Eintracht Frankfurt - Reichsbahn Rot-Weiss Frankfurt

Gauliga Südwest 1938/39 - 2. Spiel

2:0 (1:0)

Termin: 18.09.1938
Zuschauer: 9.500
Schiedsrichter: Fritz (Oggersheim)
Tore: 1:0 Karl Röll (18.), 2:0 Adam Schmitt (58.)

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt Reichsbahn Rot-Weiss Frankfurt

 


  • Remmert
  • Eufinger
  • Herrchenhahn
  • Hermann
  • Herz
  • Gillmaier
  • Theis
  • Weller
  • Lautz
  • Beck
  • Dietzel

 

Trainer
  •  

Trainer

 

Südwest-Woche

Die wahre Form ist noch nicht da . . . — Eintracht entdeckt neues Mittelstürmertalent — Fußballhungriges Publikum

Eine Erscheinung glaube ich in meinem Bericht an erster Stelle erwähnen zu müssen: die Zuschauerzahlen sind überraschend angewachsen. Ohne Übertreibung konnte man an den beiden ersten Sonntagen der Meisterschaft auf den Frankfurter Plätzen die Zuschauerzahlen fünfstellig schätzen. Wie kommt es zu dieser Erscheinung? Meistens hängt das Interesse von den Leistungen ab, die geboten werden. Sollten diese nicht doch besser sein, als es uns alten, abgebrühten und verwöhnten Sportberichterstattern vorkommt?

Man neigt ja leicht dazu, zu große Anforderungen zu stellen. Es hat zu viele Großkämpfe für uns gegeben. Nur die Extraklasse kann uns noch reizen. Außerdem ist in technischer und taktischer Beziehung viel durch Schulung erreicht worden. Die Unterschiede sind nicht mehr so groß. Das verleitet zu dem falschen Schluß, daß es keine überragenden Spieler mehr gäbe. Sie haben es heute schwerer, die jungen Talente. Seien wir deshalb etwas nachsichtiger. Das Publikum ist es auch, denn es läßt sich ja wieder begeistern.

Eintracht hält die Spitze

Von unserem Meister hatte man verlangt, daß er den Neuling Rot-Weiß höher schlägt als 2:0. Dieses Verlangen reifte aber erst während des Spiels, als erhebliche Chancen, das Resultat auf etwa 5:0 zu schrauben, mit Pech ausgelassen wurden. War das Resultat vom letzten Sonntag für die Eintracht glücklich zu nennen, so waren diesmal wiederum ihre Stürmer vom Pech verfolgt.

Man hatte beim Meister eine glückliche Hand mit der Einstellung von Heyl als Mittelstürmer. Dieser stämmige Spieler schaffte nicht nur Luft, sondern er fiel auch durch besonders intelligente Vorlagen auf. Fehlerhaft erscheint nur die Verwendung von Adam Schmidt halbrechts. Als er einmal auf seinem gewohnten Halblinksposten auftauchte, da schmetterte er auch aus 20 Meter einen Schuß ins Tor, der an seine besten Zeiten erinnerte.

Die Abwehr des Meisters läßt nicht viel zu wünschen übrig. Besonders Fischer entwickelt sich z.u einem Kreß Nr. 2.

Das große Duell Fischer—Remmert

konnte natürlich in dem einen Treffen nicht entschieden werden. Es fällt aber wirklich schwer, den kraftvolleren Remmert höher einzuschätzen als den eleganten Fischer, dessen Sicherheit besticht. Ob am Ende Rot-Weiß nicht doch den besseren Torwart zur Eintracht abwandern ließ?

Eine Schwäche fällt mir bei der Eintracht auf: die Läufer tun zu wenig für den Aufbau. Lindemann ist ganz Stopper, Gramlich spielt unter Form und Arheilger stößt nur gelegentlich gefährlich vor, könnte aber auch besser zuspielen. Dadurch müssen die Halbstürmer zu sehr zurückhängen und der Sturm wird geschwächt.

Rot-Weiß hat wohl das gleiche Resultat erzielt wie die Offenbacher Kickers vor acht Tagen, aber es besitzt lange nicht die Spielstärke der Offenbacher. Die Elf muß sich erst an das Ligatempo gewöhnen. Überragende Aktionen waren fast nur von Remmert zu sehen. Stark enttäuscht hat die Schußkanone Lautz, der sich niemals der Bewachung durch Lindemann entziehen konnte. (aus dem 'Fußball' vom 19.09.1938)

 

 


 

 

(aus dem 'Kicker' vom 20.09.1938)

 

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