Gaumeister mit neuer Tribüne

1937
1938


Die neue Tribüne am Riederwald
 

Ende der letzten Saison hatten sich die Riederwälder für die Schlussrunde im Tschammer-Pokal qualifiziert, zu Anfang der neuen Spielzeit verabschiedet man sich nach einem 0:2 beim Kölner Club SpVgg Sülz 07 dann aber auch gleich wieder aus diesem Wettbewerb. Dass es vor dem Ligastart dennoch einen Grund zu feiern gibt, hat mit dem Schadfeuer im Juli '36 zu tun: Am 5. September, eine Woche vor dem ersten Spiel in der Gauliga Südwest, wird die neue, 66.000 Reichsmark teure Tribüne am Riederwald mit einem Freundschaftsspiel gegen Fortuna Düsseldorf (1:5) eingeweiht.

Etliche neue Gesichter sind zum Saisonauftakt auch im Kreis der ersten Mannschaft zu begrüßen: Hermann Lindemann kommt bereits im April 1937 vom OFC und soll die Rolle von Nationalspieler Hugo Mantel übernehmen. Emil Arheilger und Fritz Linken sind als Verstärkung für den Sturm eingeplant und ab November spielberechtigt. Ein Glücksgriff ist der 17 Jahre junge Albert Wirsching, der aus der eigenen Jugend kommt und in seiner Premierensaison für die erste Mannschaft in 24 Pflichtspielen 30 Treffer erzielen wird. Zudem hat Gramlich seine Verletzung auskuriert und steht wieder zur Verfügung. Dafür muss nun Möbs nach einer Beinoperation pausieren und fällt bis zum Frühjahr 1938 aus. Den Verein verlässt unter anderem Karl Monz, der in der letzten Saison immerhin 18 Pflichtspiele absolviert hatte.

In der Gauliga Südwest mit ihren zehn Teilnehmern gelingt ein Traumstart. Bis einschließlich des zehnten Spieltags bleibt die Eintracht bei acht Siegen und zwei Unentschieden ungeschlagen. Die weiteren Spiele bringen dann unter anderem drei Auswärtsniederlagen, die das Rennen um die Meisterschaft noch einmal spannend machen. Zu Hause am Riederwald überzeugt die Mannschaft aber stets. Es gelingen deutliche Siege, unter anderem mit 7:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern, mit 5:2 gegen den SV Wiesbaden und mit 8:1 gegen Opel Rüsselsheim.


Albert Wirsching umspielt Torhüter Weiland
(FV Saarbrücken - Eintracht 2:4)

Wie schon in den letzten beiden Spielzeiten fällt die Entscheidung in der Gauliga am letzten Spieltag. Als die Eintracht am 27. März beim FV Saarbrücken aufläuft, hat der aktuelle Tabellenführer Borussia Neunkirchen sein Programm bereits absolviert und in 18 Spielen bei einem Torquotienten von 2,11 insgesamt 27 Punkte zusammengetragen. Die Eintracht liegt nur einen Punkt hinter den Saarländern und weist mit 2,35 den besseren Torquotienten auf, so dass ein Punkt in Saarbrücken zum Meistertitel reichen würde.

Bereits in der 4. Minute legt der Gastgeber das 1:0 vor, aber die Eintracht kann bis zum Halbzeitpfiff das Spiel drehen und geht mit einer 2:1-Führung in die Kabinen. Mitte der zweiten Hälfte gleicht Saarbrücken zwar aus, aber im wolkenbruchartigen Regen sichern Linken und Wirsching mit ihren späten Treffern den 4:2-Auswärtssieg und damit den Gaumeistertitel. 58:25 Tore und 28:9 Punkte weist die Schlussbilanz aus.

Damit hat sich die Eintracht für die Gruppenspiele um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert die am 3. April 1938 beginnen. Gegner der Eintracht in der Gruppe I sind die ostpreußische Soldatenelf von Yorck Boyen Insterburg, der Stettiner SC sowie der Hamburger SV. Wie schon in der Gauliga sind die Spiele der Riederwälder äußerst torreich. Den Auftaktsiegen in Insterburg (5:1) und Stettin (6:5 nach 6:2-Führung) folgt eine glatte 0:5-Niederlage beim HSV. Zwar werden die drei nun folgenden Heimspiele gegen Stettin und Insterburg mit jeweils 5:0 und gegen den HSV mit 3:2 gewonnen. In der Abschlusstabelle reicht es mit 10:2 Punkten und 24:13 Toren aufgrund des schlechteren Torquotienten dennoch nur zum zweiten Platz hinter dem punktgleichen Hamburgern: Bei 24:13 Toren kommt die Eintracht auf einen Wert von 1,85, während der HSV bei 21:5 Toren einen Quotienten von 4,2 erspielt hat.

 

 

 
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