Fußball unter Bomben |
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| 1943 |
Trotz des Grauens des nunmehr vier Jahre dauernden Krieges hält das Fachamt Fußball des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen aber den Ligabetrieb aufrecht. Für die Eintracht beginnt dieser in der Gauliga Hessen-Nassau mit dem Spiel beim VfL Rödelheim am 3. Oktober 1943, das mit 9:2 gewonnen wird. Nur einen Tag später erlebt Frankfurt einen der bislang schwersten Luftangriffe, bei dem mehr als 500 Menschen ums Leben kommen und der unter anderem die Sportanlage am Riederwald in Schutt und Asche legt.
Die Eintracht ist nun heimatlos, denn angestrebte Rückkehr zum Sportplatz an der Roseggerstraße ist zunächst nicht möglich, da dieser von der Stadt einer Sportgruppe der SA zur Verfügung gestellt wurde. Also trägt man die nächsten drei Heimspiele als Gast am Bornheimer Hang aus. Zum Jahresbeginn 1944 erhält die Eintracht schließlich doch die Erlaubnis, als Mitnutzerin ihre Spiele auf dem Roseggerplatz auszutragen. Zu diesem Zeitpunkt rangiert man in der zehn Vereine umfassenden Liga mit 9:7 Punkten auf dem vierten Platz.
Durch acht Spiele ohne Niederlage kann sich die Eintracht auf den dritten Rang vorarbeiten. Vor den beiden letzten Spieltagen erlebt Frankfurt am 18. und 22. März die schwersten Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs auf das Stadtgebiet. Jeweils 1.000 Bomber greifen die Stadt an und werfen innerhalb von 90 Minuten fast 3.000 Sprengbomben und 2 Millionen Brandbomben. Mehr als 11.000 Wohngebäude werden schwer getroffen oder vernichtet, etwa 75 Fabrikanlagen, 136 öffentliche Gebäude, Schulen, Krankenhäuser, Museen, Gebäude der Universität, Bahnhöfe, Depots der Straßenbahn, Opernhaus und Schauspielhaus, sind total oder schwer zerstört. Fast 1.800 Menschen sterben während der Angriffe, 180.000 werden obdachlos. Dennoch rollt der Ball ab Mitte Mai '44 wieder. Am vorletzten Spieltag kassieren die Riederwälder bei den Kickers mit 0:10 die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte, eine Woche später scheidet man nach einem 2:4 bei der Kriegssportgemeinschaft Wiesbaden aus dem Tschammer-Pokal aus. Das 1:1 gegen den FSV am 2. Juli bildet schließlich den Saisonabschluss der Punktrunde in der Gauliga Hessen-Nassau, in der sich die Eintracht mit 23:13 Punkten auf dem vierten Rang platziert hat.
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© text by fg