Vom FFV zur Eintracht

1919
1920

 
Karl Schönfeld, Jean
Gotta und Felix Nees
Nach dem Wirrwarr um die Punktspiele der letzten Saison versucht der Süddeutsche Fußballverband auf seinem Verbandstag am 1. September 1919, wieder Struktur in die Ligen zu bringen. Beschlossen wird die Bildung von zehn Kreisligen zu zehn Mannschaften. Der Frankfurter Fußball-Verein wird zusammen mit dem FSV, dem VfR 01 Frankfurt (entstanden aus dem Zusammenschluss von FFV Amicitia und 1902 mit der Bockenheimer FVgg Germania), dem FFV Sportfreunde 04, FC Hanau 93, Helvetia Bockenheim, der Viktoria 94 Hanau, Germania 94, der FVgg 1910 Großauheim sowie dem FV 1906 Langendiebach der Gruppe Nordmain des Nordkreises zugeordnet.

10.000 Zuschauer sehen das 0:0 gegen den Club
aus Nürnberg auf dem Rosegger-Sportplatz


Verstärkt um den von Hannover 96 an den Main gewechselten Paul Imke startet der FFV am 21. September mit einem Sieg gegen Hanau 93 (3:1) in die Punktrunde und übernimmt am achten Spieltag nach einem 4:0 gegen den VfR 01 Frankfurt die Tabellenspitze. In den restlichen zehn Spielen werden nur noch zwei Punkte bei Unentschieden gegen Viktoria 94 Hanau (0:0) und den FFV Sportfreunde 04 (1:1) abgegeben. So gelingt es, den ersten Tabellenplatz bei einer Bilanz von 28:8 Punkten bis zum Ende der Ligaspiele zu halten, obwohl dem FFV die beiden Punkte aus dem Auftaktsieg gegen Hanau 93 aufgrund des Einsatzes des nicht spielberechtigten Torhüters Gmelin aberkannt werden.

Als Nordmainmeister trifft der FFV nun in den Spielen um die Süddeutsche Meisterschaft auf den 1. FC Nürnberg, den TuSV Waldhof Mannheim und den OFC. Im ersten Spiel gibt es eine deutliche 0:4-Niederlage in Nürnberg, die zweite Begegnung endet 0:0 und beschert dem 'Club', der später auch die Deutsche Meisterschaft erringt, den einzigen Punktverlust der Runde.

Nach einem Unentschieden in Offenbach folgt beim Heimspiel gegen den OFC das letzte Auftreten unter dem Namen Frankfurter Fußball-Verein in einem Pflichtspiel. Denn am 1. Mai 1920 findet die Fusion des FFV mit der Frankfurter Turngemeinde von 1861 zur Turn- und Sportgemeinde Eintracht von 1861 statt, erster Vorsitzender wird Dr. Wilhelm Schöndube. Auf ihren ersten Sieg müssen die Fußballer der neuen Eintracht freilich bis in die nächste Saison warten. Denn die beiden abschließenden Spiele um die Süddeutsche Meisterschaft gegen den TuSV Waldhof bringen zwei Niederlagen (3:4 und 0:4), so dass man letztlich nur den dritten Platz in der Gruppe belegt. Und auch zwei Freundschaftsspiele zum Abschluss der Spielzeit gehen verloren.

 


 

 
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© text by fg