Der Start in die Bundesliga |
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| 1963 |
Vor 30.000 Zuschauer gehen die Lauterer durch einen Foulelfmeter in Führung. Schämer gelingt bereits zwei Minuten später ebenfalls durch Strafstoß zwar der Ausgleich, aber trotz emsiger Bemühungen der Platzherren hat dieses 1:1 bis zum Schlusspfiff Bestand. Auch die nächsten Bundesligapartien bringen den Riederwäldern kein Erfolgserlebnis, nach drei Niederlagen findet man sich sogar auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Das 3:0 gegen Eintracht Braunschweig am 5. Spieltag bricht den Bann, sechs weitere Siege und ein Unentschieden verschaffen der Eintracht bis zur Winterpause 16:14 Punkte und den 7. Platz.
In der Rückrunde drehen die Adler nach einem missglückten Start mit lediglich zwei Punkten aus den ersten drei Spielen auf: In den noch anstehenden zwölf Ligapartien bleibt man ohne Niederlage und kann neun Siege verbuchen. Das reicht in dieser ersten Bundesligasaison für 39:21 Punkte und den dritten Platz punktgleich mit dem Meidericher SV, der als Zweiter den besseren Torquotienten aufweist. Insgesamt hat dieses erste Jahr Bundesliga alle Erwartungen erfüllt und gezeigt, dass diese neue Liga von den Fans angenommen wird. So kann die Eintracht ihren Zuschauerschnitt bei Heimspielen mit 26.500 Besuchern pro Spiel gegenüber der Oberligasaison 62/63 nahezu verdoppeln. Von der guten Form in der Rückrunde profitiert die Eintracht auch im DFB-Pokal, dessen 1. Hauptrunde erst im April 1964 durchgeführt wird. Durch Siege gegen den VfL Wolfsburg (2:0), Hessen Kassel (6:1), Schalke 04 (2:1) und Hertha BSC (3:1) erreicht man erstmals das Finale, das auf Samstag, den 13. Juni terminiert ist und im Stuttgarter Neckarstadion stattfindet. Endspielgegner ist der TSV 1860 München. Auf der Bank der Eintracht sitzt der ehemalige Spieler und bisherige Co-Trainer Ivica Horvat, der seit April den erkrankten Meistertrainer Paul Oßwald vertritt. In der Gluthitze des Neckarstadions präsentiert sich die Eintracht jedoch ungewohnt kraftlos, die Löwen haben wenig Probleme, das Spiel und damit den Pokal mit 2:0 zu gewinnen.
Bei der Eintracht ist neben der Enttäuschung die lähmende Hitze Thema Nr. 1. Torhüter Loy spricht für viele, wenn er meint: "Ich kann nicht verstehen, weshalb wir nicht vom Ausland lernen und Spiele bei solchen Temperaturen in die Abendstunden verlegen. Ich bin überzeugt, dass unsere Mannschaft zwei Stunden später oder gar bei Flutlicht ganz anders abgeschnitten hätte." Und er weist noch auf etwas anderes hin, nämlich auf die Tatsache, dass die Löwen vor dem Spiel ein einwöchiges Trainingslager beziehen konnten, während die Eintracht erst am Freitagabend nach Stuttgart gefahren war. "Wir könnten uns das nicht erlauben, denn wir sind ja schließlich in festen Stellungen". Ein weiterer Grund für den matten Zustand der Mannschaft ist die Impfung der Spieler kurz vor dem Finale, da die Riederwälder direkt nach dem Endspiel zu einer schon länger geplanten Südafrikareise antreten. Sechs Siege in sechs Spielen am Kap tragen dann zum guten internationalen Ruf der Eintracht bei und können etwas über das verlorene Pokalfinale hinwegtrösten.
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© text by fg