Eintracht Frankfurt - Kickers Oxxenbach

Gauliga Südwest 1938/39 - 1. Spiel

2:0 (1:0)

Termin: 11.09.1938
Zuschauer: 5.500
Schiedsrichter: Herrmann (Ludwigshafen)
Tore: 1:0 Albert Wirsching (4.), 2:0 Karl Röll (87.)

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt Kickers Oxxenbach

 


  • Eigenbroth
  • Hohmann
  • Keck
  • Fleck
  • Lehr
  • Abt
  • Emrich
  • Göbel
  • Göhlich
  • Nowatny
  • Tschatsch

 

Trainer
  •  

Trainer

 

Das zweite Tor durch Röll

In Frankfurt siegte der Meister Eintracht gegen Offenbach 2:0. Göttin Fortuna lächelte dabei dem Meister nicht etwa zu, sondern sie grinste ihn geradezu unverschämt an. Die Dame hat sich hier offensichtlich vorbeibenommen. Da diese Dame aber (ich will mich hüten, zu verallgemeinern!) bekanntlich launisch ist, sollte die Eintracht auf der Hut sein und sich für alle Fälle vorsehen, wo sie mit dem Gegner flirtet...

Also zunächst erschien Fortuna in Gestalt der Gesundheitspolizei von Offenbach, die anscheinend der Ansicht war, daß die spinale Kinderlähmung besser in Frankfurt „bezogen" werden könnte als in Offenbach. So wanderte der Austragungsort an den Riederwald. Sodann ist Offenbachs bester Stürmer Staab noch gerade bis Montag gesperrt (ausgerechnet!). In diesem Stil wickelte sich auch das Treffen ab.

Erwähnen wir gleich, daß Wirsching in der ersten Minute sein Tor schoß, für das er immer gut ist, und daß Röll wenige Minuten vor Schluß ein weiteres anfügte, was ein 2:0 ergab, das zur Charakteristik des Spieles paßt wie die Faust aufs Auge.

Wenn die Eintracht gesiegt hat, so verdankt sie es in erster Linie ihrer eisernen Abwehr mit Fischer, Lindemann, Groß und Stubb. Den Eintrachtanhängern lief ein Schauer über den Rücken, als sie daran dachten, daß an Stelle von Fischer noch der brave Peutler hätte im Tor stehen können... Übrigens kann man jeden Kurzsichtigen damit anführen, daß da unten im Tor Kreß spielen würde. Und so ein Talent wäre bei Rot-Weiß (Spezialität Torwächter!) in der Reserve versunken! Groß und Lindemann sind übrigens reif für höhere Aufgaben.

Sieht man von Wirsching ab, dem man natürlich die harte Inanspruchnahme in der letzten Woche anmerkte, dann spielten die anderen Stürmer und Außenläufer auffallend schwach. Sie waren viel zu langsam und hatten zu wenig Luft. Es ist ihnen zuzugeben, daß der Witterungsumschlag erhöhte Anforderungen stellte, aber schließlich nicht an sie allein. Die bessere Technik und Spielkultur lag auf Seiten der Eintracht, die aber daraus keinen Nutzen ziehen konnte, da den meisten ihrer Spieler immer wieder die Luft ausging. Die Kickers waren durch die Bank die schwächeren Fußballspieler, aber sie sind besser trainiert. Ihre Abwehr ist vorzüglich. Im Sturm aber waren die talentierten Buben zu jung und unerfahren. Wenn da erst Staab dazwischen ist, sieht die Sache anders aus.

Zu dem Spiele kamen etwa 7000 Zuschauer. (aus dem 'Fußball' vom 13.09.1938)

 

 


 

 

(aus dem 'Kicker' vom 13.09.1938)

 

>> Spieldaten <<

 

© text, artwork & code by fg