Ligabetrieb trotz Kriegsbeginn

1939
1940


Programm zum Auftakt der
Frankfurter Stadtrunde am
17.09.39 (BSG IG Farben -
Eintracht 1:10)
 

Eine zentrale Rolle bei den Planungen der Eintracht für die Saison 39/40 spielt die Absicht des Fachamts Fußball - der NS-Nachfolgeorganisation des DFB -, in der nächsten Spielzeit eine in vier Gruppen unterteilte Reichsliga einzuführen. Um sich für diese neue höchste Spielklasse zu qualifizieren, wird eine möglichst gute Platzierung in der Gauliga angestrebt. Erreicht werden soll sie mit Peter Szabo, einem ehemaligen Spieler der Eintracht, der als Trainer vom polnischen Meister Ruch Chorzów an den Riederwald wechselt.

Am 20. August siegt die Eintracht im ersten Pflichtspiel der Saison, einer Erstrundenbegegnung im Tschammer-Pokal, mit 5:0 beim SV Beuel 06. Am 27. August startet man mit einem 1:1 beim SV Wiesbaden in die Spielzeit 39/40 der Gauliga Südwest. Doch mit dem Kriegsbeginn durch den Angriff des Deutschen Reichs auf Polen am 1. September wird der Spielbetrieb in dieser Liga eingestellt, die Mannschaften sollen stattdessen lokale Stadtmeisterschaften durchführen.


Emil Arheilger grüßt über die Vereinsnachrichten

In der Frankfurter Stadtrunde trifft die Eintracht auf die Vereine BSG IG Farben, Sportfreunde 04, FSV, Reichsbahn Rot-Weiß Frankfurt, Union Niederrad und Griesheim 02. Nach sechs Spielen, in denen die Eintracht bei einem Unentschieden (1:1) gegen den FSV 11:1 Punkte erzielt, wird diese Runde eingestellt und die Eintracht zum Sieger erklärt. Statt der Stadtrunde werden ab Dezember die Kriegsmeisterschaften im Gau Südwest ausgespielt, an denen die Eintracht mit sechs weiteren Vereinen in der Gruppe Main teilnimmt. Zuvor wird noch das Schlussrundenspiel im Tschammer-Pokal gegen den SV Waldhof Mannheim ausgetragen, das mit 0:1 nach Verlängerung verloren wird. Bei diesem Spiel muss die Mannschaft nicht nur Torjäger Adamkiewicz verzichten, der erst im Mai '39 zur Eintracht gekommen war und bereits im Oktober wieder zurück nach Hamburg zum HSV gewechselt ist, sondern auch auf die zum Wehrmachteinsatz eingezogenen Kolb, Lindemann, Arheilger, Adam Schmitt und Röll.


Gastspieler Alfons Moog

 

Auch in den Spielen der Kriegsmeisterschaften fehlen zahlreiche Spieler aufgrund ihrer Einberufung. Um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, wird den Vereinen gestattet, am Ort stationierte Soldaten als Gastspieler einzusetzen. Bei der Eintracht sind dies im Laufe der Spielzeit unter anderem der Karlsruher Johannes Herberger, Neffe des Reichstrainers Sepp Herberger, der frisch gebackene Nationalspieler Alfons Moog vom VfL Köln 99 [[Bild da]], Otto Lehmann vom Freiburger FC sowie Gottfried Roskoni und Albert Resch vom FV Saarbrücken. Umgekehrt sind zahlreiche Eintrachtspieler bei anderen Vereinen aktiv, so beispielsweise Adolf Schmidt bei Hertha BSC Berlin und August Groß bei Rot-Weiß Oberhausen. Ohne eingespielte Mannschaft gelingen der Eintracht in den ersten fünf Spielen lediglich zwei Siege und ein Unentschieden. Mit einem Auswärtserfolg beim OFC (1:0) beginnt dann jedoch eine Siegesserie, so dass man zum Ende der Spiele in der Maingruppe mit 19:5 Punkten den zweiten Platz belegt.

Im Mai 1940 beginnt die Hauptrunde auf Gauebene im Tschammer-Pokal. Vier Spiele trägt die Eintracht dabei aus und erringt mit dem 5:1 bei Viktoria Eckenheim, dem 4:1 beim SV Steinheim, einem 8:0 gegen die Reichsbahn Spielvereinigung Bad Homburg und einem 4:1 bei Germania 94 vier Siege. In Steinheim feiert dabei ein 18-jähriger Nachwuchsspieler sein Debüt in der ersten Mannschaft, der für die Eintracht bis 1957 aktiv sein wird: Werner Heilig.

 

 

 
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