Eintracht Frankfurt - FC Bayern München

Oberliga Süd 1946/47 - 1. Spieltag

2:1 (2:0)

Termin: 29.09.1946 auf dem Rosegger-Sportplatz
Zuschauer: 8.000
Schiedsrichter: Schmetzer (Mannheim)
Tore: 1:0 Georg Muth (35.), 2:0 Werner Heilig (37.), 2:1 Siemetsreiter (63.)

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt FC Bayern München

 


  • Fink
  • Wilhelm
  • Seibold
  • Moll
  • Streitle
  • Starflinger
  • Stepberger
  • Schweizer
  • Kopp
  • Maier
  • Simetsreiter

 

Trainer Trainer
  • Josef Pöttinger

 

Bayern München an der Roseggerstraße

Der Vorhang geht auf. Die zwanzig Vereine der süddeutschen Oberliga sind aufmarschiert, der kleine Sorgenbrecher Fußball verneigt sich und gibt die ersten Vorstellungen bekannt. In Frankfurt ist es das Gastspiel von Bayern München bei der Eintracht, das die Fußballfreunde locken soll. Wir kennen vom vorigen Jahr noch den Saft- und Kraftfußball der „Bayern", denken noch an die rasanten Läufe eines Holzmüller und wissen: dieses Spiel führt uns gleich mitten hinein in den Tanz der Tore und Punkte. Ob es allerdings zu einem Frankfurter Sieg langt, möchte man fast bezweifeln, denn es ist schon 15 Jahre her, daß die Eintracht ihren letzten Punktspielsieg gegen „Bayern" errang. Die Mannschaft, die den Pokal gewann, wird durch Kolb verstärkt und spielt wahrscheinlich mit Balzer; Kolb, Liesem; Adolf Schmidt, Gärtner, Farschon; Muth, Wirsching, Motsch, Adam Schmitt, Heilig. Beginn 15 Uhr. Vorspiel: Res. gegen Wieseck. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, was der Eintracht noch an weiteren Spielern zur Verfügung steht: Rieker (z. Z. verletzt) und Fischer als Torhüter, Schädler und Lindemann als Läufer, Röll, Arheilger, Kraus-Eckenheim und sein Namensvetter sowie der seiner Genesung entgegengehende Szakany als Stürmer. ('Frankfurter Neue Presse' vom 27.09.1946)

 

 


 

 

Verdienter Sieg der Eintracht

Nur zwei Punkte für Frankfurt

Es war wieder das gewohnte Bild vom Vorjahr! Viele Tausende dicht an den Außenlinien, hinter den Toren, in den Kurven und gar auf dem Dach des nahen Holzschuppens standen die Fußballanhänger auf dem Eintrachtplatz. Die Münchner Bayern, die den Frankfurtern die ersten Punkte überlassen mußten, waren ohne den gesperrten Holzmiller und noch ohne Köhle und Bachl gekommen. Pöttinger, der alte Nationalspieler, den wir nach den Aussichten seiner Elf befragten, machte ein bedenkliches Gesicht.

In der ersten Hälfte sah man auch nicht viel von den Rothosen, dagegen wartete die Eintracht mit einer feinen Leistung auf. Ihre Stürmer drängten unentwegt aufs Bayerntor, vor dem es durch Finks Unsicherheit zu einer Reihe Eckbälle und aufregenden Momenten kam. Aber die Tore blieben zunächst aus! Erst nach einer halben Stunde kam eine Flanke von Heilig auf Muths Kopf und landete unmittelbar in die obere Ecke. Wenig später stiftete eine Hereingabe von Muth große Verwirrung auf der Münchner Torlinie und im allgemeinen Tumult sprang der Ball plötzlich ins Tor.

Nach dem Wechsel aber kamen die Bayern auf. Eintracht mußte stark verteidigen, und nun kamen die Gäste zu mehreren Ecken und gefährlichen Strafstößen. Doch nur einmal fand Siemetsreiter das Ziel. Einmal sah es gar nach Handspiel aus, doch der Schiedsrichter winkte ab. Härter und härter wurde das Treffen, aber Sieg und Punkte blieben in Frankfurt. Gärtner von der Eintracht und Streitle von den Bayern zeichneten sich als Mittelläufer aus. ('Frankfurter Neue Presse' vom 30.09.1946)

 

 


 

 

Dramatischer Kampf an der Roseggerstraße

Die Oberliga hatte in Frankfurt gleich ein ausverkauftes Haus, und die Augen gingen uns auf und über. Die Fußballsuppe war (endlich) wieder gesalzen und gepfeffert; man merkte auch, daß München ein paar Grade südlicher liegt als Frankfurt, es war manches spanisch-argentinisch, was die Gäste uns aufspielten. Trotzdem und nach 15jähriger Pause schlug Eintracht die Münchener Rothosen. Der Sieg hing an dem berühmten Seidenfaden, als in den letzten zwanzig Minuten die Münchener sich ins Zeug legten. Eckbälle, Strafstöße, ein Pfostenschuß und beinahe ein Elfmeter.

Großartig hatte die Eintracht angefangen, ihr Kombinationsspiel schillerte in vielen Farben, Gärtner und Liesem hielten in der Abwehr dicht, der linke Flügel Heilig-Schmitt setzte sich ein. In der 35. Minute köpfte Muth eine Flanke Heiligs ein, zwei Minuten später umgekehrt: eine Flanke Muths, Heilig drückte Tormann und Ball über die Linie. Aber mehr und mehr kamen die Münchener auf, denen allerdings der gesperrte Holzmüller an allen Ecken fehlte. Mittelläufer Streitle beherrschte das Spiel. Im Eckballgedränge schoß Siemetsreiter in der 63. Minute ein Gegentor. Aufregung und Aengste bei der Eintracht bis zur letzten Sekunde, aber es blieb 2:1. ('Frankfurter Rundschau' vom 01.10.1946)

 

 


 

 


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