Nicht schlecht genug für den Abstieg

1986
1987


Der Trainer und die Neuen: Münn, Dietrich
Weise, Jessl. Kraus, Möller, Smolarek
Mit Beginn der Saison 86/87 sind die ‚Jugendjahre‘ bei der Eintracht vorbei. Zwar wechselt Andreas Möller, der mit der A-Jugend Deutscher Meister wurde, direkt in den Profikader. Andere Neuzugänge wie etwa Wolfgang Kraus, der mit 32 Jahren vom FC Zürich zur Eintracht zurückkehrt, Volker Münn von Hessen Kassel und Reinhold Jessl vom FSV Bad Orb fallen aber nicht mehr in die Kategorie Nachwuchs. Zudem verstärken sich die Riederwälder mit drei polnischen Spielern. Wlodzimierz Smolarek, bei der WM in Mexiko gerade zum besten polnischen Spieler gewählt, kommt von Widzew Lodz, Jaroslaw Biernat und Janusz Turowski von Pogon Stettin. Die beiden letztgenannten sind allerdings erst in der Rückrunde spielberechtigt. Abgänge sind Trieb, Svensson und Fruck.

Fußballballett: Binz und Kraaz
lassen Dorfner nicht mitmachen
(Eintracht - Bayern 0:0)

Bereits im ersten Spiel stellt Smolarek seine Qualitäten unter Beweis und erzielt beim 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf zwei Treffer. Drei Punkte aus den nächsten beiden Partien sowie ein 3:1-Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Eintracht Braunschweig lassen viele Anhänger von besseren Zeiten träumen. Es folgt jedoch eine Serie von acht Spielen ohne Sieg, erst am 12. Spieltag gegen Waldhof Mannheim (2:1) und am 14. Spieltag gegen Bayer 05 Uerdingen (1:0) können die nächsten doppelten Punktgewinne verbucht werden.


Hans-Dieter Zahnleiter

Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Schalke 04 am 16. Spieltag kommt es zum Eklat: Trainer Weise suspendiert Wolfgang Kraus als Spieler, das Präsidium stärkt Kraus, dem vertraglich für die nächste Saison der Managerposten zugesagt ist, den Rücken, entlässt Weise und befördert Kraus vorzeitig auf die Managerposition. Als Trainer für die restliche Spielzeit übernimmt Co-Trainer Zahnleiter die sportliche Verantwortung. Zudem wird bekannt gegeben, dass Karl-Heinz Feldkamp für die Saison 87/88 als Trainer verpflichtet wurde.

Zur Winterpause verlässt Sarroca den Verein und wechselt zu Viktoria Aschaffenburg. Die Eintracht steht zu diesem Zeitpunkt mit 15:19 Punkten auf Position 14 der Tabelle und hat sieben Punkte Vorsprung vor einem Abstiegs- sowie fünf vor dem Relegationsplatz. Im März scheidet man dann durch ein 1:3 bei den Stuttgarter Kickers im Viertelfinale aus dem DFB-Pokalwettbewerb aus, Anfang April gelingt Zahnleiter mit dem 4:0 gegen Mönchengladbach am 23. Spieltag sein erster Sieg als verantwortlicher Cheftrainer.

Insgesamt erspielen sich die flügellahmen Adler in der gesamten Rückrunde gerade einmal zehn Punkte, was in der Endabrechnung mit 25:43 Punkten das dürftigste Ergebnis der Eintracht seit Bundesligabestehen bedeutet. Dass dies für Tabellenplatz 15 reicht, der den Ligaverbleib sichert, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass es mit dem FC Homburg, Fortuna Düsseldorf und Blau-Weiß 90 Berlin drei noch schlechtere Mannschaften gab.

 

 

 
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© text by fg