Der Eintracht-Motor kommt auf Touren |
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| 1925 |
Zu Beginn der Saison kann Trainer Parry drei neue Spieler
begrüßen, die sich im Laufe dieser und der folgenden Spielzeiten
als wesentliche Verstärkungen erweisen werden: Franz Schütz
wechselt vom Mühlheimer SV und Karl Döpfer vom FFC Olympia 07
zur Eintracht. Als spektakulärster Neuzugang erweist sich der Schweizer
Nationalspieler Walter Dietrich, der von Servette Genf an den Main kommt.
Dietrich wird den Takt der Eintracht nicht nur auf, sondern auch neben
dem Spielfeld bis 1935 mitbestimmen, denn er ist frankfurtweit ein absoluter
Sympathieträger.
Trotz dieser neuen Kräfte sieht es zumindest zu Beginn der Saison so aus, als müsse sich die Eintracht in der Bezirksliga Main erneut Abstiegssorgen machen: Nach einem Auftaktsieg gegen Germania 94 (4:1) folgen vier Niederlagen, so dass nach einem Drittel der Runde 2:8 Punkte und der sechste Tabellenplatz bei acht Vereinen zu Buche stehen. Aber es lässt sich auch Erfreuliches feststellen: Die Stürmer treffen wieder. Hatte die Eintracht in den 14 Bezirksligaspielen der letzten Saison gerade einmal 15 Treffer erzielt, sind es in den ersten fünf Spielen 25/26 trotz magerer Punkteausbeute schon zwölf. Mit dem 4:0-Sieg bei Helvetia Frankfurt beginnt dann auch ergebnismäßig der Umschwung, die Zuschauer erleben vor allem bei den Heimspielen eine weiterhin torhungrige Eintracht. So wird Union Niederrad mit 5:0, Kickers Offenbach mit 6:0, Viktoria Aschaffenburg mit 7:3 und Germania 94 mit 5:0 besiegt.
Zwar bringen die Spiele nach dem Jahreswechsel mit dem Aus in der 2. Runde des Süddeutschen Pokals gegen den FSV (1:2) und der Niederlage im letzten Meisterschaftsspiel gegen Union Niederrad (3:6) wieder einige Rückschläge. Mit dem vierten Platz in der Abschlusstabelle der Bezirksliga Main bei 15:13 Punkten - vor allem aber mit der Torbilanz von 40:28 - kann man am Riederwald zufrieden sein. Mit neun Treffern als bester Torschütze im Ligabetrieb erweist sich der Ungar Jozsef Karoly, der von 1860 München zur Eintracht gewechselt war. Und auch Neuzugang Döpfer trifft acht Mal.
Trainiert wird die Eintracht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr von Parry, sondern Walter Dietrich und Fritz Egly sind in Personalunion als Spielertrainer tätig. Maurice Parry hatte sich Anfang 1926 verabschiedet und sucht via Inserat im 'Kicker' eine neue Anstellung - die Eintracht konnte ihm nicht das professionelle Umfeld bieten, das er erwartet. Nach dem Ende des Pflichtspielprogramms ist für die Eintrachtspieler aber keineswegs Müßiggang angesagt. Vielmehr werden bis zum Saisonende noch mehr als 20 Freundschaftsspiele vereinbart, für die man republikweit von Hamburg bis München unterwegs ist. Ende Mai und Anfang Juni arbeitet der Verein dann an seinem internationalen Ruf: Auf ein 1:1 im heimischen Stadion am 23. Mai gegen den Kingstonian FC, eine Amateurauswahl aus London, folgt eine Woche später ein 5:1-Sieg bei Red Star Paris. Schließlich wird Ajax Amsterdam im Stadion mit 5:4 geschlagen.
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© text by fg