Eintracht in der Krise |
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| 1924 |
Als die Verantwortlichen für August und September
1924 eine Reihe von Jubiläumsspielen anlässlich des 25-jährigen
Bestehens der Fußballabteilung planen, rechnet sie mit dem ein oder
anderen Erfolgserlebnis gegen einen renommierten Gegner. Doch es kommt
anders. So verliert die Kombination Eintracht/FSV am 6. August gegen den
DFC Prag mit 2:4, vier Tage später schlagen die Amateure Wien die
Riederwälder mit 4:0. Und auch die Spiele gegen die inländische
Konkurrenz Stuttgarter Kickers (2:4), Freiburger FC (1:4) und SpVgg Fürth
(0:2) bringen kein Erfolgserlebnis.
Mitte September erfolgt der Start in die neue Spielrunde der Bezirksliga, und zunächst sieht es besser aus. Doch nach zwei Unentschieden und einem Sieg gelingt in den neun folgenden Partien mit dem 2:0 gegen Hanau 93 lediglich noch ein doppelter Punktgewinn. Bedrohlich nahe an den Abstiegsrängen platziert, reaktiviert die Eintracht Paul Imke, der 1922 sein letztes Ligaspiel gemacht hatte. Prompt erzielt Imke im vorletzten Spiel beim 2:1 gegen Helvetia Frankfurt beide Treffer. In der letzten Partie kommt es dann zu einem Abstiegsderby: Der VfR 01 Frankfurt liegt als Tabellensiebter nur zwei Punkte schlechter als die Eintracht und kann mit einem deutlichen Sieg noch an den Riederwäldern vorbeiziehen. Doch die Eintrachtler bewahren in dieser Situation die Nerven und holen durch ein 1:1 den entscheidenden Punkt. Das Ausscheiden aus dem Süddeutschen Pokal gegen Germania 94 (0:2) lässt sich anschließend recht leicht verschmerzen.
Aber nicht nur fußballerisch liegt einiges im Argen, auch finanziell droht Ungemach. Die Stadt Frankfurt, durch den Stadionbau finanziell strapaziert, fordert Vergnügungs- und Lustbarkeitssteuer, da die internationalen Gegner wie West Ham Profis seien und damit "… eine berufsmäßige Belustigung des Publikums …" erfolgt wäre. Insgesamt summieren sich die Forderungen der Stadt bis Oktober auf rund 20.000 Mark, die die Eintracht nicht hat. Kurz vor dem Ruin des Vereins, der neben dem Fußball auch Abteilungen für Rugby, Turnen, Tennis, Leichtathletik, Boxen, Handball und Hockey betreibt, lenkt die Stadt jedoch ein, da das neue Stadion, wie das Fachblatt "Fußball" treffend bemerkt "…ohne unsere Sportler nur als gärtnerische Anlage zu betrachten wäre…".
Nachdem die Klasse letztlich mit 12:16 Punkten und 15:20 Toren als sechste von acht Mannschaften gehalten wurde, will man vonseiten der Vereinsführung neuen Schwung in die erste Ligamannschaft bringen. Hierfür wird im März '25 mit Maurice Parry ein ehemaliger walisischer Nationalspieler als hauptamtlicher Trainer verpflichtet, der die Spieler vor allem im konditionellen Bereich fördern soll. Zur Standortbestimmung bestens geeignet sind für Parry dabei Freundschaftsspiele gegen internationale Gegner. So tritt man im April 1925 unter anderem gegen Blue Stars Zürich (2:3) an und spielt im Mai gegen Blauw Wit Amsterdam (6:0). Am 21. Mai wird dann das neue Frankfurter Stadion feierlich
eingeweiht, neben zahlreichen leichtathletischen Wettkämpfen tritt
auch eine Mainbezirksauswahl mit vier Eintrachtlern in ihren Reihen gegen
Boca Juniors Buenos Aires an und verliert 0:2. Eine Woche später
sind die Argentinier dann Gast am Riederwald und können die Eintracht
ebenfalls mit 2:0 besiegen. Im Juni folgen dann noch Spiele gegen Unió
Esportiva Sants Barcelona (1:4) und Ferencvaros Budapest (2.2).
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© text by fg