Torflaute im Jubiläumsjahr |
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| 1948 |
Die Auswirkungen der angespannten Versorgungslage der Bevölkerung manifestieren sich auch im Fußball. Um Wunschspieler verpflichten zu können reicht es nicht mehr unbedingt aus, eine 'gute Adresse' zu sein oder, was mit der Einführung des Vertragsspielerstatus in der Oberliga Süd ab August '48 erlaubt ist, bis zum 320 Deutsche Mark an einen Aktiven zu zahlen: Die Verfügbarkeit von Lebensmitteln ist Anlass für viele Spieler, sich einem Landverein anzuschließen. Entsprechend schnell dreht sich das Personalkarussell.
Bernhard Kellerhoff, der bereits im Februar 1948 das Traineramt übernommen hat, steht also vor einer schwierigen Aufgabe: Zwar können mit Hans Wloka, der bereits seit Mai 1948 für die Eintracht spielt, und Ernst Kudrass zwei verlässliche Defensivkräfte gewonnen werden, die sich in den nächsten Jahren als unverzichtbare Stammspieler etablieren werden. Dafür muss er auf bewährte Kräfte wie Albert Wirsching - seit 1936 ununterbrochen für die Erste der Eintracht aktiv - und Adolf Schmidt verzichten, die sich wohl zu sehr für eine Profilaufbahn interessieren und daraufhin aufgrund 'vereinsschädigenden Verhaltens' aus dem Verein ausgeschlossen werden. Zudem verlässt Erwin Schädler den Verein gen Ulm und Hans Liesem kehrt zu Union Niederrad zurück. Neu für die erste Mannschaft der Eintracht stehen Kellerhoff vor allem wenig bekannte Kicker wie Horst Schreiber aus der eigenen Jugend, Franz Dosedzal, der von Germania 94 wechselt, sowie Horst Schnitzler, Jakob Schallmayer, Heinz Nees und Walfried Fischer zur Verfügung.
Eine Stammelf lässt sich so nur schwer finden, was sich auch in den wechselnden Aufstellungen und vor allem in den Ergebnissen widerspiegelt. Und die Punktrunde, in der die Eintracht ihre Heimspiele bis auf zwei Ausflüge ins Stadion gegen den VfR Mannheim (1:0) und 1860 München (1:1) wiederum im FSV-Stadion am Bornheimer Hang austrägt, offenbart schnell, wo es in der neuen Mannschaft hapert. Während die Defensivabteilung einen stabilen Eindruck hinterlässt und nach den 15 Spielen der ersten Saisonhälfte mit 21 Gegentoren eine akzeptable Bilanz aufweist, zeigen sich die Stürmer nur wenig treffsicher. Lediglich 17 erzielte Tore lassen sich zum Ende der Hinrunde auf der Habenseite verbuchen. Die Sturmmisere setzt sich auch unter dem neuen Trainer Walter Hollstein fort, der die Mannschaft zum Jahreswechsel übernimmt. Nachdem sich die Adler nach dem 22. Spieltag bis auf zwei Punkten den Abstiegsrängen angenähert haben, führen drei Heimsiege im März, unter anderem ein 1:0 gegen den späteren Deutschen Meister VfR Mannheim, zumindest wieder in sicherere Gefilde. Das Ende der Spielzeit sieht die Eintracht, die 1949 ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum feiert, mit gerade einmal 28 erzielten Toren in 30 Ligaspielen auf Platz 13 der Oberliga Süd – vier Punkte vor den Abstiegsrängen.
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© text by fg