Eintracht Frankfurt - FFV Sportfreunde 04

Bezirksliga Main-Hessen, Gruppe Main 1932/33 - 6. Spiel

3:0 (2:0)

Termin: 11.09.1932
Zuschauer: 2.500
Schiedsrichter: Kaiser (Biebrich)
Tore: 1:0 August Möbs, 2:0 Stefan Hemmerich, 3:0 Stefan Hemmerich (Mayer?)

 

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Eintracht Frankfurt FFV Sportfreunde 04

 


  • Jakobs
  • Kern

 

Trainer Trainer

 

Eintracht gegen Sportfreunde 3:0 (2:0)

Die Eintracht sah sich genötigt, ihr Spiel gegen den Liga-Neuling F. FC. Sportfreunde dazu zu benützen, um einige ihrer etatmäßigen Spieler ausruhen zu lassen und andere, junge Leute aus der Reserve-Mannschaft auszuprobieren. Ausruhen mußten sich diesmal die beiden Verteidiger Schütz und Stubb, die beide verletzt sind, jedoch nicht so, daß sie für den Fall einer Gestellung am 25. September nicht spielen könnten. Für sie sprangen Dietrich und Kron ein, die beiden Allesspieler, die abwechselnd an einem Sonntag als Stürmer, an einem anderen als Läufer, und an einem 3. als Verteidiger verwandt werden und — ihre Aufgaben zumindestens zur Zufriedenheit jeweils erfüllen. Diesmal bewies insbesondere Dietrich wieder einmal mehr die Totalität seiner Fußballkunst.

Ausprobiert wurden der seitherige Mittelstürmer als linker Außenstürmer, Hemmerich als Sturmführer und Meier als Rechtsaußen. Ehmer ließ sich als Außenstürmer gut an, er lief recht flott, gab glänzende Flanken herein und trat ganz ausgezeichnete Eckbälle. Jedenfalls war es ein guter Gedanke, Ehmer einmal als Außenstürmer einzusetzen, denn es hat sich ergeben, daß die nicht ganz unrecht haben, die schon immer die Auffassung vertraten, daß Start, Stoßkraft und Schußvermögen, die den freistehenden Spieler Ehmer ausmachenden Eigenschaften, auf einem Außenposten weit, weit besser zu verwerten sind, als auf dem immer gedeckt stehenden Mittelstürmerposten, zu dessen, vollen Ausfüllung doch noch etwas mehr hört. Ehmer hat diesmal als linker Außenstürmer die drei Tore, die gefallen sind, eingeleitet; stellt man ihn statt nach links, nach rechts außen, wo doch allein in seinem rechten Fuß seine besondere Stärke liegt — uns scheint das rechte Außenstürmerproblem der Eintracht glänzend gelöst.

Sein Ersatzmann auf dem Mittelstürmerposten, Hemmerich, hat vor allem die Eigenschaft, die Ehmer zumeist fehlt, er ist sehr wendig, dafür fehlt ihm aber die Eigenschaft, die Ehmer bevorzugt besitzt, die Durchschlagskraft. Aber man konnte mit Hemmerich zufrieden sein, er verfügt über den nötigen Ueberblick, verteilt die Bälle gut und versteht sich auf das Flügelspiel. Meier ist zweifelsohne ein talentierter Spieler, die Eintracht sollte ihn aber nicht der Gefahr aussetzen, sich physisch und psychisch zu verbrauchen, bevor er reif ist.

Die ganze Verantwortung für einen Sieg der Eintracht lag diesmal einseitig bei der Läuferreihe. Mantel, Leis und Gramlich waren sich ihrer bewußt und lieferten ein großes Spiel. Mantel war wieder der brillante Techniker, Leis, der unermüdliche Rackerer, und Gramlich die personifizierte Fußballintelligenz.

Der gegnerische Sturm konnte bei Mantel nur wenig, bei Leis kaum und bei Gramlich überhaupt nicht zum Durchbruch kommen. Dazu hatte der Sportfreunde-Sturmführer Jakobs auch an sich einen schlechten Tag. Die übrigen Vier konnten dazu auf keinen grünen Zweig kommen, selbst der sonst so geschätzte Kern brachte diesmal nichts zuwege. Ein Glück, daß die Läuferreihe und Verteidigung mit samt dem Torwart voll auf der Höhe waren.

Die Eintracht hatte von vornherein das Spiel gleich in der Hand, obwohl Kern aus sicherer Position verschoß. 1:0 für die Eintracht hieß es dann, als Möbs einen Eckball Ehmers mit der Brust auffängt, den Ball zum Fuß gleiten läßt, und durch viele Beine hindurch einschlägt. Das zweite Tor der Eintracht fiel, als Hemmerich eine Flanke Ehmers verwandelt. In der zweiten Halbzeit hatten dann die Sportfreunde durch einen Elfmeter, eine Entscheidung, die sehr hart erschien, die Möglichkeiten, ein Tor aufzuholen, doch Jakobs jagte den Elfmeter an den Seitenpfosten, von wo er ins Aus sprang. Zu ihrem drittem Tor kam die Eintracht durch Meier, der eine Flanke von Ehmer verwandelte. Den Rest der Spielzeit spielte die Eintracht mit ihrem Gegner Katz und Maus.

Schiedsrichter.Kaiser, Biebrich, gefiel gut.      —ml— (aus dem 'Kicker' vom 13.09.1932)

 

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