Wiedergründung und Neustart

1945
1946

Am 29. März '45 rückt die US Army in das zerstörte Frankfurt ein, und bereits im Mai beginnt der Wiederaufbau. Anlagen, die der Ernährung, dem Transport und dem Wohnen dienen, stehen dabei im Vordergrund, Sportplätze werden zum Gemüseanbau freigegeben. Dennoch wird bereits im Juli '45 wieder Fußball in Frankfurt gespielt. Spieler des FSV und von Union Niederrad trennen sich 7:1.


Die Mannschaft am 26. August 1945

An einen deutschlandweiten Ligabetrieb ist aufgrund der Zerstörungen und der angespannten Versorgungslage aber nicht zu denken. Lediglich in der US-amerikanischen Besatzungszone werden mit der Oberliga Süd und in der französischen mit der Oberliga Südwest Punktrunden organisiert. Zudem spielt die Vierzonenstadt Berlin eine Stadtmeisterschaft aus.

Nachdem im Zuge der Entnazifizierung alle Vereine aufgelöst wurden, greifen die Spieler der ehemaligen 'Eintracht' am 26. August wieder ins Fußballgeschehen ein: Auf den Sandhöfer Wiesen trennt man sich von der SG Niederrad mit 3:3. Weitere Freundschaftsspiele folgen unter dem Namen 'SG Frankfurt', zum Beispiel gegen Kickers Offenbach (1:3) und den FSV (3:1).

Vor der Umsetzung der Pläne zur Teilnahme an der Süddeutschen Liga muss zunächst die Wiedergründung des Vereins vorangetrieben werden. Diese erfolgt am 23. Oktober - eine Versammlung ehemaliger Mitglieder wählt Christian Kiefer zum kommissarischen 1. Vorsitzenden.

Am 4. November 1945 beginnt dann für die Eintracht mit einem 2:2 bei Phönix Karlsruhe der Ligabetrieb. Für die Heimspiele muss die Eintracht, ebenso wie der FSV, auf den Platz an der Roseggerstraße ausweichen. Zudem macht die Entscheidung der Stadt, die Trümmer-Verwertungs-Gesellschaft (TVG) auf dem zerstörten und mit Kriegsschutt bedeckten Sportplatz am Riederwald anzusiedeln, die erhoffte zeitnahe Rückkehr auf das angestammte Vereinsgelände unmöglich. Als Ausgleich für das von der TVG beanspruchte Gelände am Riederwald überlässt man dem Verein im März 1946 den Sportplatz Roseggerstraße.


Aus dem Oberligaspiel am 13.01.46: Herbert
Moll (Bayern) und Adam Schmitt (Eintracht)

Sportlich läuft es anfangs schlecht, vor allem aufgrund der mangelhaften Torausbeute - lediglich zwölf Tore in den ersten elf Spielen sind gerade einmal für vier Punkte gut. Doch dann kommen die Stürmer der Eintracht auf Touren. Nach hohen Siegen gegen die Stuttgarter Kickers (6:1), den Karlsruher FV (5:1) und Phönix Karlsruhe (8:1) wird die rote Laterne abgegeben. Letztlich beendet man die Saison als Elfter von 16 Mannschaften mit 25:35 Punkten und 71:75 Toren. Dabei kamen in der Punktrunde 27 Spieler unter drei Übungsleitern (Willi Pfeiffer, Sepp Herberger und Emil Melcher) zum Einsatz.

Sportlich, organisatorisch und finanziell wird diese erste Oberliga-Saison nach dem Krieg als Erfolg gewertet. Wie groß die Lust der Frankfurter auf Fußball ist, zeigt der 'Tag der Eintracht' am 13. Juli 1946. 45.000 Zuschauer kommen ins von den Amerikanern in Victory Stadium umbenannte Waldstadion, um als Höhepunkt der Veranstaltung ein Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart (0:1) zu erleben. Und auch im Bereich der Vereinsführung gibt es Fortschritte. Am 15. Juni 1946 wird Günter Reis, ein in Frankfurt geborener Captain der US-Armee, zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

 

 
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© text by fg