiteren Partien durchgeführt. Stattdessen trägt der FFV eine Reihe von Freundschaftsspielen aus, unter anderem gegen Union Frankfurt (11:0), den FC Langen (9:1) und Germania Bockenheim (3:0).

Im März beginnen dann die vom Verband angesetzten Spiele um den 'Eisernen Fußball', auch hier tritt der FFV in der Südmaingauklasse des Nordkreises an. Die Mannschaft setzt sich dabei vornehmlich aus Spielern der ehemaligen Ersten wie Reußwig, Freund und Neureuther zusammen, die als Verwundete Heimaturlaub erhalten haben, sowie aus Spielern der Nachwuchsrunde, die noch zu jung für den Militärdienst sind. Wie schon in der vorherigen Runde setzt sich der FFV souverän durch, in den acht Spielen gibt es bis auf ein 0:2 in Bornheim beim FSV nur Siege, so dass am Ende 19:6 Tore und 14:2 Punkte zu Buche stehen. Damit ist der FFV für die Nordkreisendrunde qualifiziert, in der ihm der FC Hanau 93 auf dem Amicitia-Platz in Bockenheim aber eine 1:3-Niederlage und damit das Ausscheiden aus dem Wettbewerb beschert.

 

 

 
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© text by fg