Der Krieg bestimmt die Mannschaftsaufstellung

1940
1941


Paul Janes klärt vor
Eintrachtstürmer
Adam Schmitt (Eintracht
- Düsseldorf 2:3)

Nicht mehr dem Gegner gilt mittlerweile das Hauptaugenmerk im Vorfeld eines Spiels, sondern dem eigenen Kader. Die Abwesenheit der zum Militärdienst eingezogenen Spieler und die oftmals nur einige Wochen dauernde Aufnahme von Gastspielern machen es unmöglich, eine aufeinander abgestimmte Stammformation herauszubilden. So kommen allein in den 22 Spielen der beiden Wettbewerbe Bereichsklasse und Pokal mehr als 30 verschiedene Aktive zum Einsatz.

Dennoch absolviert die Eintracht die ersten beiden überregionalen Pflichtspiele der Saison 40/41 erfolgreich: In der Schlussrunde des Tschammer-Pokals wird zunächst Westfalia Herne mit 3:2 und anschließend Rot-Weiß Essen mit 2:0 besiegt. Damit hat man erstmals das Achtelfinale in diesem Wettbewerb erreicht, scheidet allerdings am Riederwald vor 12.000 Zuschauern nach einem unglücklichen 2:3 gegen Fortuna Düsseldorf aus.

Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits das erste Punktspiel in der acht Mannschaften umfassenden Gruppe Mainhessen der Bereichsklasse Südwest - so der neue Name der Gauliga - absolviert und sich mit einem 3:3-Unentschieden von Reichsbahn Wormatia Worms getrennt. Im weiteren Verlauf der Runde, in der sich die Eintracht ab November Trainer Szabo mit Reichsbahn Rot-Weiß Frankfurt teilen muss, rangiert man beständig im vorderen Drittel der Tabelle, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt in das Rennen um den Titel eingreifen zu können. Zum Abschluss der Ligaspiele landet man so mit 17:11 Punkten auf dem dritten Platz. Dabei gelingt es jungen Spielern wie Albert Wirsching, Werner Heilig und Ludwig Kolb, sich ins Blickfeld des Reichstrainers Herberger zu spielen: Sie werden zu Sichtungslehrgängen nach Berlin eingeladen. Einziger aktueller Nationalspieler in den Reihen der Eintracht zu dieser Zeit ist freilich der Gastspieler Alfons Moog, der allerdings am Ende der Saison nach Köln zurückkehrt.


Ludwig Kolb


Albert Wirsching

Ein kleiner Achtungserfolg gelingt im Kriegserinnerungspokal, der vom Juni bis Dezember 1940 ausgespielt wird. Gegen meist unterklassige Gegner, Betriebssportgruppen und Soldatenmannschaften wie die BSG Degussa, BSG Voigt & Haeffner oder Flak Hausen zieht man ins Halbfinale ein und besiegt dort den FSV mit 3:1. Das Endspiel gegen die SpVgg Griesheim 02 ist dann eine klare Sache: 9:1 kann die Eintracht dieses Spiel gewinnen.

Im April 1941 starten schließlich die Spiele auf Bereichsebene um den Tschammer-Pokal. Dieses Mal kann man sich nicht für die Schlussrunde qualifizieren, denn nach Siegen gegen die GfL Darmstadt (5:1), den FSV Frankfurt (2:0) und den FFV Sportfreunde 04 (3:1) ist nach dem 1:6 im Spiel gegen den SV Waldhof Mannheim am 22. Juni der Pokalwettbewerb für die Eintracht beendet. Dieses Ausscheiden ist allerdings selbst für Fußballenthusiasten nur von nachrangigem Interesse, da die deutsche Wehrmacht an diesem Tag den militärischen Überfall auf die Sowjetunion beginnt.

 

 

 

 
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