Ein massiver Aderlass |
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| 1982 |
Angesichts der angespannten finanziellen Lage bewegen sich die Aufwendungen der Eintracht für neue Spieler in engen Grenzen. Mit Ralf Sievers vom Lüneburger SK und Martin Trieb vom FC Augsburg werden zwei Nachwuchsspieler des Jahrgangs '61 verpflichtet, von 1860 München – gerade per Lizenzentzug in die Amateuroberliga befördert – kommt Uwe Schreml. Auch bei der Wahl eines Nachfolgers für Trainer Lothar Buchmann entscheidet sich die Eintracht für die ‚kleine‘ Lösung: Während von den Fans mögliche Kandidaten wie Weisweiler, Zebec und Weise diskutiert werden, nimmt man den Österreicher Helmut Senekowitsch unter Vertrag.
Senekowitschs Karriere als Trainer bei der Eintracht ist allerdings beendet, noch ehe sie richtig begonnen hat. Nach einem Strohfeuer beim 5:0-Heimsieg gegen Leverkusen am zweiten Spieltag folgen in den nächsten vier Pflichtspielen vier Niederlagen, darunter das Ausscheiden im DFB-Pokal beim Zweitligisten Waldhof Mannheim bereits in der ersten Runde (0:2). Mit 2:8 Punkten auf einem Abstiegsrang platziert, reagiert die Eintracht und entlässt den Österreicher, Co-Trainer Meyer übernimmt als Interimscoach für das Auswärtsspiel bei Bayern München (0:4) den Trainerposten. Schon gegen den HSV (1:1) hat man den Trainerstuhl dann mit Branko Zebec neu besetzt; dieser siebte Spieltag ist zudem Premiere für Josef ‚Jupp‘ Kaczor im Eintracht-Trikot. Ab Mitte November verstärkt zusätzlich Thomas Kroth die Mannschaft, dafür wird Anfang Dezember Werner Lorant an Schalke 04 abgegeben. Unter Zebec stabilisiert sich die Eintracht langsam und erreicht in den verbleibenden zehn Spielen der Hinrunde zehn Punkte. Die Abstiegssorgen sind bei nur zwei Zählern Vorsprung vor dem Tabellenletzten allerdings noch akut. Vor allem der Heimstärke in der Rückrunde (13:3 Punkte) ist es zu verdanken, dass der Klassenerhalt bald kein Thema mehr ist. Als Gast in fremden Stadien ist die Eintracht dagegen gern gesehen: Gerade einmal vier Auswärtspunkte – allesamt in der Rückrunde erspielt - stehen am Ende der Spielzeit zu Buche. 29:39 Punkte nach dem 34. Spieltag reichen schließlich für den zehnten Rang.
Negative Schlagzeilen macht die Eintracht zum Ende der Saison hingegen einmal mehr durch die Vereinsführung. Präsident Schander, Vizepräsident Zenker und Schatzmeister Knispel treten zurück, nachdem bekannt wird, dass Zenker in den Skandal rund um die Vermittlung von Bauherrenmodellen involviert ist, der unter anderem einen Pfändungsbeschluss gegen Bum-Kun Cha zur Folge hat. Mit Dr. Klaus Gramlich als Präsident, Dr. Harald Böhm als ‚Vize‘ und Wolfgang Knispel als Schatzmeister wird schließlich ein neues Präsidium gewählt, das dem Verein angesichts der prekären Finanzsituation einen rigiden Sparkurs verordnet. Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, müssen mit Pezzey, der für 1,25 Millionen Mark zu Werder Bremen wechselt, und Cha, für den Bayer Leverkusen rund eine Million Mark zahlt, zwei Stars abgegeben werden. Der mittlerweile 34-jährige Bernd Nickel verlässt den die Riederwälder und geht zum Abschluss seiner aktiven Karriere in die Schweiz zu Young Boys Bern, Willi Neuberger beendet seine aktive Bundesligalaufbahn. Weitere Abgänge sind Anthes, Ernst, Gulich, Kaczor, Karger, Künast, Lottermann und Peukert.
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© text by fg