Die Oberliga Süd verabschiedet sich

1962
1963

1958 war die Gründung einer landesweiten Profiliga auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag in Frankfurt noch gescheitert, am 28. Juli 1962 wird sie dann Realität: Die Delegierten der Landesverbände beschließen auf dem DFB-Bundestag in Dortmund mit großer Mehrheit die Einführung der Bundesliga zur Saison 1963/64. Den Unterbau sollen die fünf Regionalligen Nord, West, Südwest, Süd und Berlin bilden.


Schultheiß kommt zu spät, Stinka
erzielt das 2:0 (Eintracht - OFC 5:0)

In Frankfurt startet man ins letztes Oberligajahr mit der festen Überzeugung, zu den 16 Bundesligavereinen für die nächste Saison zu zählen. Personell kann Trainer Oßwald in dieser Saison mit Jürgen Friedrich planen, einem Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, sowie Erich 'Witsche' Hahn, der vom KSV Hessen Kassel nach Frankfurt wechselt. Den Verein verlassen Ernst Kreuz in Richtung Hamburger SV, Erich Meier geht zum 1. FC Kaiserslautern.

Die ersten Pflichtspiele werden erfolgreich absolviert. Nach Siegen gegen Tasmania Berlin (1:0 und beim 1: FC Köln (2:1 n.V.) stehen die Riederwälder erstmals im Halbfinale des DFB-Pokals. Allerdings erfolgt das Aus nach einer 2:4-Niederlage beim Vizemeister Nürnberg. Besser gelingt der Start in die Oberliga Süd: Das erste Spiel bei Bayern München bringt einen 5:0-Sieg, am sechsten Spieltag werden die Kickers mit demselben Ergebnis nach Hause geschickt - die Eintracht setzt sich in den obersten Tabellenregionen fest.

Das 1:4 gegen Bayern Hof am siebten Spieltag ist die einzige Niederlage der Hinrunde, die aufgrund von sechs Unentschieden in Folge dennoch nur als Vierter abgeschlossen wird. Internationales Ansehen verschafft sich die Eintracht durch Freundschaftsspiele während der ersten Saisonhälfte, unter anderem durch den 4:1-Sieg beim Grasshopper Club Zürich, das 2:0 gegen den Europapokalsieger und portugiesischen Meister Benfica Lissabon im Stadion und das 1:1 gegen Sheffield United.

Am 11. Januar 1963 ist es dann soweit: Der DFB benennt die ersten neun Vereine, die in der nächsten Saison in der Bundesliga antreten sollen. Wie erwartet ist die Eintracht dabei, zudem erhalten der 1. FC Köln, Borussia Dortmund, der FC Schalke 04, Werder Bremen, der 1. FC Nürnberg, der 1. FC Saarbrücken, der Hamburger SV und Hertha BSC eine Zusage.


Pelé und Wolfgang Solz, Spitzname
'der Brasilianer', vor dem Freundschaftsspiel
gegen den FC Santos

Der schneereiche Winter ist der Grund für ein Terminchaos zu Anfang der Rückrunde. Die Eintracht trifft es besonders hart, als das Heimspiel am 20. Spieltag gegen Hessen Kassel vom Süddeutschen Fußballverband aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes am Riederwald verlegt wird - ausgerechnet auf den Bieberer Berg. Prompt gibt es eine 0:1-Niederlage, gegen die die Eintracht ob der Spielortfestlegung Protest einlegt. Dieser wird nach diversen Instanzen erst Anfang Mai abschlägig entschieden, das Ergebnis hat Bestand.

Zu diesem Zeitpunkt hat die Eintracht ihre Chancen auf den zweiten Tabellenplatz aber schon verspielt. Zwar werden vom 25. Spieltag an fünf Siege in Folge eingefahren und auch das Nachholspiel gegen die SpVgg Fürth gewonnen, im letzten Saisonspiel gegen den Tabellenvorletzten Schwaben Augsburg gibt es aber eine 1:2-Niederlage vor heimischer Kulisse. Letztlich landet die Eintracht mit 56:32 Toren und 39:21 Punkten nur auf Platz vier. Zu allem Überfluss gibt es eine 1:2-Niederlage beim KSV Hessen Kassel, die das Aus im Viertelfinale des Süddeutschen Pokals bedeutet. Versöhnt werden zumindest die 30.000 Eintrachtfans im Stadion durch eine Galaauftritt von Pelé Anfang Juni '63, der beim 5:2-Sieg seines FC Santos gleich vier Tore erzielt.

 

 

 
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© text by fg