Mittendrin statt vorne dabei

1947
1948


Rückkehrer Helmut Henig
Bäumchen-wechsel-dich im Tor: Toni Turek verlässt die Eintracht und wechselt zur TSG Ulm 1846. Im Gegenzug packt Helmut Henig seine Koffer in Ulm und kommt zu SGE, wo er kein Unbekannter ist. Bereits von 1937 bis 1945 steht der Torhüter in Diensten der Eintracht, kann sich aber nie als Nummer eins durchsetzen. Im Sommer '45 kehrt er zu seinem Stammverein, dem VfB Riederwald zurück, um ab November kurzzeitig wieder für die SGE zu spielen. Über Rot-Weiß Frankfurt und den FSV führt ihn dann sein Weg nach Ulm, ehe er sich jetzt wieder der Eintracht anschließt, bei der er sich für viele Jahre als Stammtorwart im Tor etablieren wird.

Bei den Abgängen wiegt der Verlust von Adamkiewicz am schwersten, der nach Albert Wirsching (18) in der letzten Spielzeit mit 15 Toren zweitbester Torschütze war und zurück zum Hamburger SV wechselt. Mit Csakany verlässt ein weiterer Stammspieler den Verein, und auch Eigengewächs Alfred 'Bubi' Kraus wechselt nach langen Jahren bei der Eintracht zur SpVgg Langenselbold.

Der dritte Platz in der Liga 1946/47 weckt bei der Eintracht insgeheim hohe Ansprüche, zumal sich Meister und Vizemeister der mit 20 Vereinen bestückten Oberliga Süd für die erstmals nach Ende des 2. Weltkriegs ausgetragene Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft qualifizieren. Aber schon früh zeigt sich, dass die Mannschaft des im Juni '47 installierten Cheftrainer Willi Treml die Erwartungen nicht erfüllen kann. Nach einem Fehlstart, der kurzzeitig sogar auf den letzten Tabellenplatz führt, fangen sich die Adler zwar, schaffen es aber nicht in die oberen Tabellengefilde.


Spielszene aus dem Derby der Eintracht gegen
den FSV im Stadion

Im Februar 1948 übernimmt der ehemalige Eintrachtspieler Bernhard Kellerhoff das Amt des Übungsleiters – aber auch dieser Trainerwechsel ändert nichts am fußballerischen Mittelmaß. Vom zehnten Spieltag an pendelt die Eintracht fast durchgängig zwischen den Plätzen 8 und 11. Die Heimspiele trägt die Eintracht übrigens als Gast am Bornheimer Hang aus. Nur für insgesamt vier Spiele, bei denen ein großes Zuschauerinteresse erwartet wird, wechselt man ins Frankfurter Stadion – wo unter anderem 40.000 Zuschauer das 0:0 im Derby gegen den FSV sehen.

Kurios ist der Termin des letzten Saisonspiels gegen den alten und neuen Südmeister aus Nürnberg: Eigentlich für den Tag der Währungsreform am 20. Juni 1948 geplant, schiebt der Hessische Fußballverband einen Riegel vor und untersagt Spiele für diesen Tag. Die Durchführung des Spiels an Nachholterminen im Juli scheitert aufgrund der Teilnahme des Clubs an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Erst am 28. August 1948 kann die Saison dann abgeschlossen werden: Die Eintracht siegt mit 3:1 gegen den 1. FC Nürnberg, der es zwischenzeitlich zum Deutschen Meister der Spielzeit 47/48 gebracht hat, und beendet die Saison auf dem zehnten Rang der Oberliga Süd.

 

 

 
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© text by fg