Desolate Terminplanung des DFB

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Nachdem Stammtorhüter Trumpp seine Karriere beendet, wird die Eintracht auf der Suche nach einer neuen Nummer Eins in Oberrad fündig. Vom dortigen Ballspielclub wechselt Ludwig Schmitt an den Riederwald. Neu im Kreis der ersten Mannschaft ist auch August Möbs vom VfB Friedberg. Aus dem Kreis der Aktiven verabschiedet werden unter anderem Karl Döpfer und Fritz Kübert.


Neu im Kader:
August Möbs

Keine Überraschungen bringt der Ligaalltag. Die Überlegenheit der Fußballer vom Riederwald, die die Maingruppe der Bezirksliga seit vier Jahren fast nach Belieben dominieren, hält auch diese Saison an. Nach vier Siegen in Folge, darunter einem 11:0 gegen Germania Bieber, bringt der fünfte Spieltag mit dem 1:1 gegen den OFC das erste von insgesamt drei Unentschieden dieser Spielrunde. Eine Heimniederlage gegen Rot-Weiß Frankfurt bleibt der einzige Ausrutscher, so dass die Eintracht den Titel des Mainbezirksmeisters zum vierten Mal in Folge erringen kann. Bei 41:13 Toren und 23:5 Punkte hat man fünf Punkte Vorsprung auf den Zweiten, die Rot-Weißen vom Brentanobad. Auffällig ist allerdings der Zuschauerschwund, der weniger auf die Langeweile ob der Überlegenheit der Eintracht, denn auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen ist. So kommen zum Spiel im Stadion gegen den FSV (3:1) gerade einmal 12.000, zum Rückspiel am Riederwald (2:0) 15.000 Besucher.

In die Endrunde der Süddeutschen Meisterschaft startet man mit dem Ziel Titelverteidigung. Dabei zeichnet sich schon bald ein Dreikampf zwischen der SpVgg Fürth, Bayern München und der Eintracht ab. Im direkten Aufeinandertreffen bei den Fürthern müssen die Riederwälder zwar eine 1:2-Niederlage hinnehmen, halten aber durch fünf Siege in den nächsten sechs Spielen den Kontakt zur Tabellenspitze. Am 29. März gastiert der mit lediglich zwei Minuspunkten belastete Spitzenreiter vom Fürther Ronhof im Stadion, das mit 35.000 Zuschauern die Rekordkulisse dieser Spielzeit erlebt. Bei einem Sieg kann die Eintracht mit der Spielvereinigung gleichziehen, vergibt jedoch die Chance und muss sich mit einem 0:0 begnügen. Ihre Titelchance verspielt die Eintracht dann am zwölften Spieltag in München, wo sie trotz deutlicher Feldüberlegenheit gegen die Bayern mit 1:2 verliert. Mit einem 2:1-Sieg nur eine Woche später gegen denselben Gegner - die erste Partie im Februar musste nach 15 Minuten wegen Unbespielbarkeit des Platzes im Stadion abgebrochen werden - sowie einem 2:1 im letzten Spiel gegen Wormatia Worms können die Frankfurter aber zumindest den zweiten Platz hinter den um einen Punkt besseren Fürthern halten und sind damit für die Spiele um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.


Lediglich 3.000 Zuschauer verfolgen das 2:2 im
Freundschaftsspiel gegen Admira Wien. Hier klärt
der neue Eintrachttorhüter Ludwig Schmitt.
 

Als die Terminplanung des DFB für diese Spiele bekannt wird, ist das Entsetzen am Riederwald groß. Bereits vier Tage nach der Partie gegen Worms trifft die Eintracht in Düsseldorf auf die dortige Fortuna. Zur Halbzeit steht die Auseinandersetzung um den Einzug ins Viertelfinale 1:1, zum Ende der regulären Spielzeit 2:2. In der Verlängerung steht die Glücksgöttin dann aufseiten der Frankfurter - in der 120. Minute unterläuft dem Düsseldorfer Albrecht ein Eigentor zum 3:2-Endstand. Ohne Pause hetzt der Eintrachttross nun weiter, denn der DFB gönnt den Frankfurtern keine Regeneration. Schon am 17. Mai, nur drei Tage nach dem Spiel in Düsseldorf, ist der HSV der Gegner. Zudem findet das Spiel in Hamburg statt, so dass die Spieler die knappe Zeit nicht zur Erholung nutzen können, sondern mit Zugfahrten verbringen müssen. Die Folge ist eine 0:2-Niederlage, nach der Spieler und Offizielle nicht zu Unrecht davon überzeugt sind, dass nur die Termin- und Spielstättenplanung des Deutschen Fußballbundes den Einzug ins Halbfinale verhindert hat.

Eine Woche später bricht die Eintracht zu ihrer Pfingstreise gen Süden auf, wo zwei Freundschaftsspiele auf dem Programm stehen. Zunächst ist man beim FV Lörrach zu Gast und setzt sich dort klar mit 6:1 durch, einen Tag später folgt beim FC Zürich mit einem 5:2 der zweite überzeugende Sieg. Am 21. Juni steht schließlich am Riederwald der Saisonabschluss mit dem Frankfurter Derby gegen den wieder erstarkten FSV an, das mit einem Debakel für die Bornheimer endet: 9:1 siegt die Eintracht. "Die größte Sensation in der Resultatliste beider Vereine seit ihrem 31jährigen Bestehen!", schreibt der 'Kicker' dazu. Und der 'Fußball stellt fest: "So wie die Eintracht gegen den Fußballsportverein spielte, also ausgeruht, wäre sie Deutscher Meister geworden. Und sie hätte es verdient."

 

 

 
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© text by fg