Das Ende |
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| 1944 |
Mit der Landung der alliierten Truppen in der Normandie im Juni 1944 rückt der Krieg immer näher an die deutschen Reichsgrenzen. Zudem sind die deutschen Städte regelmäßig Ziel von Luftangriffen. An weite Reisen zu Auswärtsspielen ist unter diesen Bedingungen nicht zu denken.
Im lokalen Rahmen kommt es am 9. Juli 1944 zu einem Spiel gegen Viktoria Eckenheim, das die Eintracht mit 1:0 gewinnt und bei dem der Verteidiger Hans Stubb im Vorfeld für sein 500. Spiel im Eintrachttrikot geehrt wird. In dieser Partie nimmt der gelernte Verteidiger die Position als Torhüter ein. Noch fünf Mal tritt die Eintracht zu Privatspielen an, ehe alliierte Truppen im September 1944 erstmals die deutsche Grenze überqueren und der Spielbetrieb zunächst ruht. In der Folge werden die im Deutschen Reich noch vorhandenen Ligen aufgelöst. Im Gebiet der ehemaligen Gauliga Hessen-Nassau werden neun Staffeln gebildet, für die sich 50 Vereine bewerben. Die Eintracht zählt zusammen mit Olympia Frankfurt, VDM Heddernheim, Viktoria Eckenheim, der SpVgg. Neu-Isenburg und Reichsbahn Friedberg zur Staffel 3.
Für 1. Oktober 1944 ist schließlich das erste Staffelgruppenspiel gegen VDM Heddernheim angesetzt. Doch die Eintracht kann nur sechs Spieler aufstellen, so dass das Spiel als Freundschaftsspiel über zwei Mal 30 Minuten durchgeführt wird, bei dem die Mannschaft der Eintracht durch Reservespieler des Gegners komplettiert wird. Schließlich wird die Runde Anfang November abgebrochen, es erfolgt eine neue Staffeleinteilung in Frankfurt. Die Eintracht zieht sich dabei aus Spielermangel als Verein aus dem Geschehen zurück; die verbliebenen Spieler bilden zusammen mit den Aktiven des FSV, der ebenfalls keine komplette Mannschaft mehr stellen kann, eine Kriegssportgemeinschaft (KSG). Diese tritt noch zu insgesamt vier Spielen an. Gegner sind Viktoria Eckenheim (2:2), FFC Olympia 07 (1:1), VDM Heddernheim (13:1) und erneut Viktoria Eckenheim (16:0). Diese Partie am 7. Januar 1945 ist der letzte bekannte Auftritt der KSG FSV/Eintracht. Bombenangriffe auf Frankfurt sind nun fast an der Tagesordnung, dennoch gibt das Oberkommando der Wehrmacht den Befehl aus, "… die Stadt Frankfurt am Main bis zum letzten Mann zu verteidigen". Auch finden bis Mitte März weiterhin Deportationen jüdischer Bürgerinnen und Bürger statt. Am 7. März melden alliierte Truppen die Einnahme von Köln, am 23. März überquert die 3. US-Armee bei Oppenheim den Rhein und die Befreiung des heutigen Hessen beginnt. Am 27. März nehmen die US-Amerikaner schließlich das gesamte Frankfurter Stadtgebiet ein. Der Krieg ist für Frankfurt damit endlich zu Ende. Zu diesem Zeitpunkt zählt Frankfurt noch knapp 270.000 Einwohner, weniger als die Hälfte der Vorkriegsbevölkerung. Etwa 33.000 Frankfurter und Frankfurterinnen starben während des Nationalsozialismus durch Deportation der jüdischen Bevölkerung oder Luftangriffe. Knapp 50 Prozent des Wohnraums sind völlig zerstört, 34 Prozent beschädigt.
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© text by fg