Einzug ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft

1931
1932

In Frankfurt hat man das Gefühl, in der letzten Spielzeit durch die missglückte Terminplanung des DFB um den Einzug ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gebracht worden zu sein. Dieses soll nun nachgeholt werden.

Der Weg beginnt in der Gruppe Main der auf elf Vereine aufgestockten Bezirksliga Main/Hessen. Hier dokumentieren die Riederwälder ihre Spielstärke gleich von Anfang an und geben in der Hinrunde lediglich zwei Punkte bei Unentschieden gegen Rot-Weiß Frankfurt und den FSV ab. Rot-Weiß sorgt am 13. Spieltag auch für die einzige Niederlage.

Mit sieben Punkten Vorsprung wird man souverän Mainbezirksmeister und ist damit ebenso wie der zweitplatzierte FSV für die Spiele um die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert. Gegen sieben Gegner geht es nun darum, sich als Tabellenerster der Gruppe Nord-West für das Endspiel um die 'Süddeutsche' in Stuttgart zu qualifizieren, und anfangs läuft mit Siegen bei Mainz 05 (4:1), gegen Waldhof (3:0), in Pirmasens (2:1) und gegen Wormatia Worms (4:2) alles nach Plan. Man gönnt es sich sogar, über die Osterfeiertage eine Einladung nach Berlin anzunehmen, um an einem Turnier zum 30-jährigen Bestehen von Tennis Borussia teilzunehmen - und es zu gewinnen. Allerdings gerät danach die Qualifikation für das süddeutsche Endspiel nach Niederlagen gegen den FSV und in Worms noch einmal in Gefahr. Letztendlich reicht aber ein 1:0 am Riederwald im letzten Spiel gegen den FK Pirmasens zum Einzug ins Finale.


Der Platzsturm durch Münchner Fans führt zum Spielabbruch

Gegner am 1. Mai 1932 in Stuttgart ist der FC Bayern München. Schnell geht die Eintracht durch ein Tor von Dietrich in Führung, noch in der ersten Hälfte erhöht der Schweizer auf 2:0. Gegen stärker werdende Bayern eskaliert das Spiel zum Ende der zweiten Halbzeit. Nachdem die Münchner Anhänger ihre Mannschaft durch den Schiedsrichter benachteiligt sehen, stürmen sie das Spielfeld. Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wird die Partie abgebrochen. Da beiden Finalisten für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert sind, lässt sich der Verband mit einer Entscheidung Zeit: Erst nach dem Meisterschaftsendspiel wird die Eintracht zum Sieger und damit zum Süddeutschen Meister erklärt, Bayern erhält eine Geldstrafe.


Programm des DFB zum Endspiel

Der Start in die DM-Endrunde gelingt souverän: In Königsberg wird Hindenburg Allenstein mit 6:0 besiegt. Im Viertelfinale trifft man wie schon anlässlich des Osterturniers auf Tennis Borussia Berlin und gewinnt 3:1. Halbfinalgegner ist schließlich der FC Schalke 04. In einer lange Zeit ausgeglichenen Partie in Dresden können sich Riederwälder nach zwei Toren von Karl Ehmer mit 2:1 durchsetzen.

Im Endspiel in Nürnberg vor 55.000 Zuschauern wartet ein alter Bekannter auf die Frankfurter: der FC Bayern München. In der ersten halben Stunde kann sich die Eintracht zwar leichte Feldvorteile erspielen, kommt aber nicht zu wirklichen Torchancen. In der 35. Minute nimmt das Unheil dann seinen Lauf, als Stubb einen Gewaltschuss der Münchner für den geschlagenen Torhüter Schmitt nur mit der Hand abwehren kann. Den fälligen Elfmeter verwandelt Rohr zu Münchner Führung. In der zweiten Hälfte entwickeln sich die Bayern dann mehr und mehr zur aktiveren Mannschaft und können eine Viertelstunde vor Schluss auf 2:0 erhöhen. Obwohl die Eintracht nun alles daransetzt, zumindest noch den Anschlusstreffer zu erzielen, ist dies auch das Endergebnis. Die Enttäuschung über diese Niederlage wird zumindest ein wenig dadurch gemildert, dass man mit dem Einzug ins Endspiel den bislang größten Erfolg der Vereinsgeschichte errungen hat.


 

 

 
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© text by fg