Zum vierten Mal Pokalsieger |
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| 1987 |
Zu Beginn der neuen Saison übernimmt wie geplant Karl-Heinz Feldkamp die Trainerposition bei der Eintracht. Aber nicht nur an den Namen Feldkamp müssen sich die Fans gewöhnen – im Gegensatz zur verhaltenen Transferpolitik der letzten Jahre herrscht dieses Mal ein reges Kommen und Gehen bei der Eintracht. Unter anderem verlassen mit Pahl, Berthold, Falkenmayer, Theiss, Krämer und Mitchell einige wichtige Leistungsträger den Verein.
Kompensiert werden soll dies durch eine ausgiebige Einkaufstour, verpflichtet werden Balzis, Schulz, Schlindwein, Roth, Heitkamp, Kostner, Haub, Ernst und Klepper. Als Krönung leistet sich der Verein mit Lajos Détári von Honved Budapest einen ungarischen Mittelfeldregisseur, dessen Verpflichtung alleine 3,6 Millionen Mark kostet. Der Saisonstart mit dieser neu zusammengestellten Mannschaft missrät gründlich. Nachdem im ersten Spiel durch ein 2:2 beim 1. FC Kaiserslautern ein Punkt geholt werden kann, gehen die nächsten drei Spiele, zwei davon im heimischen Waldstadion, verloren und die Eintracht rangiert auf dem letzten Tabellenplatz. Besserung zeichnet sich nach einem 3:1-Sieg bei Bayer 04 Leverkusen und dem 3:2 in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Schalke 04 ab, doch die Adlerträger können sich nur langsam aus der Abstiegsregion entfernen.
Vor dem 15. Spieltag – die Eintracht liegt mit 11:17 Punkten punktgleich mit dem 15. aus Kaiserslautern auf dem 10. Rang – können Trainer Feldkamp und Manager Kraus eine weitere Verpflichtung vermelden: Am 7. November gegen Schalke 04 (2:0) steht bei der Eintracht erstmals Uli Stein im Tor. Der ehemalige HSV-Keeper war nach einem Faustschlag gegen den Bayern-Stürmer Wegmann im Supercupfinale im Juli 1987 von den Hamburgern suspendiert worden und seitdem ohne Verein. Mit Stein im Tor gelingen vier Pflichtspielsiege in Folge, zudem qualifiziert man sich durch einen Sieg gegen Fortuna Düsseldorf (1:0) für das Viertelfinale im DFB-Pokal. Ende November kommt es zum Zwist zwischen Trainer Feldkamp und Andreas Möller: Für Möllers Manager Gerster ist dies ein willkommener Anlass, den sofortigen Wechsel des Jungstars nach Dortmund zu finalisieren, der 2,4 Millionen Mark in die Kasse der Eintracht bringt. Dieser Abgang ist durchaus zu verschmerzen, denn Détári findet langsam zu seiner Form. Hatte der Ungar in der Hinrunde meist enttäuscht, entwickelt er sich zum tonangebenden und torgefährlichen Mann im Frankfurter Mittelfeld. Dennoch reicht die ansteigende Formkurve der Mannschaft nicht, um in der Liga in den Kampf um die UEFA-Cup-Plätze einzugreifen. Nach dem 34. Spieltag landet man mit 31:37 Punkten und 51:50 Toren auf dem neunten Rang.
Besser läuft es im Pokal. Nachdem im Viertelfinale Bayer 05 Uerdingen mit 4:2 im Waldstadion vor gerade einmal 10.000 Zuschauern besiegt wird, führt der Weg im Halbfinale zum Liga-Tabellenführer nach Bremen. Werder ist in diesem Spiel klarer Favorit und übernimmt sofort die Initiative. Doch ein überragender Stein im Tor verhindert an diesem Tag einen Torerfolg der Bremer, und ein durch Frank Schulz in der 45. Minute erfolgreich abgeschlossener Konter sorgt für das 1:0, dass die Eintracht zum fünften Mal ins Endspiel um den DFB-Pokal bringt. Austragungsort des Finals am 28. Mai 1988 ist Berlin, der Gegner heißt VfL Bochum. Die Eintracht geht vor 76.000 Zuschauern als leichter Favorit in das Endspiel, kann das Spiel in der ersten Halbzeit aber nicht kontrollieren. Der VfL steht gut in der Abwehr, lässt kaum Frankfurter Angriffe zu und erspielt sich selbst einige Chancen. Doch mit zunehmender Spielzeit ändert sich das Bild. Die Bochumer scheinen mit den Kräften am Ende, Détári kann sich, unterstützt von den nun offensiver ausgerichteten Binz und Sievers, besser in Szene setzen. In der 81. Minute kommt es dann zur entscheidenden Szene: Thomas Epp foult Détári rund 20 Meter vor dem Bochumer Tor. Der Ungar führt den Freistoß selbst aus und zirkelt den Ball unhaltbar für Torhüter Zumdick ins linke obere Toreck. Das 1:0 hat bis zum Schlusspfiff Bestand - die Eintracht ist zum vierten Mal in ihrer Geschichte Deutscher Pokalsieger.
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© text by fg