Und wieder die Wormatia

1936
1937


Karl Röll

 

Nachdem man in der letzten Spielzeit erst in der finalen Partie den Gaumeistertitel verpasst hat, will man auch in der Saison 36/37 in der oberen Tabellenregion mitspielen. Dabei muss Trainer Paul Oßwald allerdings ohne Willi Tiefel planen, denn der Nationalspieler, der seine Karriere bei Union Niederrad begonnen hatte, wird von seinem Arbeitgeber nach Berlin versetzt. Ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen Theodor Trumpler, der eine mehrjährige Wettkampfpause einlegt, und Albert Conrad, der zum VfR Mannheim wechselt. Auch Bernhard Leis nimmt Abschied vom aktiven Geschehen und absolviert in dieser Spielzeit nur noch ein Ligaspiel. Die so entstandenen Lücken im Kader füllen sollen Spieler wie Franz Knapp vom FSV und Rechtsaußen Karl Röll, der aus Fulda kommt. Ab November steht zudem Dr. Paul Herrmann aus Stuttgart-Feuerbach für die erste Mannschaft zur Verfügung.

Der Start in die Punktrunde der Gauliga Südwest gerät zur Achterbahnfahrt. Am ersten Spieltag kassieren die Riederwälder eine glatte 0:4-Niederlage beim SV Wiesbaden, halten sich aber im folgenden Heimspiel gegen die Sportfreunde Saarbrücken, das wie die anderen Partien aufgrund der durch den Brand zerstörten Tribüne am Riederwald am Bornheimer Hang ausgetragen wird, mit 5:1 schadlos. Weiter geht es mit einer 2:4-Pleite bei Borussia Neunkirchen, auf die ein 5:0 gegen den FK Pirmasens folgt. Dem Gesetz dieser unseligen Serie folgend verliert man im nächsten Spiel dann 1:5 in Worms.


Titel des 'Kicker' mit einer Szene aus
der Partie FSV - Eintracht am 14.
Februar, die 2:2 endet. Links Möbs,
   der beide Tore für die Eintracht erzielt.   

Dieses Auf und Ab endet nach dem 3:2 im Derby gegen den FSV, bei dem sich Rudolf Gramlich eine schwere Knieverletzung zuzieht und für sieben Monate ausfällt. Im folgenden Auswärtsspiel siegt die Eintracht mit 2:1 bei Union Niederrad und auch die folgenden drei Partien werden gewonnen. Zwar folgt eine Auswärtsniederlage bei den Sportfreunden Saarbrücken (2:4), mit drei weiteren Siegen kompensieren die Riederwälder diesen Punktverlust aber, so dass man vor der Spitzenpartie gegen Wormatia Worms punktgleich mit dem letztjährigen Meister auf Platz 3 steht. Zu einer Vorentscheidung im Kampf um den Meistertitel kommt es in diesem Spiel am 31. Januar allerdings nicht, denn die Partie wird in der 55. Minute beim Stand von 2:2 aufgrund des schneebedeckten und immer glatter werdenden Rasens abgebrochen.

Die daraus resultierende Wiederholung ist auf den 7. März angesetzt. Worms hat mittlerweile mit 24 Punkten die Tabellenführung übernommen, die Eintracht folgt mit einem Punkt weniger auf dem zweiten Platz. Mit einem Sieg könnte man sich also selbst an die Spitze setzen und an diesem vorletzten Spieltag einen wichtigen Vorteil im Kampf um den Gaumeistertitel erlangen. Doch die Hoffnung erfüllt sich nicht, das Spiel endet 1:1.

Am letzten Spieltag siegt die Eintracht 2:0 bei Kickers Offenbach, während die Wormser sich mit einem torlosen Unentschieden beim FK Pirmasens begnügen müssen. Beide Vereine weisen nun 26:10 Punkte auf, so dass das Torverhältnis über den Meistertitel entscheidet, das die Wormser mit 48:23 Treffern vor der Eintracht mit 48:31 platziert.

Im Mai und Juni folgen schließlich die Spiele um den Tschammer-Pokal auf Gauebene. Mit drei Siegen - 4:1 gegen Germania Schwanheim, 4:3 nach Verlängerung gegen Reichsbahn Rot-Weiß Frankfurt und 3:1 beim VfL Neckarau - qualifiziert sich die Eintracht erstmals für die Schlussrunde dieses Wettbewerbs, die zu Beginn der Saison 37/38 ausgetragen wird.

 

 

 
<< 1935
1937 >>

© text by fg