Erstmals Süddeutscher Meister |
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| 1929 |
In seiner zweiten Saison als Trainer am Riederwald kann Paul Oßwald mit Bernhard Leis einen Neuzugang begrüßen, der sich sofort einen Platz in der ersten Elf sichert. Ebenfalls neu im Kader ist Rudolf Gramlich, der aus der Jugend des FC Borussia Frankfurt für drei Jahre ins sächsische Freiberg gewechselt war, nun aber an den Main zurückgekehrt ist. Zudem steht in dieser Saison der Nachwuchsspieler Stubb für die erste Mannschaft zur Verfügung.
Dass dieser Kader funktioniert, zeigt sich im Vorbereitungsspiel gegen den Westmeister Schalke 04, der mit der Empfehlung eines 4:1-Sieges gegen den Deutschen Meister aus Fürth nach Frankfurt kommt. Mit 6:1 triumphieren die Riederwälder über die Elf um Kuzorra und Szepan. Am 25. August 1929 startet die Eintracht allerdings nur mit einem Unentschieden bei Germania Bieber in die Punktrunde der Bezirksliga Main-Hessen, Gruppe Main. Auch das zweite Spiel bei Kickers Offenbach bringt lediglich ein Remis (1:1), doch dann kommt der Eintrachtmotor richtig auf Touren. Die nächsten zehn Spiele bringen zehn Siege, so dass die Riederwälder bereits Anfang Dezember als Mainbezirksmeister feststehen. Ein 1:1 gegen Rot-Weiß Frankfurt im vorletzten und eine 2:3 Niederlage bei Union Niederrad im letzten Mainligaspiel der Saison sind lediglich kleine Schönheitsfehler, denn zum Abschluss der Runde hat die Eintracht 33:12 Tore und 23:5 Punkte erreicht. Damit beträgt der Vorsprung auf die Nächstplatzierten Rot-Weiß, FSV und Niederrad sieben Punkte. Im Dezember unternimmt die Eintracht eine Frankreichreise und kann in vier Freundschaftsbegegnungen gegen Stade Français Paris (1:3), AS Cannes (2:1), Olympique Marseille (4:2) und SO Montpellier (4:2) drei Siege erringen. Mit dabei ist da bereits der Stürmer Theodor Trumpler von Germania Ginnheim, der das Team in der zweiten Saisonhälfte verstärkt.
Mit dem Spiel beim Freiburger FC am 5. Januar 1930 startet die Eintracht in die Endrunde zur Süddeutschen Meisterschaft. 3:2 siegen die Riederwälder im Breisgau, und auch das zweite Spiel vor 25.000 Zuschauern im Stadion gegen den amtierenden Deutschen Meister SpVgg Fürth wird mit 2:1 erfolgreich absolviert. Mit dem 4:4 beim FK Pirmasens und einer deutlichen 1:5-Niederlage bei Bayern München folgen zwar Rückschläge, die aber schnell verdaut sind: In den folgenden zehn Spielen verlässt die Eintracht den Platz neun Mal als Sieger - nur in Fürth muss man sich mit einem 1:1 begnügen. So kann man bereits Ende März nach dem 2:0 gegen Waldhof Mannheim am 12. Spieltag die Süddeutsche Meisterschaft feiern. Im Gegensatz zur Bezirksligarunde gibt sich die Eintracht dieses Mal aber auch in den letzten beiden Spielen keine Blöße, gewinnt 2:1 bei Wormatia Worms und schlägt die Bayern aus München im Stadion vor 25.000 Zuschauern mit 3:2. In der Abschlussbilanz bedeuten 24:4 Punkte sieben Zähler Vorsprung vor dem Zweiten, der SpVgg Fürth und die souveräne Qualifikation für die Spiele um die Deutsche Meisterschaft. Gegner in der 1. Runde ist der VfL aus dem 1929 eingemeindeten Düsseldorfer Vorort Benrath. Das 1:0 durch ein Tor von Ehmer bedeutet den Einzug ins Viertelfinale, das in Berlin stattfindet. Mit Holstein Kiel trifft man dort auf den Nordmeister, der dem Favoriten aus Frankfurt seine Grenzen aufzeigt - verdient siegen die Holsteiner mit 4:2. Zwar ist die Enttäuschung bei der Eintracht nach dem Ausscheiden zunächst einmal groß, doch letztlich überwiegt die Freude, mit dem Erringen der Süddeutschen Meisterschaft den bislang größten Erfolg der Vereinsgeschichte erzielt zu haben.
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© text by fg