Aufstellungssorgen und Abstiegsnöte

1942
1943


Vor dem Spiel gegen Schalke 04. H.v.l:
Lehmann, Adam Schmitt, Stubb, A. Kraus,
Friedrich Groß, Heilig, Röll. V.v.l: Albrecht
Bechtold, During, Ackermann

Mit der Qualifikation für die Schlussrunde auf Reichsebene im Tschammer-Pokal tritt die Eintracht nun wieder gegen Mannschaften an, die nicht aus der näheren Umgebung kommen. So empfängt man am 19. Juli 1942 die SpVgg Fürth und kann einen klaren 4:1-Sieg verbuchen. Als unlösbar erweist sich freilich die Aufgabe, die sich den Riederwäldern in der nächsten Pokalrunde stellt. Gegen den amtierenden Deutsche Meister FC Schalke 04 gibt es vor 18.000 Zuschauern in Kassel eine deutliche 0:6-Niederlage.

Nicht erst jetzt zeichnet sich bei der Eintracht ein Problem ab, das sie mit vielen anderen Vereinen teilt: Ihr gehen die Spieler aus, die Aufstellungssorgen werden immer größer. Vereinsobmann Willi Balles, der mangels eines Trainers zu dieser Zeit die Mannschaft aufstellt, muss immer wieder neue Spieler integrieren. So tauchen insgesamt fast 50 unterschiedliche Namen in den Berichten über die Spiele der Eintracht in dieser Saison auf, darunter mit de Jonge und Augustinus zwei niederländische Gastspieler aus Haarlem.


Der 16-jährige
Adolf Bechtold

Am 27. September 1942 beginnen die Ligaspiele um die Kriegsmeisterschaft der Gauliga Hessen-Nassau mit insgesamt zehn Mannschaften. In den ersten sechs Spielen gelingt der Eintracht dabei mit dem 3:2 gegen den SV Darmstadt 98 nur ein Sieg. Am 27. Dezember 1942 debütiert beim Spiel um den Kriegserinnerungspreis gegen den FSV (1:4), der 16-jährige Adolf Bechtold. Zwei Wochen später tritt der spätere Ehrenspielführer, der in seiner Laufbahn mehr als 700 Spiele in der ersten Mannschaft der SGE absolvieren wird, zu seinem ersten Ligaspiel an (Eintracht gegen Reichsbahn Wormatia Worms 2:4).


Eintrachtstürmer Röll
sowie die FSVler
Heim im Tor und Miehm
(Eintracht - FSV 1:5)

Nach dem nächsten Spieltag, der eine 0:1-Niederlage beim Gauliga-Letzten SV Darmstadt 98 bringt, rückt das Tabellenende bedrohlich nahe: Punktgleich mit Union Niederrad und der Wormatia rangieren die Riederwälder nur einen Punkt vor den Schlusslichtern aus Rüsselsheim und Darmstadt. Durch drei Siege und ein Unentschieden in den letzten fünf Ligaspielen kann die Klasse dann letztlich aber doch gehalten werden. Durch den Sieg im letzten Spiel gegen den VfL Neu-Isenburg (3:1) erreicht man mit 16:20 Punkten sogar noch den fünften Rang und damit die beste Platzierung der gesamten Runde.

Nach Abschluss der Liga steht die Hauptrunde auf Gauebene im Tschammer-Pokal an. Über die TSG Bensheim (14:0), den FSV Schierstein (4:2), Hanau 93 (3:2), Darmstadt 98 (5:2) und die SpVgg Weisenau (7:2) schafft es die Eintracht in diesem Wettbewerb bis ins Endspiel, muss sich aber Kickers Offenbach mit 1:2 geschlagen geben. In diesem Spiel werden die Personalnöte der Eintracht nochmals überdeutlich: Werner Heilig, eigentlich im Mittelfeld zuhause, muss zunächst das Tor hüten, da von den fünf bislang in dieser Spielzeit eingesetzten Schlussmännern keiner verfügbar ist. Zur zweiten Halbzeit wechselt er dann für den verletzten Werner Feth auf die zentrale Läuferposition. Die Position im Kasten nimmt dafür der linke Verteidiger Hans Stubb ein - und hält sogar einen Elfmeter.

 

 

 
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© text by fg